Nachrichten in aller Kürze
Alles zur Community
Nachrichten, die zu Ihnen kommen: Newsletter, Feeds und SMS
Alles zu unseren mobilen Angeboten: Apps, Mobilversion und SMS
Unsere Radio- und TV-Angebote
Die Zeitung im Internet: Abo, E-Paper, Anzeigen und mehr
Alles über die Redaktion von derStandard.at
Alles über Onlinewerbung, Stellenanzeigen und Immobilieninserate

Größtes lebendes Landsäugetier: ein Wisent im Urwald von Bialowieza, einem der polnischen Nationalparks.

Aus der Großstadt an den Rand der Wildnis: Katarzyna und Michal Drynkowski mit Sohn Aleksander vor einem Bild von Zar Nikolaus II.
vergrößern 501x376Der alte Zarenbahnhof von Bialowieza, in dem die Drynkowskis ein Restaurant betreiben.

Bialowieza ist ein verwunschenes Dorf weit im Osten Europas. Einst jagten in den umliegenden Wäldern Polens Könige und Russlands Zaren. Später wilderten hier die Nazis und manch ein KP-Chef. Heute gehen im letzten Urwald Europas vor allem Naturliebhaber und Wissenschafter auf Kamera-Pirsch. Denn nirgends sonst in die Chance so groß, den "König der Wälder"- einen Wisent - in freier Wildbahn zu sehen.
Die Dorfbewohner, die vor knapp hundert Jahren erstmals auf Zeitreise gingen und das größte Landsäugetier vor dem Aussterben retteten, entdecken heute eine jahrzehntelang verfemte Epoche neu, die Zarenzeit in Polen. "Es war Liebe auf den ersten Blick. Als ich den Bahnhof sah, lugte er aus einem Meer von Grün hervor. Bäume, Farn, Moos, soweit das Auge reichte, und mittendrin ein atemberaubend schönes Holzhaus", begeistert sich Katarzyna Drynkowska (40). "Das war wie ein Ruf aus einer anderen Zeit."
"Mach was draus!"
Ihr Mann Michal (55) lässt den Blick durch das ganz im russischen Empire-Stil gehaltene Restaurant schweifen: "Mir ging es genauso. Hinter dem Bahnhof lagen noch die Gleise, darauf ein vergessener Wagon. Dann entdeckten wir noch einen Wasserturm, weitere Holzgebäude. In einem der Häuschen wohnte noch der ehemalige Pumpenwärter. Der flüsterte mir ins Ohr: ,Kauf den Bahnhof! Mach etwas draus!'"
Doch obwohl die Drynkowskis - sie Diplom-Betriebswirtin aus Posen, er studierter Landwirt aus Warschau - immer davon geträumt hatten, von Warschau aufs Land zu ziehen, war die konkrete Aussicht auf ein Dorf an der Grenze zu Weißrussland gewöhnungsbedürftig. Aleksander, der zwölfjährige Sohn, war zunächst nicht begeistert. Von Gastronomie und Tourismus hatten weder Michal noch Katarzyna eine Ahnung.
Helena Gwaj legt den Finger auf den Mund. Die zwei Wanderer, denen die lizenzierte Waldführerin den streng geschützten Teil des Bialowieza-Nationalparks zeigt, sollen sich auf die Geräusche konzentrieren. "Dieser Wald ist einzigartig in ganz Europa", schwärmt die 70-Jährige, "die polnischen Könige und russischen Zaren nutzen ihn als Jagdgebiet, schonten und schützten ihn aber auch. Ohne königliche Genehmigung kam niemand in den Wald."
So konnte sich über Jahrhunderte eine vom Menschen weitgehend unberührte Fauna und Flora entwickeln mit bis zu 50 Meter hohen Fichten, Eichen, Weißbuchen, Linden und Ahornriesen. Neben Wisenten leben hier auch Wildpferde, Wölfe, Luchse, Elche, seltene Käfer und Schmetterlinge.
