Heuschreckenplagen und politische Konflikte in der Sahelzone

Hungerkatastrophe nähert sich ihrem Höhepunkt - Rund 18,7 Millionen Menschen gefährdet

Wien - Die Hungerkatastrophe in der Sahelzone nimmt immer bedrohlichere Ausmaße an und nähert sich ihrem Höhepunkt. Laut World Vision, die sich auf die von der UNO-Organisation zur Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA) erhobenen Daten beruft, haben mittlerweile 18,7 Millionen Menschen nicht genug zu essen. Hinzu kommen eine Heuschreckenplage im Niger sowie prekäre politische Situationen wie etwa in Mali, aus dem bereits mehr als 370.000 Menschen in benachbarte Länder geflüchtet sind.

Saatgut, Wasser, Windeln, Moskitonetze - der Mangel an mitunter lebensnotwendigen Dingen ist enorm und vielfältig. Allein die geografischen Ausmaße der Sahelzone erschweren den NGOs die Verteilung der Hilfsgüter. Das Gebiet erstreckt sich vom Senegal an der afrikanischen Westküste über Mauretanien, Niger, Burkina Faso, dem Tschad, Mali, Sudan, Teile Nigerias, Eritreas und Äthiopiens bis an die Ostküste, auf einer Länge von mehr als 6.000 Kilometern, also etwas mehr als die Strecke Wien-Mumbay.

Heuschreckenschwärme

Einzelne Regionen sind nach Angaben von World Vision besonders betroffen. In Teilen des Niger wüten derzeit riesige Heuschreckenschwärme, die bereits 500.000 Hektar Anbaufläche sowie eine Million Hektar Weideland bedrohen. In das 1,267 Millionen Quadratkilometer große Land (15 mal Österreich) strömen zusätzlich viele der bereits 372.000 Flüchtlinge aus dem politisch instabilen Nachbarstaat Mali. Die Grenzen sind laut UNHCR vermint, es gab bereits einige Verletzte.

In Mauretanien ist die Ernährungssituation für 700.000 Menschen unsicher, selbst in einigen Regionen des Senegal leiden die Hälfte aller Bewohner Hunger. Mehr als die Hälfte des Tschad ist ebenfalls schwer von der Dürre gezeichnet. Die Hilfsorganisationen schlagen bereits seit längerem Alarm, dass vor allem für Kinder unter zwei Jahren Unterernährung zu einem lebensbedrohlichen Szenario geworden ist. (APA, 25.6.2012)

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