Schlechter Ausgebildete sind häufiger krank

25. Juni 2012, 11:26

Je geringer der Bildungsgrad, desto höher das Gesundheitsrisiko - Frauen neigen zu Bluthochdruck und Diabetes, Männer zu Schlaganfall

Wien - Geringe Bildung ist ein bekanntes Gesundheitsrisiko. Im Zentrum für Public Health (Institut für Sozialmedizin) und an der Universitätsklinik für Innere Medizin III (Department für Gender Medicine) der MedUni Wien wurde nun der Zusammenhang zwischen Bildung, Geschlecht, Lebensstil und Gesundheitsrisiko untersucht. Das Ergebnis: Frauen mit geringer Bildung haben ein weitaus höheres Risiko, an Diabetes oder Bluthochdruck zu erkranken als Männer, die dagegen ein wesentlich höheres Schlaganfall-Risiko haben.

Die Daten der Untersuchung stammen von 13.600 interviewten Personen im Rahmen der Österreichischen Gesundheitsbefragung (Statistik Austria). Das Auftreten von chronischen Erkrankungen und der Lebensstil wurden in Beziehung zum Bildungsgrad gesetzt. Ein Pflichtschulabschluss wurde als niedrigste Kategorie definiert, ein Universitätsabschluss als höchste.

Frauen haben höheres Diabetesrisiko

"Je geringer der Bildungsgrad, desto höher ist generell das Gesundheitsrisiko", so Anita Rieder vom Institut für Sozialmedizin, Zentrum für Public Health in einer Aussendung. Bei Frauen war das Risiko noch einmal erhöht: "Frauen mit Pflichtschulabschluss haben mit einer viermal höheren Wahrscheinlichkeit Diabetes und mit einer zweieinhalb Mal höheren Wahrscheinlichkeit Bluthochdruck angegeben als Frauen mit einem Universitätsabschluss, bei Männern waren diese Unterschiede nicht in dieser Form zu beobachten", ergänzt Alexandra Kautzky-Willer, Gender Medicine-Expertin der MedUni Wien.

Dafür ist das Schlaganfall-Risiko bei Männern mit geringer Bildung deutlich höher. Interessanterweise hat es in Bezug auf die Wahrscheinlichkeit eines Herzinfarktes weder bei Männern noch bei Frauen diese Bildungsunterschiede gegeben.

Genderspezifische Unterschiede

Die interessantesten Resultate, unabhängig vom Bildungsgrad: Männer machen generell mehr Bewegung, ernähren sich aber ungesünder als Frauen, die vor allem weniger rotes Fleisch essen. Kautzky-Willer: "Dafür rauchen Frauen immer häufiger - und das bereits in jungen Jahren." Zudem zeigten Frauen häufiger Depressionen und Angststörungen, wohingegen Männer mehr zu Herzinfarkten und Übergewicht neigen.

Diese Phänomene verstärkten sich bei beiden Geschlechtern mit abnehmendem Bildungsgrad, sodass durch eine Verbesserung des Bildungssystems auch eine weitere Verringerung des kardiovaskulären Risikos bei Mann und Frau zu erwarten ist, so die Medizinerinnen. Erfreulich aus österreichischer Sicht: Übergewicht und Adipositas nehmen in Österreich nicht so dramatisch zu wie in anderen europäischen Ländern. (red, derStandard.at, 25.6.2012)

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22 Postings
Höhere Bildung = höheres Einkommen

höheres Einkommen = höherwertige Ernährung

Wer bei Lidl, Hofer, Penny etc. einkauft, kauft zumeist auch dort die billigeren Lebensmittel, die tendenziell auch ungesünder (weil fetter, gesalzener usw.) sind.

Wurden in diese Studie auch die Arbeitsplatzsituationen miteinbezogen?

Wenn nicht, kann man sie maximal als Pamphlet werten.

Randverteilungen

Hey,

wenn Sie ein etwas höheres Verständnis haben wollen, wie die gewählten Attribute und die von ihnen genannten Attribute allgemein korrelieren, schauen Sie sich mal den Begriff der Randverteilung an.

Da sieht man recht schnell wie derartiges zusammen hängen kann, bzw. ob man feststellen kann, ob es hier Abhängigkeiten gibt.

obergscheit

Der Zusammenhang von Bildung und chronischen Krankheiten ist nun mal da. Wie er zu interpretieren ist, ist im zweiten Schritt eine andere Sache. Kann schon sein, dass besser Gebildete auch bessere Arbeitsplätze kriegen. Dann kann man drüber streiten, ob nur eine der beiden Variablen oder beide als "ursächlich" zu interpretieren sind. Aber die Zahlen per se sind sicherlich kein "Pamphlet" (das wäre ja eine unsachliche Kampfschrift).

"sodass durch eine Verbesserung des Bildungssystems auch eine weitere Verringerung des kardiovaskulären Risikos bei Mann und Frau zu erwarten ist"
Wie wird diese Vermutung begründet? Ich würde eher behaupten, dass es mit der Intelligenz und nicht mit der Bildung zusammenhängt.

Es ist ja kein Geheimnis mehr - gesunde Ernährung und Bildung stehen in Zusammenhang.

