Die Bären in der Gladiatorenarena

Hannes Biedermann
26. Juni 2012, 13:40
  • Olimpija Ljubljana und die Vienna Capitals gastieren am 14. bzw. 16.September im Amphitheater der kroatischen Hafenstadt Pula.
    foto: medvescak press

    Olimpija Ljubljana und die Vienna Capitals gastieren am 14. bzw. 16.September im Amphitheater der kroatischen Hafenstadt Pula.

  • Kaum eine antike Arena ist so gut erhalten wie jene in Pula, deren Bau vor 1.944 Jahren fertiggestellt wurde.
    foto: boris licina

    Kaum eine antike Arena ist so gut erhalten wie jene in Pula, deren Bau vor 1.944 Jahren fertiggestellt wurde.

  • Ryan Kinasewich, in den beiden letzten Spielzeiten jeweils Medveščaks Topscorer, verlässt den Klub in Richtung Salzburg.
    foto: gepa/redbull/krauss

    Ryan Kinasewich, in den beiden letzten Spielzeiten jeweils Medveščaks Topscorer, verlässt den Klub in Richtung Salzburg.

  • Der tagesaktuelle Kader:
    Medveščak Zagreb 2012/13

In seiner vierten Saison in der EBEL setzt Medveščak Zagreb einmal mehr neue Maßstäbe und trägt zwei seiner Heimspiele im antiken Amphitheater in Pula aus

Als die Erste Bank Eishockey Liga nach dem wirtschaftlich bedingten Ausstieg des HC Innsbruck im Sommer 2009 durch Medveščak Zagreb ergänzt wurde, herrschte vielerorts große Skepsis ob der Konkurrenzfähigkeit des Teams aus dem Eishockey-Entwicklungsland Kroatien. Drei Jahre später ist davon nichts mehr zu spüren, längst haben sich die Bären als der deutlich stärkste der internationalen Klubs in der Liga etabliert und über 48 Prozent ihrer bisherigen 183 EBEL-Spiele gewonnen.

Möglich gemacht hat dies einerseits die sehr liberale Handhabung in Staatsbürgerschaftsfragen, gleich 21 (meist nordamerikanische) Spieler mit kroatischen Wurzeln wurden eingesetzt, ohne dass sie das Punktekontingent des Klubs mit den für Importspieler üblichen vier Zählern belasteten. Neben dem so komponierten, sehr starken Kader ist die Kreativität und der Ideenreichtum in der Öffentlichkeitsarbeit Medveščaks zweiter großer Trumpf: Die Spieler lachen von unzähligen Plakat- und Videowänden in Kroatiens Hauptstadt, den Verantwortlichen gelang es, die anfängliche Neugierde der sportinteressierten Bevölkerung zu konservieren und in nachhaltige Begeisterung umzumünzen.

Zuschauerboom

Im Grunddurchgang der abgelaufenen Saison konnten die Bären pro Heimspiel im Schnitt 8.835 Fans begrüßen, ein in der Erste Bank Eishockey Liga bisher unerreichter Wert und europaweit der zwölfthöchste Publikumszuspruch. Mitverantwortlich für diesen Boom sind nicht nur die sportlichen Leistungen der Mannschaft, Medveščak hat es auch besser als jeder andere Klub der Liga verstanden, Eishockey als massenwirksames Event zu verkaufen. Gleich sieben Spiele der Saison 2011/12 wurden in Zagrebs großer Multifunktionshalle (Fassungsvermögen: 15.200 Zuschauer) ausgetragen, das "Arena Ice Fever" mit einer Auslastung von 99,3 Prozent zum großen Erfolg. Im Feber absolvierten die Bären im Rahmen des "Šalata Winter Classic" zudem zwei ihrer Heimspiele unter freiem Himmel.