Als die Rentnerin das Holztor zum streng geschützten Teil des Urwalds schließt, deutet sie auf die alten Backsteingebäude in der Ferne. "Die Kommunisten konnten die Erinnerung an die Zarenzeit nicht ganz auslöschen. Gott sei Dank haben sie nicht alles abgerissen. Aber als wir hörten, dass zwei Warschauer den stillgelegten Bahnhof in ein , Zaren-Restaurant' verwandeln wollten, haben wir uns doch an die Stirn getippt." Denn all die Jahre hätten sie sich ein bisschen geschämt, wenn die Rede auf Zar Alexander III. oder dessen Sohn Zar Nikolaus II. kam. " Ganz Polen hatte in der Teilungszeit unter den Zaren gelitten. Nur uns hier in Bialowieza ging es immer gut, wenn sie kamen."
Vor dem holzverkleideten Betonklotz, dem Museum des Nationalparks, zieht sie ein vergilbtes Foto aus der Tasche. "Früher stand hier das Zarenschloss mit über 120 Zimmern. Obwohl Zar Nikolaus nur alle drei Jahre mit der ganzen Familie zur Jagd und Sommerfrische nach Bialowieza kam, arbeiteten die ganze Zeit über Verwalter, Zimmermädchen und Stalljungen im Schloss und den Wirtschaftsgebäuden. Die Nazis haben das Schloss abgefackelt, aber wir hätten es wiederaufbauen können. Ende der 1950er-Jahre rissen die Kommunisten es aber aus ideologischen Gründen ab."
Salonwagen als Gästezimmer
Am späten Nachmittag taucht die Sonne den einstigen Zaren-Bahnhof in ein unwirkliches Licht. Katarzyna Drynkowska beaufsichtigt auf der Gleisanlage die letzten Arbeiten an den vier alten Salonwagen, die jetzt Gästezimmer sind. Im Restaurant dreht Michal an einem "antiken" Radio. Als das Wort Bialowieza fällt, stellt er die Frequenz genauer ein: "Die Wisente haben zu wenig Platz", stellt der Moderator fest und fragt: " Soll der Bialowieza-Urwald vergrößert werden?"
Als die Debatte zwischen Umweltschützern, Gemeindemitgliedern und Holzhändlern zu heiß wird, dreht Michal ab. "Da sind wir vor der Politik aus Warschau geflohen, und nun holt uns die Politik hier wieder ein." Er lacht: "Aber wenn Warschau entscheidet, das Naturschutzgebiet zu vergrößern, die Bahngleise bis nach Bialowieza instand zu setzen und bis nach St. Petersburg zu verlängern, sind wir dabei. Sofort!" (Gabriele Lesser aus Bialowieza, DER STANDARD, 26.06.2012)
Diskussion über gleichgeschlechtliche Partnerschaften in Danzig nach Drohungen abgesagt - Vermummte drangen in Vorlesungssaal in Warschau ein - Premier Tusk warnt vor Eskalation
Polnische Freiheits-Ikone war Chef der Solidarnosc-Bewegung - Ausgangspunkt waren Zweifel an seiner Führerschaft beim Streik 1980
Gemeinsame Buchhaltung und Materialbeschaffung für Aufsichtsbehörden in Bezirken - Dienstleistungen werden an private Firmen vergeben
Gowin sorgte mit Aussage über nach Deutschland verkaufte In-vitro-Embryonen für Irritationen
Der polnische Aktivist Jacek Purski über rechte "Unabhängigkeitsmärsche" und die Sinnhaftigkeit von Blockaden
Trauerzug in der Warschauer Innenstadt oder individuelles Gedenken
Konservative werfen Ermittlern vor, den gescheiterten Attentäter Brunon K. zur Tat angestiftet zu haben
Spendenaufruf des Jüdischen Zentrums für Haus von Szymon Kluger
Polens Ex-Regierungschef soll Atmosphäre des Hasses und der Intoleranz geschürt haben
