Fitness abseits der Skisaison

Den Stubaier Gletscher schätzen Skisportler bis Mitte Juni. Wer glaubt, danach ist nichts los, der irrt. Ein Erlebnisbericht

Auch im Stubaital, dem größten Gletscherskigebiet Österreichs, gibt es ein Leben nach der langen Wintersaison. Diese endete zwar erst vergangenen Samstag, aber selbst am letzten Tag waren noch einige hundert Skifahrer (zum Teil in kurzen Hosen und T-Shirt) zum Skilaufen am Gletscher. Dann wird der Gletscher sommerfest gemacht und an exponierten Stellen mit Vlies abgedeckt, um zu verhindern, dass der Schnee dort schmilzt und damit rechtzeitig zum Saisonbeginn Mitte September der Skibetrieb wieder aufgenommen werden kann.

Im Sommer gehört der Gletscher den Bergsteigern. Und wer sich dazu aufrafft, Ferien in den Bergen zu machen, statt Sand und Meer zu suchen, der merkt bald, dass es ein Fehler war, bloß förderndes Mitglied eines Fitnessstudios zu sein.

Mehr als 850 Kilometer Wanderwege führen in die Bergwelt. Dort angekommen, vergisst man definitiv den Alltag. Ein Beispiel von vielen ist die Route von Neustift im Stubaital (liegt auf 1000 Metern Seehöhe) mit dem Elferlift (Gondel) zur Elferhütte, die man nach einem halbstündigen Anstieg auf 2080 m erreicht. Wer sich an den Tischen vor der Hütte niederlässt, seinen Rucksack auspackt, und den Fehler macht, eine Flasche Wasser auf den Tisch zu stellen, wird vom Wirt unhöflich darauf aufmerksam gemacht, dass es nicht erlaubt sei, mitgebrachte Getränke zu trinken. Das war auch gar nicht die Absicht, weil die Begleiter gerade in der Hütte Getränke kauften.

Auf dem Höhenweg geht's dann etwa eine Stunde lang Richtung Karalm, entlang einer spektakulären Felsformation und mit einem einzigartigen Blick auf den Elferkogel und die Zwölferspitze.

Der Weg ist sehr schmal, aber gut ausgebaut. Dann beginnt der Abstieg auf einem Zickzackkurs zur Pinnisalm. Eine gemütliche Hütte mit günstigen Preisen. Gestärkt geht es rund 1,5 Stunden auf einem Wanderweg - begleitet von einem Wildbach mit glasklarem Gletscherwasser - zurück nach Neustift. Und: Begleitet von Paraglidern, die dank der Thermik der Bergwelt spektakuläre Flüge erleben. Die meisten Hütten gehören dem deutschen Alpenverein, daher heißen sie auch Dresdner oder Nürnberger Hütte.

Nach dieser 4,5-stündigen Tour ist erst einmal Ruhe angesagt. In Neustift ist de facto jedes Haus ein Hotel oder eine Pension, und auch an Ferienwohnungen mangelt es nicht. Wer es gediegen luxuriös haben will, ist im Fünf-Sterne-Relais & Chateaux (eine weltweite Vereinigung von familiär geführten Spitzenhotels und Nobelrestaurants) Spa-Hotel Jagdhof der Familie Pfurtscheller gut aufgehoben. Um auch abseits der Wintersaison Gäste an das Haus zu binden, haben sich Armin und Christina Pfurtscheller einiges einfallen lassen.

In der kommenden Woche (24. Juni bis 1. Juli) findet zum elften Mal das Harley-Davidson-Treffen statt. Bis zu 130 Biker haben sich diesmal im Hotel angemeldet. Vom 16. bis 23 September gibt es das 911er-Porsche-Treffen, mit Ausfahrten auf die Bergstraßen mit dem deutschen Tourenwagenfahrer Klaus Ludwig.

Fit wie Hollywoodstars

Vom 7. bis zum 14. Oktober kommt die Fitnesstrainerin Ramona Braganza, die Hollywood-Stars wie Halle Berry, Bradley Cooper und Jessica Alba trainiert, in den Jagdhof. Zweimal täglich gibt es dann Indoor- und Outdoor-Gruppentraining - inklusive Yogatraining am Stubaier Gletscher auf 2900 Metern Höhe, 60 Minuten Personal Training und Ernährungsberatung.

Ein Highlight des Hotels ist der Spa- und Beauty-Bereich auf 2000 Quadratmetern. Hotelchef Pfurtscheller wollte zwar eine Auswahl an asiatischen Anwendungen bieten, gleichzeitig aber das Ambiente der Umgebung nicht vernachlässigen.

Im Restaurant wird weitgehend mit regionalen Produkten gearbeitet, etwa mit Lamm aus der eigenen Schafzucht oder selbstgebackenem Bauernbrot in vielen Sorten. Den früheren Atomschutzkeller hat Pfurtscheller in einen Weinkeller verwandelt. Der älteste lagernde Tropfen ist ein Lafite Rothschild aus 1917. Aufwarten kann der Hausherr auch mit Produkten aus dem burgundischen Spitzenweingut Romanée-Conti.

Den Jagdhof in Neustift/Stubaital erreicht man mit dem Flugzeug oder der Bahn bis Innsbruck, dann sind es ca. 20 Minuten bis zum Hotel. Die Lage ist ideal: zwei Stunden nach Salzburg, zwei Stunden nach München und eine halbe Stunde nach Italien. (Claudia Ruff, Album, DER STANDARD, 23.6.2012)

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7 Postings
Wäh.

Wer geht freiwillig in einem Schigebiet im Sommer Bergsteigen?

dann dürfens nie in die ötztaler, zillertaler und stubaier alpen, nie in die tauern, nie ins ennstal, nie ins ausserfern, nie in die silvretta, osttirol, dachstein, nie am wilden kaiser und was weiss ich wohin fahren. dann warens auch aber nie richtig bergsteigen in österreich :-9

ich wage zu behaupten dass man in allen genannten gebieten auch abseits der schigebiete einiges erwandern kann

du hast keine ahnung von der topographie des stubaitals, stimmts?

trägt dieser Artikel die Bezeichnung "ANZEIGE"?

klingt ja wirklich total nach Werbetext des Stubaitaler Tourismusverbandes...
Und noch was: Die beschriebene Tour wäre viel vernünftiger und gesünder für die Gelenke, würde man/frau sie andersrum absolvieren. Also rauf zu Fiss, runter mit der Gondel. Aber wer tut sich das schon an?

rauf zu fuss, runter mit dem bockerl! :)

_ich_ würd' mir das antun ;-)

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