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Wien - "Menschen mit blauen Bällen aus Elektrizität betäuben - was für ein fantastischer Gedanke." 1911 war das Stoff für einen Abenteuerroman des US-Autors Victor Appleton. Noch gut zwanzig Jahre später war auch Jack Cover in Chicago als Halbwüchsiger davon begeistert. Aus dem Buben wurde ein Physiker, und als er in den 1970ern die erste Elektroimpulswaffe bastelte, nannte er diese in Anlehnung an seinen Buchhelden aus Kindertagen "Thomas A. Swift's Electric Rifle" - kurz Taser.
Ab Juli werden die inzwischen mehrfach modifizierten Elektroschockwaffen nun auch bei heimischen Polizeispezialeinheiten zur Standard-Ausrüstung gehören. "Sie sollen die Lücke zwischen Pfefferspray und Schusswaffe schließen", sagt General Konrad Kogler aus dem Innenministerium. Konkret dürfen Cobra, Wega, die Einsatzgruppe zur Bekämpfung der Straßenkriminalität und Beamte in Polizeianhaltezentren zum Taser greifen, um sich zu verteidigen. Bei der Justizwache sind die Geräte der US-Firma Taser Inc. schon seit längerem im Einsatz. Auch die meisten Sicherheitsbehörden in Europa sind damit ausgerüstet.
Einsatz sollte per Kamera überwacht werden
Umstritten sind die 1500 Euro teuren Geräte, die an eine Wasserpistole erinnern, immer noch. Schon 2006, als der Probetrieb gestartet worden war, lief Amnesty International Sturm dagegen. Jetzt lobt Heinz Patzelt, Generalsekretär von Amnesty Österreich, zwar, dass der Einsatz streng reglementiert worden sei. "Doch der Taser ist keine Wunderwaffe, die alle Probleme löst." Es müsse gewährleistet sein, dass die Elektrowaffe nicht als mindergefährlich eingestuft werde, weil sonst die Gefahr bestehe, dass sie als "alltägliches Disziplinierungsinstrument" missbraucht werde. Im STANDARD-Gespräch fordert Patzelt, dass analog zur Justizwache jeder Taser mit einer Minikamera ausgerüstet werden soll. Die Aufsteckkameras waren zwar geplant, wurden dann aber gestrichen, weil sie angeblich die Schusshaltung behindert hätten.
Das Innenministerium bezeichnet den aktuellen Taser X26 sehr wohl als mindergefährliche Waffe und stützt sich bei dieser Einschätzung auf Gutachten, die unter anderem von der TU Graz erstellt worden sind. Die Geräte erzeugen eine Spannung von 50.000 Volt (zum Vergleich: 5000 Volt beim Defibrillator), die Stromstärke beträgt 2,1 Milli-Ampere (Defi: 50 Ampere), die Energie, die pro Impuls durch die beiden an dünnen Kabeln hängenden Pfeilelek troden geschickt wird, beträgt 0,36 Joule (Defi: 100 bis 400 Joule).
Durch den Strom werden die Impulse des zentralen Nervensystems zu den motorischen Nerven gestört. Die Muskulatur ist also nicht mehr steuerbar, Getroffene brechen zusammen. Auf Kopf, Hals und Genitalbereich darf nicht gezielt werden. Auch Treffer mit Stromstoß im Herzbereich müssen vermieden werden - obwohl das Risiko des Herzkammerflimmerns laut TU Graz und Gerichtsmedizin Innsbruck auch bei Risikopersonen gering sein soll. Generell betrage die Wahrscheinlichkeit einer lebensgefährlichen Wirkung weniger als 0,06 Prozent. "Ein Restrisiko bleibt immer", räumt Kogler ein.
Dicke Kleidung
Und die dutzenden Todesfälle, die in der jüngeren Vergangenheit vor allem in den USA und in Kanada gemeldet wurden? In den wenigsten Fällen gebe es zuverlässige Daten, heißt es im Innen ministerium. Viele Verletzungen hätten sich aber nicht durch den Stromimpuls, sondern durch anschließende Stürze ergeben.
Bei bisher 133 Einsätzen in der Testphase gab es 17 Mal keine Wirkung - entweder weil das Ziel verfehlt wurde oder extrem dicke, abstehende Kleidung einen Stromschluss verhinderte. (Michael Simoner, DER STANDARD, 27.6.2012)
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mea culpa, bisher wurde ja lieber geschossen!