Eishockey im mediterranen Amphitheater

In der kommenden Spielzeit geht Medveščak noch einen Schritt weiter und verlegt die Partien gegen Olimpija Ljubljana und die Vienna Capitals in die Hafenstadt Pula an der Adria. Gespielt wird im antiken Amphitheater, einem der besterhaltenen der Welt, das auf eine fast 2000-jährige Geschichte zurückblicken kann und wie die gesamte Altstadt Pulas von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wurde.
In der ehemaligen Gladiatorenarena werden den beiden Eishockeyspielen am 14. und 16. September jeweils knapp über 7.000 Fans beiwohnen können, ob der Einzigartigkeit des Events darf jedoch mit weltweitem medialen Echo und entsprechend positiven Imageeffekten für den Klub und auch die Liga gerechnet werden.

Größte Herausforderung für die Veranstalter wird die im adriatischen Spätsommer eventuell noch recht hohe Temperatur sein, jeweils am 15. September bewegten sich die Abendtemperaturen in Pula im Laufe der vergangenen fünf Jahre zwischen 17 und 24 Grad. Dementsprechend sollen speziell für die Eiskonservierung tagsüber eigens konzipierte Schutzmatten zum Einsatz kommen.

Acht Spiele in der Arena

Neben der Doppelveranstaltung in Pula wird der kroatische Meister auch in der Saison 2012/13 wieder eine Partie auf der Freiluftanlage Šalata austragen und für insgesamt acht Spiele in die große Arena Zagreb übersiedeln: Im November gastieren Olimpija Ljubljana, der KAC und der EC Salzburg in der 15.200 Fans fassenden Halle, im Jänner steigen die Begegnungen mit dem HC Innsbruck, dem Villacher SV und dem Dornbirner EC sowie zwei Spiele der Zwischenrunde im großen Rahmen.

Für die 27 Heimspiele von Medveščak ergibt sich so eine Gesamtkapazität von über 255.300 Plätzen, kann der Klub seine letztjährige Auslastung von über 97 Prozent halten, würde sein Zuschauerschnitt auf knapp 9.200 ansteigen.

Sportlich noch Fragezeichen

So weit die Kroaten mit der organisatorischen Planung für die kommende Spielzeit auch sind, in der sportlichen Vorbereitung hinken sie noch ein wenig hinterher: Aktuell stehen erst 13 Cracks unter Vertrag, sechs davon sind Neuzugänge. Schmerzlich vermissen werden die Bären ihren Topscorer der vergangenen beiden Jahre, nach 124 Punkten (58 Toren) in 112 Spielen wechselt Ryan Kinasewich zum EC Salzburg. Seine Karriere beendet hat Center Joel Prpic, mit 133 Zählern punktebester Spieler der dreijährigen EBEL-Geschichte Medveščaks. Noch nicht fixiert, aber durchaus wahrscheinlich sind zudem die Abgänge von Sniper Frank Banham und Puckartist Vyacheslav Trukhno.

Insgesamt hat der erfolgreichste der internationalen Klubs in der Liga die Notwendigkeiten und Anforderungen bei der Zusammenstellung des neuen Kaders jedoch erkannt: Das stärkste Torhüterduo der EBEL (Robert Kristan/Michael Ouzas) bleibt ebenso erhalten wie große Teile der im Vorjahr sehr effektiven Abwehr, die ehemals zu schwache Besetzung der Mittelstürmer-Positionen soll mit den europaerfahrenen Imports Leavitt und Miller verbessert werden. Trainer Marty Raymond, zuletzt von italienischen Vereinen heiß umworben, wird Zagreb erhalten bleiben. Seine zentrale Aufgabe: aus Bären Gladiatoren zu machen, die nicht nur im September im Amphitheater zu Pula, sondern endlich auch in den Play-offs durchschlgend erfolgreich sind. (Hannes Biedermann, derStandard.at, 26.6.2012)

 

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wrong info, lieber standard

weder das amphitheater noch die altstadt von pula sind weltkulturerbe.

