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Weil er auf seiner Website Kopien von Filmen und Serien verlinkte und damit Geld verdient haben soll, haben die USA die Auslieferung des 23-jährigen Briten Richard O'Dwyer verlangt. Die britischen Behörden stimmten dem Ansuchen zu. Ihm drohen bis zu zehn Jahre Haft.
Empörender Fall
Der Fall des Informatikstudenten an der Sheffield Hallam University hätte vermutlich kaum internationales Aufsehen erregt, wenn nicht Wikipedia-Gründer Jimmy Wales jetzt seine prominente Stimme erhoben hätte. Er bezeichnet den Fall als empörend und hat auf change.org eine Petition gestartet, um die britische Innenministerin umzustimmen.
"Richard O'Dwyer ist das menschliche Gesicht des Kampfes zwischen der Content-Industrie und den Interessen der Allgemeinheit. Anfang des Jahres hat die Öffentlichkeit im Kampf gegen die Anti-Copyright-Gesetze Sopa und Pipa einen ersten großen Sieg gewonnen. Dieser hier könnte unser zweiter sein", schreibt Wales in der Petition. Der Mitbegründer der Online-Ezyklopädie prangert zudem an, dass ein Brite für eine mutmaßliche, nicht auf US-Territorium erfolgte Tat ausgeliefert werden soll. Urheberrechte seien zwar wichtig, deren Einhaltung dürfe aber nicht auf Kosten der Bürgerrechte gehen.
TVShack.net
O'Dwyer hatte 2007 die Seite TVShack.net gestartet, auf der Links zu Filmen, Musik und Serien veröffentlicht werden konnten. Im Juni 2010 wurde die Seite von der US-Zollbehörde beschlagnahmt. Der Student registrierte eine neue Adresse und wurde schließlich im November von der Londoner Polizei im Beisein von zwei US-Zollbeamten verhaftet. Die Ermittlungen in Großbritannien wurden zwar später eingestellt. Verlinken ist dort kein strafbarer Akt.
Doch die USA ließen nicht locker und stellten ein Auslieferungsgesuch wegen Verstößen gegen das Copyright, dem im März stattgegeben wurde. Gemeinsam mit seiner Mutter Julia, die einen Blog eingerichtet hat, kämpft der junge Mann seither dagegen an. Medial unterstützt werden sie dabei von der Tageszeitung The Guardian.
Wie große Internetkonzerne verhalten
Das Blatt betonte in einem Kommentar, O'Dwery habe sich wie große Internetkonzerne ans Gesetz gehalten. Hätten Copyright-Inhaber auf Links mit illegalen Inhalten aufmerksam gemacht, habe dieser den Link entfernt. Schon wenige Stunden nach der Veröffentlichung haben mehr als als 15.000 Menschen die Petition von Wales unterzeichnet.
Beobachter sehen in dem Fall des britischen Studenten ein Erstarken der Content-Lobby von Musik- und Filmindustrie in den USA, die ihre Interessen mit allen Mittel durchzusetzen versuche. (red, DER STANDARD, 26.6.2012)
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Das britische Gericht hat hingegen entschieden, dass die Tat sehr wohl strafbar, und, da der Schaden in den USA angerichtet worden sei, eine Auslieferung dorthin zulässig wäre.
Was den Fall des Studenten nämlich von anderen unterscheide, die freigesprochen wurden, sei, dass er wesentlichen Einfluss auf die Verlinkungen genommen habe.
Dass er gutes Geld verdient hat, ist dabei nur ein Nebenaspekt.
Dass er aber die Seite einen Tag, nachdem sie vom US-Zoll hopsgenommen wurde, wieder online gestellt hat, spricht nicht gerade für ihn.
Jedenfalls ist die Sache in GB natürlich auch ein Politikum, weil das gegenseitige Auslieferungsabkommen mit den USA selbst umstritten ist.
Wenn in Saudi-Arabien die Staatsanwaltschaft die betreiber von youporn anklagen, da in Saui-Arabien Pornographie verboten ist, würde irgendein Land diese ausliefern? Wohl kaum... ist aber unterm Strich das gleiche.
"Das Blatt betonte in einem Kommentar, O'Dwery habe sich wie große Internetkonzerne ans Gesetz gehalten."
Stimmt nicht, es waren die Verteidiger, die das gesagt haben. Ansonsten müsste man dem Blatt auch die Standpunkte der US-Behörden, die auch zitert werden, in den Mund legen.
Zudem hat das bislang zuständige britische Gericht festgestellt, dass die Webseite unter britschem Recht durchaus strafbar gewesen sein kann, da O'Dwyer starken Einfluss darauf gehabt habe, wer auf der Seite was verlinken könne.
Zudem gibt es ein eigenes US-britisches Auslieferungsabkommen, der Ärger geht vor allem darum, dass die Strafe in den USA bedeutend höher als im UK wäre.
Es braucht dringend mehr glaubwuerdige Fuehrsprecher die von der Politik nicht so einfach ignoriert werden koennen, und der Propaganda diverser Lobbys entgegen wirkt.
Und wenn selbige auch noch in der Laage sind etwas auf die Beine zu stellen was Hand und Fuss hat, dann um so besser!!!
http://www.youtube.com/watch?v=1vofoulQUdU
(von http://tvshack.net/ wird man weitergeleitet auf das Video!)
Hier ist eine Antwort:
http://www.youtube.com/watch?v=zBCaci9z3W0
Ich hab kein Interesse daran, die Content-Industrie zu verteidigen, aber so ein vereinfachtes Geschwurbel würde ich mich nicht posten trauen.
Ich bin gespannt auf Ihr nächstes Video, in dem Sie Ladendiebstahl gutheißen und das mit der Bilanz von Rewe rechtfertigen. Oder, um bei virtuelleren Gütern zu bleiben, Ihr Video, in dem Sie Geldfälscher heroisieren, weil ja niemand etwas weggenommen wird.
Oder Konzertkartenfälscher, weil die Rolling Stones eh schon reich genug sind und deswg. ja nicht weniger Tickets verkauft werden.
Und Piraterie kostet Jobs. Fragen sie die Mitarbeiter von Tower Records. Zum Beispiel.
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