Dass ein Hochleistungssportler, der sich von Tiefkühlpizza zu ernähren bedingt, seine Leistungen nicht mehr bringen kann, leuchtet uns ein...
Dass ein Kind, das von Obst auf Kindermilchschnitten umstellt, auch in der Schule nicht mehr dieselben Leistungen erbringen wird, das leuchtet hingegen noch nicht allen ein.

Demzufolge ist hier der Umkehrschluss gültig: Problematische Ernährung erzeugt mangelnde Bildung.

... wie immer man zu Ihrer Auffassung über die Bedeutung von Ernährung für alles und jedes im Gesundheitsbereich stehen mag:

"Demzufolge ist hier der Umkehrschluss gültig: problematische Ernährung erzeugt mangelnde Bildung."

Das ist ein Satz von solch monströser Missions-Beseeltheit, da kommt keinerlei Empirie mehr dagegen an.
Guten Appetit!

"monströser Missions-Beseeltheit"?? *ggg*

Ich Monster, ich...
Erklären Sie mir meine missionarischen Absichten, bitte. Und wo die in meinem Text drin stecken.

Danke. ;-)

Ihre Ausrede am Ende lasse ich nicht gelten.
Sind Sie der Meinung, dass ungesunde Ernährung sich NICHT auf schulische Leistungen auswirkt? Und wenn ja: Aufgrund welcher Argumente? Aufgrund welcher Beobachtungen?

logische Struktur Ihres Beitrags:
[Ernährung -> sportl.Leistung] = bekannt
[Ernährung -> schul.Leistung] = unbekannt
ergo:
[Bildung = f(Ernährung)]
**********************************
Schaun Sie doch noch mal nach, wie ein Syllogismus funktioniert. ....
Mission:
[Bildung = f(Begabung,Unterricht,soziale Selektionsmechanismen,Motivation,Ernährung,weiteres,Zufallsfaktoren]
wird unzulässig auf Ihr Leib- und Magenthema verkürzt. Übrigens: Braucht eine Sportlerin dieselbe Ernährung wie eine Schülerin?

[Bildung = f(Ernährung)] ... Ach? Ich habe geschrieben, dass Bildung **ausschließlich** von der Ernährung abhängt? Sind Sie sich da sicher?

Es war eine statistisch Aussage und auf Einzelfälle NICHT umzulegen. Mangelhafte Ernährung (bei x% der Menschen) erzeugt mangelhafte Bildung (bei y% der Menschen).

Trotz all Ihres Wissens über Logik fehlen Ihnen scheinbar diverse essenzielle Bausteine, um die menschliche Sprache korrekt in Ihr Logikverständnis übertragen zu können.

Zu Ihrer Frage: Ein Sportler "braucht" noch nicht mal dieselbe Ernährung wie ein anderer Sportler. Was wollen Sie mit dieser ins leere laufenden Frage, die nichts zum Thema beiträgt, bezwecken?

Mit "Missionierung" hat Ihr Einwand absolut nichts zu tun, weil ich an keiner Stelle eine Absicht oder einen Appell transportiert habe.

Übrigens: Ich bin hauptberuflich Motivationstrainer. :-)

So ein Artikel ist eine Frechheit !!!

Warum sehen Sie das so?

Wahrscheinlich hat er ihm zu wenige Rufzeichen.

weniger ausgebildete sind häufiger krank...

...als mehr unausgebildete, oder wie?

"schlechter" oder "weniger gut" wäre wohl besser gewesen...

doch wohl eher niedriger, wenn man die hirarchie betrachtet und die ist wohl gemeint

niedriger ausgebildete

klingt aber auch nicht überzeugend

Stimmt genau !!

Ist das jetzt überraschend? Die Studie ist doch schon 6 Jahe alt. http://www.statistik.at/web_de/dy... hen/031800

Man vergleiche

Zum Thema des Zusammenhangs zwischen sozialen Schichten und Krankheiten vergleiche man die Wohlstands-Sterbekarte z.B. der Schweiz: Menschen von unteren, sozialen Schichten sterben eher an Unfällen, Krebs und Herzinfarkten, aber in der Oberschicht wird dann mehr Selbstmord gemacht, weil eine mentale Orientierungslosigkeit besteht. Es fehlt also auch an Bildung in der Oberschicht!

http://bazonline.ch/wissen/me... y/28220163

Nope. Intelligente Menschen sind zwar eher (nicht immer) gebildeter, verzweifeln halt aber schneller an der Welt - mehr Dinge, derer man sich gleichzeitig bewusst ist.

Im übrigen..., wenn ich in der Schweiz bzw. unter Schweizern leben müsste, hätte ich wohl auch ein erhöhtes Suizidrisiko.

Selbstmorde werden in allen Schichten begangen!
Aber es ist wohl so, dass weniger Gebildete auch weniger zugänglich für ausführliches Konsumieren von Informationen über Gesundheit sind, die lesen weniger, denken weniger nach... Nicht ALLE, aber im Durchschnitt eben. Und sind auch "sorgloser", denken oft nicht weiter als ihre Nase lang ist. Es wird ja auch viel mehr geraucht und getrunken in unteren Bildungsschichten.

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