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STANDARD: Amerika und Europa sind stark überschuldet. Gibt es einen kontinentspezifischen Umgang mit den Schulden?
Lange: Ja. Europa hat wenigstens Ansätze und diskutiert in Richtung Gesundung des Systems. Der Zuwachs der US-Verschuldung geht ungebremst weiter. Die USA überschätzen ihre Stärke.
STANDARD: Aber in den USA gibt es doch auch eine Sparpolitik.
Lange: In den USA wird nicht gespart. Die Schuldengrenze wird regelmäßig angehoben. Das Land bekommt aber ein Problem: Die Einnahmen lassen nach, die Ausgaben wachsen weiterhin dynamisch. Der nächste Präsident wird etwas gegen die ausufernde Staatsverschuldung tun müssen.
STANDARD: Kalifornien schlittert regelmäßig in die Pleite. An der Macht des Dollars wird aber nicht gezweifelt. Warum?
Lange: Weil der Dollarraum größer ist und international mehr Bedeutung hat. Aber diese Bedeutung nimmt ab. Das erste große Warnsignal ist, dass die chinesische Notenbank ihre Dollarbestände jährlich leicht zurückfährt. Das ist eigentlich eine Zäsur. Es bahnt sich ein "Raus aus dem US-Dollar"-Trend an. International ist man um die fundamentalen US-Schwächen besorgt. Kalifornien ist wirtschaftlich betrachtet ein Mehrfaches von Griechenland und eigentlich pleite. Punktuell greifen die Amerikaner eben zu rigorosen Maßnahmen und entlassen 40 Prozent aller Beamten.
STANDARD: Im Kurs zum Dollar hält sich der Euro recht gut. Warum ist das Vertrauen in die europäische Gemeinschaftswährung so gering?
Lange: Das ist ein politisches Problem. Europa spricht nicht mit einer Stimme. Die Ratingagenturen fordern uns auf, uns zu verändern. Dann passieren Einschnitte, die im ersten Moment zu einer absackenden Konjunktur führen. Dann wertet man uns ab, bewirkt damit höhere Zinsen in jenen Ländern, die noch weniger tragfähig sind und alle Bemühungen werden konterkariert. Dieser Teufelskreis gehört durchbrochen.
STANDARD: Ihre These ist, dass die Währungen sich ohnehin auflösen werden. Warum?
Lange: Weil die Währungen durch nicht haltbare Versprechen der Politik ausgehöhlt werden. Die Stärke einzelner Länder wird überschätzt. Auch die von Deutschland. Das Land hat zwar eine wirtschaftliche Stärke, aber eine ungeheure Schieflage in der demografischen Entwicklung. Später trifft uns das, etwa durch nicht haltbare Altersversorgungsversprechen. Der Lebensstandard wird dadurch sukzessive sinken. Heute schnüren wir Rettungspakete, Strukturreformen passieren nicht. Das Reden und Handeln fällt auseinander. Und das schwächt die Währungen.
STANDARD: Zerbricht die Eurozone?
Lange: Diese Prognose möchte ich mir im Moment nicht zutrauen. Die Eurozone wird aber immer größere Rettungspakete erfordern. Diese Lasten kann kein Land schultern. Die Animositäten gegeneinander sind stark. Da werden geschichtliche Vergleiche gezogen (etwa Merkel-Bilder in Nazi-Uniform, Anm.), was in Beschimpfungen und Herabwürdigung ausartet. Europa, und das ist meine Angst, wächst nicht zusammen sondern auseinander.
STANDARD: Sehen Sie ein großes Konfliktpotenzial auf Europa zukommen? Die Solidarität der Geberländer wird enden wollend sein.
Lange: Ja, das sehe ich. Das wird dann kommen, wenn einer der Hauptgläubiger, etwa Deutschland, in eine Schieflage gerät und die Konjunktur sich abschwächt. Dann wird es auch Animositäten in der Bevölkerung geben. (Bettina Pfluger, DER STANDARD, 27.6.2012)
Friedrich Lange (56) gibt das Oxford Club Communiqué und die Oxford Club Eildepesche heraus. Lange hat das Buch "Zeitbombe Papierwährungen" geschrieben, in dem aufgrund der Schulden- und Inflationsspirale die Entwertung von Dollar und Euro skizziert wird.
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Europa, am Gros seiner Bevölkerung gemessen, scheint noch nicht reif, kleinliches nationales Denken hinter sich zu lassen; Geschichtsbewusstsein drückt sich mehr im Pflegen alter Ressentiments und zynischer Vorurteile aus als im Erkennen der gemeinsamen Verstrickungen.
Die Furie der Geschichte rüttelt zwar bereits (wieder) an den Fenstern, aber noch haben wir es schön gemütlich in der Stube.
So lange es solche faschistoiden Ansichten gibt wie man hier immer wieder gegen Europa liest, bleibt alles so wie immer. "Unterschiedliche Mentalitäten" - was immer das auch ist, "Nation" und all dieser Schwachsinn, usw.
Small ist NICHT beautiful
nein, nur die völker europas sind nicht bereit ihre unterschiedlichen mentalitäten aufzugeben, nur um ein nicht funktionierendes geldsystem oder eine falschen dogmen verpflichtete wirtschaft zu retten, und das ist auch gut so - ein system, das die völker zwingt sich anzupassen, versucht alle zu vereinheiltichen und gleichzumachen, keine rücksicht auf menatle unterschiede und unterschiedliche lebenseinstellungen nimmt, ist ein system das abgelehnt gehört.
Higgs ich bewundere ihr Denken die dinge wirklich so zu beschreiben wie sie sind, und ich hab selbst das gefühl das alles in de richtung geht das wir nur noch von einer mächtigen minderheit die zentral alles steuert gelenkt werden damit die uns unter kontrolle haben und wir nur noch deren sklaven sind !!! es gibt dafür unzählige beispiele facebook bespielsweise arbeitet daran die ganze welt und alles tun zu erfassen und mir wird übel wenn ich daran denke wie die welt in 10-15 jahre ausschauen wird !!! Zentralkontrolliertes weltsystem !!
Die griechische Regierung hat in den letzten 1 1/2 Jahren 70.000 neue Beamte eingestellt! Das ist der absolute Wahnsinn! Die Griechen brauchen nicht nur die Daumenschrauben sondern auch eine saftige Ohrfeige für diese Aktion!!!
Dass Griechenland ungehemmt Beamte einstellt, wurde schon öfter heftig kritisiert und im November 2011 (Papademos) wurde der Abbau von Beamtenstellen erneut als Bedingung für weitere Hilfen festgeschrieben. Demnach hätte Griechenland bereits 2011 mit dem Abbau beginnen müssen. Geschehen ist freilich nichts, weder 2011 noch 2012, weder unter Papandreou noch unter Papademos. Und auch Samaras hat nicht vor den Beamtenapparat zu reformieren. Wo sonst sollten die Kinder der Parteifreunde untergebracht werden. In der Privatwirtschaft ist die Entlohnung für Politikerkinder einfach zu gering.
Die europäischen Politiker schauen nicht bloß weg, sie tolerieren die Neueinstellungen sogar.
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