14 jährige in notwehr in den rücken, einem mann der mit einer flasche mineral gedroht hat oder auch eine frau die randaliert hat mit gleich 9 schüssen niedergestreckt usw usw.
so gesehen ist der taser natürlich ein segen für die betroffenen wir auch für die polizei, vor allem in lagerhallen foltert es sich dann auch viel leichter besser und mit weniger spuren die hinterlassen werden.
zwischen einem probebetrieb und einem regeldienst gibt es dann doch gewisse unterschiede ich würde darauf wetten taser einsätze in zukunft wesentlich öfter vorkommen.
die zeit wird es zeigen, mir alleine reicht schon das die polizei nun hoch offiziel mit geräten ausgerüstet werden deren einsatz lt. amnesty folter darstellt.
da wurden die kollegen aj freigesprochen die einen zu 5t erstickt haben weil sies nciht besser wussten....und jetzt so komplizierte geräte wie ein taser...also irgendwie kommt mir das seltsam vor...wann soll denn mit dem trainiert werden...???
zitat: da wurden die kollegen aj freigesprochen die einen zu 5t erstickt haben weil sies nciht besser wussten
eine dreiste lüge, die von vielen und auch ihnen hier gebetsmühlenartig wiederholt wird. sie kennen ganz offensichtlich weder diesen fall, noch haben sie ahnung von der arbeit eines polizisten.
es gibt ein GERICHTSURTEIL!!! das besagt, dass die polizei das fixieren von menschen nicht korrekt trainiert hat!
und wenn sie das erst 2010 geschafft haben dann sollten wir noch ein paar hundert jahre mit tasern warten...finde ich
die ja über jeden verdacht erhaben ist jemals gefoltert zu haben...ich mein für eine polizei in der immer wieder bestätigte fälle von folter auftrete wäre das ja verrückt denen so ein instrument in die hand zu geben!
abgesehen davon ist unsere polizei ja immer TOP ausgeildet...es ist ja nicht so, dass immer wieder mal jemand stirbt weil ihm 3 polizisten am rücken stehen die dann freigesprochen werden weil man "fixieren nciht besser gelernt hat"
und ohne massiven training kann ja auch niemand wissen dass 300 kg auf dem rücken die atmung schwer beinträchtigen...
toll, echt toll, ich freu mich schon......
und "weniger tödliche Waffe" - that's what it is.
http://www.youtube.com/watch?v=1CR_k-dTnDU
http://www.youtube.com/watch?v=EmByfTKKUV4
"Viele Verletzungen hätten sich aber nicht durch den Stromimpuls, sondern durch anschließende Stürze ergeben."
Viele Verletzungen durch Schusswaffen ergeben sich nicht durch das Abfeuern der Waffe, sondern durch das Auftreffen des Projektils...
(Was ich sagen will: Der Sturz ist eine unumgängliche Folge des Taser Einsatzes. Wenn es durch den Sturz häufig zu Verletzungen kommt, hat der Einsatz des Tasers oft Verletzungen zur Folge. Man kann den Sturz nicht getrennt vom Taser betrachten.)
folgt auch meist ein Sturz. Ein Loch im Körper plus ein Sturz ist immer noch schlimmer als nur ein Sturz.
Gegenüber dem Loch im Körper ist der Sturz oft vernachlässigbar; beim Taser ist der Sturz hingegen fast die einzige Gefahr.
verbesserung der Sicherheit der Polizisten und auch der Potentiellen Opfer bringen könnte.
Man denke an den Fall, wo die tobende, mit Messern bewaffnete Frau durch Schüsse gestoppt wurde.
Das Problem ist allerdings, dass die Taser mit Sicherheit als "Folter-" bzw. "Bestrafungsinstrument" mißbräuchlich verwendet werden, wenn sich jemand nicht adequat verhält.
Die Verwendung des Tasers ist im Waffengebrauchsgesetz geregelt, jeder Tasergebrauch wird (wie jeder Schusswaffengebrauch auch ) der Staatsanwaltschaft vorgelegt. Die Taser sind mit Microchips ausgestattet welche jede Anwendung dokumentiert. Ist also nix mit dem "fröhlichen" Drauflostasern.
Zu den Stürzen beim Tasereinsatz: Ich glaube wenn es sich die Leute im Nachhinein aussuchen könnten ob sie lieber mit einer Schusswaffe beschossen worden wären (samt immer damit verbundener Lebensgefahr) als in Folge eines Tasereinsatz zu Sturz zu kommen und sich dabei vielleicht blaue Flecken zuzuziehen würden sich wohl 100% der Befragten für den Taser aussprechen.
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