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Heinz Fischer mit Gastgeber Sersch Sargsjan in Eriwan: Bekenntnis zur Gewaltfreiheit.
Eriwan/Wien - Bundespräsident Heinz Fischer hat bei seinem Besuch in Armenien - dem ersten eines österreichischen Staatsoberhauptes - auf eine friedliche Lösung des Konflikts um die Region Berg-Karabach gedrungen. Vor der Presse betonten Fischer und Armeniens Präsident Sersch Sargsjan am Dienstag in Eriwan das Bekenntnis zur Gewaltfreiheit und zu einem gemeinsamen Wertesystem.
Fischer meinte, er kenne nun die Standpunkte der aserbaidschanischen, der türkischen und der armenischen Seite zum Karabach-Problem. Man müsse das Thema von allen Seiten betrachten. Eine Lösung gebe es aber nur mit friedlichen Mitteln und durch Verhandlungen. Sargsjan nannte das Selbstbestimmungsrecht der Völker und territoriale Integrität als Grundlagen der Konfliktbeilegung.
Armenien, das militärisch eng mit Russland kooperiert, hält seit dem Waffenstillstand 1994 etwa 20 Prozent des Territoriums von Aserbaidschan als Pufferzone besetzt. Die von der armenischen Enklave Berg-Karabach ausgerufene Unabhängigkeit wird international nicht anerkannt.
Beim Besuch Fischers wurden auch vier Abkommen unterzeichnet, darunter eines über Entwicklungszusammenarbeit. (APA, red/DER STANDARD Printausgabe, 27.6.2012)
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Vertritt er etwa die russischen Truppen in Georgien und in Armenien ? Weswegen er seine Möglichkeiten und Autorität nutzt, damit einige Kreise in Armenien auf diesen Wahnsinn verzichten ? Oder überzeugt er etwa mit US-Dollar und fliegenden Holländern ?
Nicht Aserbaidschan hat Berg-Karabach annektiert, sondern Armenien hat das ganze aserbaidschanische Gebiet zwischen Armeniens Ostgrenze und Berg-Karabach besetzt und de facto annektiert (es wird in den in Armenien erhältlichen Karten bereits als Teil Armeniens ausgewiesen.
Die Täter waren - zumindest zuletzt eindeutig die Armenische Regierungstruppen.
In einem Land wie Armenien ist es leider keine Selbstverständlichkeit für Frieden und Gewaltfreiheit zu plädieren. Die regierungsoffiziellen Hardliner dort sind nämlich der Meinung, dass die Konflikte in und um Armenien nur mit militärischen Mitteln zu lösen sind.
Es gibt in solchen internationalen Konflikten kein Eigentumsrecht. Wem gehört rechtmäßig Südtirol, wem Nordirland?
Es wird im Südkaukasus keine Lösung geben, solange ALLE Beteiligten sich wie kleine Kinder im Sandkasten verhalten: "das is aber meins!", "wenn du nicht machst, was ich will, dann hau ich dir eins auf die Rübe" usw.
Die neuere westeuropäische Geschichte hat gute Beispiele dafür, dass man vermeintliche territoriale Konflikte durch großzügige Autonomie-Regelungen lösen kann. Entscheidend ist nicht, auf wessen Staatsgebiet ich lebe, sondern ob ich dort machen kann, was mich glücklich macht.
Im Übrigen bin ich auch der Meinung, dass die Türkei endlich ihre Vergangenheit aufarbeiten sollte.
Dass die Türkei in diesem Konflikt eine derart anti-armenische Politik betreibt, empfinde ich angesichts der genozidalen türkischen Verbrechen gegen das armenische Volk in der Vergangenheit als zutiefst verstörend. Eine strikte türkische Neutralität wäre hier das Mindeste. Das Verhalten der Türkei lässt Anstand und Verständnis für historische Verantwortung auf eklatanteste Weise vermissen. Verglichen mit der Türkei sind sogar europäische "Problemstaaten" absolute Vorzeigeländer, was die Aufarbeitung der eigenen Geschichte angeht.
Die Türkei macht sich durch ihre Unterstützung für das aserbaidschanische Regime, das aller Wahrscheinlichkeit nach einen Militärgang anstrebt, letztlich mitschuldig.
Die Türkei hat Westarmenien nicht erst durch die abscheuliche Vertreibung der Armenier erhalten, sondern sie hat dieses Gebiet aus dem osmanischen Reich übernommen.
Das teuflisch geniale des osmanischen Reiches bestand darin, dass es den in ihm lebenden Völkern (Armenier, Kurden u.v.a.m.) vorgaukelte, dass sie alle Nationalitäten seien. Jeder dieser Nationalitäten ließ man im Glauben, dass sie auf ihrem vermeintlich angestammten Boden leben. Somit war geradezu vorprogrammiert, dass beim Zerfall des osmanischen Reiches jede Nationalität meinte, sie hätte jetzt wieder territoriale Ansprüche. In Wirklichkeit hatten sich aber die Grenzen aufgeweicht und die Völker vermischt. Das alles verlangt nach einer völlig neuen Lösung.
wie man sich um diese Gegend kümmern kann, ohne ständig den Hass weiter zu schüren.
Die Hoffnung im Südkaukasus kann nur bei den unter 20jährigen liegen. Sie haben keinen Krieg erlebt und haben die Hasspropaganda von allen Seiten satt. Sie gehen zum "Klassenfeind" Türkei in den Urlaub oder schwärmen für türkische Fußballclubs.
Ein anderes Zeichen der Hoffnung sind die noch sehr kleinen Friedensgruppen z.B. http://peacedialogue.am/english/contact.php . Leider werden sie immer noch von Regierungsseite verunglimpft. Wie lange werden sich die Despoten in dieser Gegend noch halten?
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