Oppositionspartei PiS hatte Soziologie-Professor Glinski vorgeschlagen - Ex-Premier Kaczynski sorgte mit Einsatz von Tablet-Computer für Aufsehen
Universitätsmitarbeiter wollte sprengstoffbeladenen Lastwagen vor dem Parlament zur Explosion bringen
Palikot-Bewegung stellte Antrag auf Abwahl von Nowicka
Gewalt in Warschau am Nationalfeiertag - 176 Festnahmen und 38 Verletzte
Gericht hob Freispruch für Death-Metal-Sänger auf - Drohende Höchststrafe zwei Jahre
Verteidigungsminister rechnet mit Kosten über drei Mrd. Euro - Ausschreibung 2014 geplant
Premiere der polnischen Produktion für 10. April 2014 geplant
"Solidarnosc" will vor dem Verfassungsgericht klagen - Demonstrationen am Unabhängigkeitstag, dem 11. November, werden noch nach alten Regelungen veranstaltet
Kosten von rund 32 Milliarden Euro bis 2022 - Einkauf von Cruise-Missiles geplant
Postsendungen mit scharfer Munition und Drohbungen - Polizei leitete Ermittlungen ein
89-jähriger leidet seit längerem an Krebs
Linksliberale Palikots will Zusammenhang von Sittlichkeit und Religiosität diskutieren
Tusk will Kostenerstattung notfalls per Verordnung einführen
Laut einer Umfrage zum Jahrestag des Danziger Abkommens von 1980 identifizieren sich die jungen Polen nicht mehr mit der Widerstandsbewegung
Fotomontage von Präsident Komorowski - 26-Jähriger soll für 15 Monate ins Gefängnis
Für Premier Donald Tusk wird der Koalitionspartner, die Bauernpartei, zum Problemfall
war die deutsche Armee im Ersten Weltkrieg, die den Wald zerstörte und die Wisente ausrottete.
Und welcher historische wird am Anfang des Textes als einziger behandelt? Der übliche.
Ist das denn nicht ein bisserl fad?
und wie wollen sie genau wissen obs die Deutschen oder die zurückziehenden Russen waren. Wie hätten sie auch einen Bayrischen Gebirgsbauern erklären solen , dass das Wisent nicht im Kochtopf landen soll.
Außerdem haben gerade die Deutschen auch viel getan das Wisent zu erhalten.
Nicht nur die Deutschen, sondern auch russische/sowjetische Soldaten und lokale Wilderer dezimierten den Wiesentbestand im 1. Weltkrieg. Die Deutschen erließen sogar ein Dekret, das die Jagd im Reservat unter Strafe stellte - der Erfolg blieb allerdings aus.
wiki: "Wisentkühe erreichen eine Widerristhöhe von maximal 1,67 Meter und eine Kopf-Rumpflänge von 2,70 Meter."
"Der Elch hat eine Kopf-Rumpf-Länge bis 3 Meter, eine maximale Schulterhöhe von 2,30 Meter; er wiegt bis 800 Kilogramm."
weder das größte landsäugetier der welt, noch das größte in europa...
'
Richtig:
"Der Wisent ist seit der Ausrottung des Auerochsen Europas schwerstes und größtes Landsäugetier"
"Der schwerste in polnischer Gehegezucht gehaltene Bulle erreichte ein Körpergewicht von 920 Kilogramm. Die freilebend im Bialowiezaer Reservat gehaltenen Wisente sind dagegen deutlich leichter. Die Kopf-Rumpflänge beträgt bei Bullen, die älter als sechs Jahre sind, bis zu drei Meter. Ihre Widerristhöhe kann bis zu 1,88 Meter betragen."
(Übrigens, auch amerikanische Bisons werden grösser, Länge bis zu 3,80 m.)
Wikipedia (http://de.wikipedia.org/wiki/Wisent)
Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.