Posting-Mythen

Über Zurückhalte-Taktiken, das Zensurkammerl und die "hl. Zensuria"

Liebe Redaktion,
die "hl. Zensuria" war eine kurzlebige Fata Morgana: Eines hitzeschwangeren Tages erschien sie in den Redaktionsräumlichkeiten. Einige KollegInnen brachten sogleich Opfergaben dar und flehten sie an: "Lösche für uns!" Vergebens. Die Heilige tat nichts dergleichen, schaute noch bei Facebook vorbei und verschwand.

Liebe Community,

Mythen rund um die Forenmoderation sind weit verbreitet, sogar unter den RedakteurInnen (siehe oben). Nicht immer lösen sich diese Traumbilder so rasch in Luft auf. Das muss auch gar nicht sein. Für diejenigen, die einen Blick in das "Zensurkammerl" werfen wollen, nehmen wir hier einige der in unseren Foren verbreiteten Mythen unter die Lupe.

Mythos 1: Das Zensurkammerl

Ein hartnäckiges Gerücht, das Zensurkammerl. Trotzdem nicht zutreffend: Es gibt keinen speziellen Ort für die Forenmoderation und es gibt kein spezielles "ZensorInnen"-Team. Die Dialogangebote von derStandard.at sind wesentlicher Bestandteil der Online-Dienste und deshalb beteiligen sich alle RedakteurInnen an der Forenmoderation. Das Prüfen der Postings auf Einhaltung der Forenregeln und die Interaktion mit Ihnen, der Community, ist bei derStandard.at Teil des redaktionellen Alltags.

Mythos 2: Auf mich haben sie es abgesehen

UserIn bagdadbatterie äußert einen Verdacht, nein eine felsenfeste Überzeugung, dass gerade seine/ihre Postings einer Sonderbehandlung unterzogen werden:

"die standardzensoren wollen manchmal nicht so weit gehen, ein aus sicht der redaktion unangenehmes aber keineswegs politisch inkorrektes posting tatsächlich zu zensurieren. aber es wird einfach lange nicht veröffentlicht. erst nach ein paar stunden findet man das posting dann an zeitlich eigentlich korrekter stelle auf seite 9 ff., wo es also gewiss niemand mehr liest... bei den ersten paar mal hab ich mir gedacht das wäre zufall, mittlerweile bin ich aber eigentlich felsenfest davon überzeugt, dass das kein zufall ist (bin gespannt, wann und wo ich dieses posting finde :-)"

Auch da müssen wir enttäuschen und gleichzeitig ein bisschen Hoffnung geben: Täglich posten einige Tausend UserInnen in den Foren auf derStandard.at. Da bleibt bei der Forenmoderation beim besten Willen keine Zeit, die Postings einzelner UserInnen so lange zurückzuhalten, bis sie auf Seite 9 des Forums landen. Trotzdem kommt es aber bei der Freischaltung zu Wartezeiten: Da die dezentrale Moderation je nach Postingaufkommen und redaktioneller Arbeitsbelastung unterschiedlich lange dauert, werden manche Postings schneller freigeschaltet als andere. Wir bedauern das und bemühen uns, hier die organisatorischen Abläufe zu verbessern.

Zur Hoffnung: Wenn Sie bei der Formulierung Ihrer Postings die Community Richtlinien berücksichtigen, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass der Foromat diese innerhalb von Sekunden freischaltet und die RedakteurInnen gar nicht die Gelegenheit haben, die Zurückhalte-Taktik anzuwenden.

Mythos 3: ???

Haben Sie weitere Legenden über die Forenmoderation bei derStandard.at gehört? Wir sind gespannt auf die Postings im Forum zu diesem Beitrag.

Und abschließend noch eine gute Nachricht: Ich habe nachgeforscht, die ZensorInnen fressen keine kleinen Kinder zum Frühstück. (cmb, derStandard.at, 26.6.2012)

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