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Graz - Nach einem Herzinfarkt ist die anhaltende medikamentöse Hemmung der Blutgerinnung lebenswichtig, um die Neubildung von Blutgerinnseln in den Gefäßen sowie Stent-Thrombosen zu verhindern.
Vor Operationen muss die Therapie jedoch abgesetzt werden weil die Blutungsgefahr zu hoch wäre. Ein Monitoring der individuellen Thrombozytenfunktion könnte die gefährliche Therapiepause um mehrere Tage verkürzen, fanden internationale Forscher unter Beteiligung der Grazer Herz-Anästhesistin Elisabeth Mahla heraus.
Erhöhtes Thromboserisiko vor der OP
Der Aspirin-Wirkstoff Acetylsalicylsäure (ASS) und die neuere Substanzen Clopidogrel, Prasugrel und Ticagrelor sind heute Standardmedikamente, die Herzpatienten zur Verhinderung von Infarkten in Kombination erhalten. Sie hemmen die Bildung von Blutgerinnseln in den Arterien.
Um Blutungskomplikationen bei chirurgischen Eingriffen zu vermeiden wird diese duale Antiplättchentherapie nach internationalen Leitlinien fünf bis sieben Tage vor der Operation abgebrochen - dabei muss wiederum ein erhöhtes Thromboserisiko in Kauf genommen werden.
Etwa fünf Prozent der Patienten mit Stents zur Aufdehnung verengter Herzkranzgefäße (Koronar-Stent) und entsprechender Medikation müssen sich aufgrund von Begleiterkrankungen innerhalb des ersten Jahres einem chirurgischen Eingriff unterziehen, bei Patienten mit akutem Koronarsyndrom seien es sogar bis zu 15 Prozent, schildert die Intensivmedizinerin Elisabeth Mahla von der Grazer Uniklinik für Anästhesiologie.
Schmaler Grat zwischen Herzinfarkt und verstärkter Blutung
Im Umfeld der Operation bewegen sich diese Patienten auf einem schmalen Grat zwischen Herzinfarkt oder verstärkter Blutung. "Wünschenswert wäre, diese sehr belastende Situation auf das absolut notwendige sichere Minimum zu reduzieren", so Mahla. Sie verfolgt den Ansatz, mit Hilfe von Thrombozytenfunktionsanalysen die individuell notwendige Therapiepause möglichst genau zu definieren.
Dazu hat sie mehrere längere Forschungsaufenthalte am Sinai Center for Thrombosis Research im Sinai Hospital in Baltimore absolviert und auch an der jüngsten TARGET-CABG (Time Based Strategy to Reduce Clopidogrel Associated Bleeding Related to Coronary Artery Bypass Graft) mitgewirkt.
Darin wurden rund 180 Patienten mit dualer Antiplättchentherapie vor der Operation auf das Ausmaß ihrer Thrombozytenfunktionshemmung analysiert. Abhängig von diesen Werten wurden die Patienten nach Absetzen des P2Y12-Rezeptor-Blocker Clopidogrel bereits innerhalb eines Tages, nach drei bis fünf oder nach mehr als fünf Tagen operiert.
Sicheres Vorgehen
Das Vorgehen erwies sich als sicher, so Mahla: "Im Schnitt mussten die Patienten nach Absetzen der Therapie nur noch 2,7 Tage auf die Operation warten. Trotzdem lag der postoperative Blutverlust in etwa gleich hoch wie bei der Kontrollgruppe", so die Medizinerin.
Daraus seien freilich noch keine Empfehlungen für ein standardisiertes Vorgehen bei Patienten abzuleiten, sondern noch viel weitere Forschungsarbeit notwendig.
Nach dem Nachweis eines "potenziellen Benefits" der präoperativen Thrombozytenfunktionsdiagnostik laufen nun an der Med-Uni Graz zwei größere Studien an kardio-chirurgischen und nicht-kardiochirurgischen Patienten an. In ihnen sollen die Zusammenhänge zwischen dem Ausmaß der Thrombozytenfunktionshemmung und dem Blutungsrisiko weiter untersucht werden. (APA, 26.6.2012)
Literatur:
Platelet Function Measurement-Based Strategy to Reduce Bleeding and Waiting Time in Clopidogrel-Treated Patients Undergoing Coronary Artery Bypass Graft Surgery, Circ Cardiovasc Interv, 2012;5:261-69. >>>
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der artikel suggeriert dass diese forschung an der uni graz stattfindet, allerdings ist diese arbeit in baltimore entstanden, wohl während eines forschungaufenthaltes der grazer medizinierin. das mag vordergründig nicht bedeutsam sein, hintergründig ist es aber von bedeutung denn in österreich ist qualitativ hochwertige klinische forschung nahezu unmöglich. erstens fehlt es an den geldern/förderungen, an den ressourcen, und nicht zuletzt am politischen und öffentlichen interesse, österreich als forschernation zu etablieren. fatal wie ich meine, denn wissen bedeutet macht, und vor allem wirtschaftlichen vorsprung (aus dem sich diese dann ergibt). im bildungs- und innovationsfeindlichen heimatland wird das ignoriert.
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