Rechtliche Unterschiede bei Sommerjobs

27. Juni 2012, 13:18

Gewerkschaft warnt vor Missachtung geltender Rechte - "Vorab über Unterschiede zwischen Ferienjob, Pflichtpraktikum, Praktikum und Volontariat informieren"

Wien - Rund 130.000 Jugendliche in Österreich treten jeden Sommer ein (Pflicht-)Praktikum an. Den nahenden Ferienstart nahm die Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck Journalismus, Papier (GPA-djp) zum Anlass, um vor der "Missachtung geltender Rechte" bei Sommerjobs zu warnen. In erster Linie sollten sich die junge Leute über die geltenden Spielregeln und Unterschiede zwischen Ferienjob, Pflichtpraktikum, Praktikum oder Volontariat informieren, hieß es in einer Aussendung. Das ist in Form einer Checkliste und weiterer Broschüren im Internet unter http://www.ferienjob.or.at der GPA-djp oder auf Seiten der Arbeiterkammer (AK) möglich.

Die ersten Erfahrungen der jungen Menschen in der Berufswelt seien "für viele leider alles andere als positiv", erklärte GPA-djp-Jugendchef Florian Hohenauer. Beispielsweise würden Pflichtpraktikanten immer wieder wochenlang urlaubende Arbeitnehmer ersetzen, "was nicht dem Sinn der Sache entspricht", so GPA-Jugendsekretär Helmut Gotthartsleitner.

Praktikant statt Ferienjobber

"Häufig" käme es vor, dass Unternehmen Ferienjobber nicht mit einem Arbeitsvertrag ausstatten, sondern diese "nur" als Praktikanten einstellen würden - womit dem Betroffenen Geld vorenthalten werde. "Das ist eine Missachtung geltender Rechte", so Gotthartsleitner. Daher gehe es um das Aufklären über die Spielregeln der unterschiedlichen Formen der Sommerjobs. Jedenfalls wichtigste Frage sei aber die Abklärung der Bezahlung vor Start der jeweiligen Ferientätigkeit.

Beim Pflichtpraktikum etwa, könne es zum Problem werden, dass man "seine Arbeit nicht einfach 'hinschmeißen' kann", heißt es in der GPA-Infobroschüre. Schließlich ist ein Pflichtpraktikum ein Arbeitsverhältnis - im Gegensatz zu einem Volontariat, bei dem man nicht an Arbeitszeiten gebunden ist, dafür aber kein Entgeltsanspruch besteht. Die Praktikumszeiten müssen absolviert werden, um die Schule positiv abschließen zu können - deswegen müsse man sich aber nicht alles gefallen lassen: Arbeitsrecht, Jugendschutz und Sicherheit am Arbeitsplatz sind vonseiten des Betriebes einzuhalten. Arbeitszeitaufzeichnungen seien jedenfalls zu führen, so einer der gewerkschaftlichen Tipps.

Rechte einfordern

Bei einem Ferienjob als "normaler" Arbeitnehmer ist das Dienstverhältnis befristet und deshalb nicht einfach kündbar. Sollten dabei anteilsmäßiges Urlaubs- und Weihnachtsgeld, Urlaubsanspruch und Vergütung der Überstunden nicht ordentlich ausbezahlt werden, können diese Forderungen noch im Nachhinein geltend gemacht werden, so der Hinweis der Gewerkschaft.

Oft werde auch ein Werk- oder freier Dienstvertrag vergeben, obwohl aufgrund gesetzlicher Regeln ein "echter " Dienstvertrag zu vergeben sei. "Derartige 'Umgehungsverträge' kommen den Arbeitgebern billiger, sind aber bis zu drei Jahre später einklagbar", so die GPA-djp. (APA, 27.6.2012)

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10 Postings

Bei uns in der Schule wars so: konnte man 20 Absagen vorweisen, ersetzten diese das Praktikum.
Daher meine Frage: wird das auch an anderen Schulen so praktiziert? :D

Wie auch immer, nur als Tipp: auf jeden Fall auch bei einem Praktikum einen Steuerausgleich machen - a 20er is es auch und für an Schüler is ja das nicht nix ;)

mittlerweile schreibt ein Arbeitgeber gar nicht mehr zurück

wie soll man da 20 Absagen sammeln?

Ein Rückschreiben sollte zur gesetzlichen Pflicht für Unternehmer werden!

Danke für den Tipp :)

Zitat: "Die ersten Erfahrungen der jungen Menschen in der Berufswelt seien "für viele leider alles andere als positiv""

Den Satz verstehe ich nicht.
Man kann das doch nur positiv sehen, wenn die Jugendlichen bereits bei ihrer ersten Begegnung mit den Arbeitgebern lernen worum es geht:
Tagtäglich von vorne bis hinten ausgebeutet und betrogen zu werden.

Dann sind sie für die Zukunft gewappnet oder erkennen sogar, dass es besser ist gleich selber auf die Ausbeuterseite zu wechseln - so oder so ist das doch äußerst positiv.
Finde ich zumindest.

Mal sehen, wie deine erste Erfahrung aussehen wird.

Die Einstellung ist ja schon mal hervorragend!

Ich geh in spätestens 5 Jahren in Pension

und verkauf vorher meine Firma um einige Millionen.
Mit dem Geld hau ich mich auf eine kleine Bavaria und mach einmal 10 Jahre lang eine Weltumsegelung. Danach bin ich knapp über 60, kann die gesetzliche Pension beantragen und dann schau ma mal weiter.

Und was das ausbeuten anbelangt: Ich beute aus, was die Buchstaben des Gesetzes hergeben. In meiner Firma wimmelt es nur so vor lauter Gratisarbeitern die um 100,- Euro Taschengeld im Monat hackeln wie ein Vollangestellter. 6 HTL-Praktikanten in der Produktion über die Sommerferien ersparen mir das ganze Jahr über eine komplette Vollzeitkraft! SO spart man.
Wenn es das Gesetz erlaubt, weshalb sollte man das nicht ausnutzen? Beschwer dich bei der Politik.

Ja, alles klar mein Freund :-))))

Dahingehend, sind tausende Firmen in Ö gut mit Praktikanten versorgt - über das ganze Jahr verteilt. In Kursen für Arbeitslosen, vulgo "Deppenkurse", ist es auch Hausbrauch, sie mehrmals Praktika bei bestimmten Firmen machen zu lassen.

Vor allem bei solchen Firmen, die ohnehin nicht im geringsten daran denken, jemanden Einzustellen. Da gibt es ein sehr gutes Netz, auch Stromversorger wie zB. Stadtwerke, oder Minka, und andere sind da gut mit im Geschäft.

Schüler wissen das natürlich im Voraus nicht, denken sich - ich mache ein wenig Geld im Urlaub, und am Ende stehen sie dumm da. Es gibt auch ehrliche Firmen, aber die müssen die Schüler auch erst "erwischen". Gemeinden sind u.a. immer ein guter Tip für Ferialpraktika. ;)

P.s. - nur als Tipp:

Innerhalb von 2 Absätzen hast du zuerst eine eigene Firma, und beantragst (!) dann gesetzliche (!!!) Pension...

Nur fallst du dich fragst, warum dich die Erwachsenen so schnell als Schüler identifizieren.... :-)

Generation Praktikum. Entrechtete Lehrlinge, die gratis

Jene Jobs wegnehmen, die am Ende der Lehrzeit (Ausbildung) dann in die praktische Erfahrung bringen sollten.... So gibts 4-5 Jahre null Gehalt, bis man endlich den Sprung in den bezahlten Beruf macht, obwohl bereits Fachwissen.

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