Wissenschaft für Mädchen: Kritik an klischeehaftem EU-Werbevideo

26. Juni 2012, 15:43
  • Screenshot aus dem kritisierten Video.
    screenshot: red

    Screenshot aus dem kritisierten Video.

Spot zur Kampagne "Science: It's a girl thing" sorgt für Empörung bei Forscherinnen

Vergangenen Donnerstag hat die EU-Kommission die Kampagne "Science: It's a girl thing" gestartet, mit der Mädchen für Wissenschaft begeistert werden und außerdem Vorurteile abgebaut werden sollen. Gerade den Vorwurf, Stereotype zu transportieren, müssen sich nun allerdings die Macher der Kampagne selbst gefallen lassen. Grund ist ein pink-lastiger Werbespot, in dem drei junge Frauen perfekt gestylt in Highheels durch ein Labor staksen, dort wie Models posieren und Lippenstifte im Logo auftauchen, während in Zwischenschnitten rauchende Reagenzgläser und anderes Laborinventar zu sehen sind.

EU nimmt Video vom Netz

Im Internet wurde der Spot von Forscherinnen und Kommentatoren entsetzt bis höhnisch aufgenommen. Von "ekligen Klischees" ist da die Rede und von einer Kampagne, mit der Wissenschafterinnen dazu gebracht werden sollen, kürzere Röcke zu tragen. "Das ist keine Parodie, das ist keine gemeine Kreation von Anti-Europäern", fühlt man sich beim "Forbes Magazine" gar genötigt hervorzuheben. Die EU-Kommission hat das Video mittlerweile aus dem Netz genommen, mittlerweile wurde es jedoch schon weiter verbreitet. Außerdem hat sie die kritischen Forscherinnen dazu eingeladen, auf Twitter Mitglied der Liste #realwomeninscience zu werden.

Hintergrund der Kampagne ist der Mangel an Wissenschaftern, bis 2020 werden in der EU eine Million Forscher zusätzlich benötigt. Derzeit machen Frauen in der EU zwar 45 Prozent aller PhDs bzw. Doktorate aus, stellen aber nur ein Drittel der Forscher. Vor allem im Ingenieurs- und Produktionswesen sind Doktorandinnen noch immer in der Minderheit. In Österreich sind Frauen in technischen und naturwissenschaftlichen Studien ebenfalls unterrepräsentiert: Mit Ausnahme der Biowissenschaften machen Frauen in keinem Feld über 40 Prozent aus, in Informatik, Ingenieurwesen und den technischen Berufen sind es sogar unter 20 Prozent. (APA, 26.6.2012)

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ja, das kommt davon wenn man seine kampagnen von den gleichen affen machen lässt, die ansonsten für klischeebehaftete werbung verantwortlich sind.

Man sollte vielleicht bedenken das dieses Video 16-18 Jährige ansprechen soll und nicht irgendwelche Mitte 30er die sofort auf den Genderzug aufspringen weil die Mädchen im Video Röcke tragen und Sonnenbrillen und!! Lippenstift.
Das Video ist zwar recht Inhaltsleer dennoch ist es gut produziert fast wie ein Musikvideo und das is halt etwas genau für diese Zielgruppe.
Burschen werden so an die Naturwissenschaften herangeführt: http://www.youtube.com/watch?v=VPwFFO1Oj54 is das besser?

Also hörts auf gleich immer zu schreien wenn eine Frau im Rock auf High Heels dargestellt wird. Frauen tragen halt sowas zumindest hin und wieder

Gut. Also bei der nächsten Kampagne darauf achten, dass die Frauen nicht zu hübsch sind.

Ekelhaftes Video. Was hat das mit Wissenschaft zu tun?
Statt mit irgendeinem Modefimmel zu kommen, sollte man lieber interessante Sachen zeigen - ohne Vergenderung!
Experimente sind spannend, also zeigt gefälligst mal sowas!

ich hab mir das Video 3 x angeschaut, was is denn so schlimm daran? Irgendwas peil ich anscheinend nicht :S

Hintergrund der Kampagne ist der Mangel an Wissenschaftern, bis 2020 werden in der EU eine Million Forscher zusätzlich benötigt.

Eine Luege. Die pharmazeutische Industrie steht vor dem Kollaps und entlaesst massenhaft Chemiker, Biochemiker etc. und an den Universitaeten wird an allen Ecken und Enden gespart. Die Studenten (maennlich/weiblich) die zur Zeit ihr Doktorat oder Postdoc machen schauen sich nach ALLEN Moeglichkeiten um ausserhalb der Wissenschaften ihren Lebensunterhalt zu verdienen.

Genauso ist es.