So nach langer Posting-Abstinenz meinerseits kommt wieder einmal ein geistiger Erguss ;)
Erneut zeigt sich welche Bereicherung Zagreb für unsere Liga ist. Jeder der behauptet die Kroaten hätten in unserer Meisterschaft nichts verloren, muss spätestens jetzt einsehen, dass er vielleicht seine Meinung ändern sollte. Obwohl in Österreich ist das nicht ganz so einfach, man findet einfach für jeden Furz etwas zum sudern.
Werde jedenfalls vor Ort sein, wenn es sich zeitlich ausgeht. Ich mein ein Hockeyspiel in einem historischen Amphitheater der Antike bekommt man nicht jeden Tag zu sehen.
Für weltweites Aufsehen ist jedenfalls garantiert, sowie für eine Imageaufbesserung unserer Liga.
Man kann wieder einmal sagen: Toll gemacht Zagreb!

deswegen ist es auch umso unverständlicher, dass der Safron bei ServusTV glücklich darüber war, dass das letzte EBEL-Finale ein österreichisches war.

Dass unsere Führungsriege es immer noch nicht eingesehen hat, dass dank Zagreb, Fehervar, Laibach, Jesenice und auch dank der Znaimer unsere Liga besser und interessanter geworden ist, naja, was soll man dazu noch sagen....

Aber Pula wird geil werden, werde höchstwahrscheinlich mir auch Karten checken müssen.

Wenigstens wissen dann unsere Nachfahren in 2000 Jahren, was man mit dem Klagenfurter Fussballstadion so alles anfangen könnte.

ich glaub,....

die qualität des klagenfurter stadions ist nicht so sonderlich. das haltet kaum so lang durch!;)

schaut schon sehr cool aus und weltweite aufmerksamkeit/werbung wird ihnen sicher sein

sehr cool!

und behaltet ja den Trukhno, den will ich wieder sehen!

Scheibuuuuu!

Ha, und ich dachte wir hätten ein altes Stadion..

die ebel ist echt eine lässige liga, und zagreb ein super club - alleine wie die die große halle immer vollbekommen! das sind zuschauerzahlen fast wie in der nhl! und diese events in der arena sind echt eine lässige idee, das einzige, was ich mich frage, ist, ob der zeitpunkt ende september glücklich gewählt ist oder man so nur das risiko eines reinfalls wegen des eises erhöht...aber in jedem fall gutes gelingen!

liegt wohl eher daran...

dass der september noch recht trocken ist in pula. im oktober und november kannst da hin und wieder richtig schön giesen! ;)

hoffentlich krieg ich dafür karten.

ein verlängertes woe in pula hätt schon was! ;)

karten gibts noch genug:
http://www.oeticket.com/de/ticket... event.html
hoffe das eis hält, wird sicher eine geile veranstaltung

ausgezeichnet!!

muss da nur noch die chefin bezirzen! ;)

nix gegen die klagenfurter stadthalle. die ist auch schon antik ;)

fahrma obi!??

schauma uns als neutrale die wiener an ? ;)
wir können auch kurz in der antiken celovecer arena auch vorbei schauen? ;)

anfang september laibach, dann pula ^^ urlaub hätt ich zwar noch genug aber ob ich da auch freibekomme? ^^

du hast ja schon bei der NHL premier in prag rummgeplärrt! ;)

da bist ja auch mit ausreden gekommen! ;)

ich bin alt. ^^

das merkt man!

solo und alt ist keine gute mischung.
da hab ich ja als beziehungskrüppel mehr drive als du! ;)

der unterschied ist das du für 1x fortgehen eine ausrede brauchst während ich für 1x zuhause bleiben eine benötige ;)

ouch!

schweres foul! ;)

Geile Idee!

Sehr erstrebenswert, Eishockey in die Tradition antiker Gladiatorenkämpfe zu setzen.

was ist profi sport denn anderes...

als moderner gladiatorenkampf.

schon etwas anderes, gladiatorenkämpfe waren kampf auf leben udn tod von sklaven und gefangenen zur belustigung.. sport ist wohl eher was anderes und das gabs in der antike auch ....

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