Es ist als Forscher sehr schwer einen Forschungs-Job zu finden. Nix mit Mangel.

Also am Büro-PC hab ich zwar keine Lautsprecher, aber irgendwie sieht das wie ein Musik-Video aus den 80ern aus...

Zum Thema Frauen in die Wissenschaft:
Los Mädels, ihr könnts das sicher mindestens genauso gut wie wir Männer ;)

Das ist kein wissenschaftlicher Betrieb

Leute sehen viel zu hübsch aus.

das sujet passt schon. allerdings hätte man "germany´s next topmodels" mit intelligenten botschaften konterkarieren können, um dann den teil der zielgruppe nicht nur visuell zu erreichen, sondern vor allem intellektuell.

War das nicht kalkül?

Sonst hätte sich doch niemand dafür interessiert.

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Das man "so" auch werben kann ist schon klar, aber mich würde interessieren WER für so einen Dummfug wieviel € in den Allerwertesten geblasen bekommen hat, und welche parteiliche Ausrichtung der entscheidende Auftraggeber vertritt.....

Explosionen passen ganz gut zum Bild von Wissenschaftlerinnen...

und wer genau regt sich auf

genderinnen professorinnen die wohl selber schon durchschaut haben dass ihre "forschungen" nicht viel wert für die gesellschaft haben.

und gerade die die immer auf gleichberechtigung pochen sollten mal überlegen warum wohl es teilweise noch keine gibt wenn nur ein bruchteil der mint absolventen weiblich sind!

Der Bruchteil ist in der Physik etwa 1/3, in der Chemie schließen derzeit mehr Frauen als Männer ab (Quelle: Vorlesung Ethik und Gender Studies an der JKU Linz). Die Informatik wird leider immer noch fast ausschließlich von Männern studiert und ist damit das schwarze Schaf unter den technisch- naturwissenschaftlichen Fächern. Ich sehe allerdings den Grund dafür nicht in der Informatik selbst, sondern daran, dass Mädchen vor dem Studium aufgrund immer noch unterschiedlicher Erziehung einfach nicht genug Kontakt mit der Materie haben, um ihr Interesse zu wecken.

Ich rege mich auf, und ich habe ein MINT-Studium absolviert. Zwei sogar.

Und wo ist das Klischee? Ich wurde betrogen! ;)

mir gefällts!

und ich bin sowohl frau als auch wissenschafterin: mir gefällts, weil hier eigentlich das forscherinnen-stereotyp (klein, verhärmt, überarbeitet, mit unförmigem laborkittel, brille, strähnigen haaren und crocs ...) auf den kopf gestellt wird. mich würde mehr die rezeption der eigentlichen zielgruppe interessieren als die aufschreie der angegrauten altfeministinnen meiner generation, die ja gar nicht angesprochen sind: der feminismus der "girls"-generation sieht gaaaaaanz anders aus. für die fehlen dem spot evt. höchstens ein paar knackige männliche PhD students.

Ja, weil Frauen, die nicht dem herrschenden Schönheitsideal entsprechen sind schließlich wertlos und nicht die Personen, die wir als Forscherinnen haben wollen.

Wenn diese Werbung überhaupt eine Aussage hat, dann doch wohl die, dass man sowohl Frau, als auch Forscherin sein kann. Das heißt nicht, dass eine Frau ausschließlich oder überhaupt so wie im Spot ist, sondern nur, dass sie auf nichts verzichten muss, das ihr als Frau möglicherweise wichtig ist. Wie man darin Frauenfeindlichkeit erkennen kann ist mir rätselhaft.

Als Sinnbild hat man hier oberflächliche Dinge gewählt, einerseits sicher wegen der peppigen Optik, andererseits um Jugendliche anzusprechen. Die Grundaussage des Spots hätte man aber auch durch eine schwangere Forscherin verbildlichen können.

oberflächliche Dinge gewählt ... um Jugendliche anzusprechen

Ja, gerade solche Leute die auf "oberflächliche Dinge" hereinfallen brauchen wir ja in der Forschung ;)

Also ich finde das Schwache an dem Clip ist seine Aussagelosigkeit. Ansonsten gleicht er doch jedem Werbespot, der junge Mädchen ansprechen soll. Dank der bescheidenen Message wird er das aber nicht.

achso, ich dachte, das wäre eine neue humanic-werbung!

Also wenn schon so ne Werbung, dann doch lieber Abby als das 100. TopModel:
http://www.youtube.com/watch?v=Yp9p8R8A1yU

aufmacher für eine neue hp eines mode-magazins? intro eines pseudo-nerdigen pornos? nein, ein werbevideo der eu-kommission... diese schmerzen.

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