Österreicher schickten 2011 deutlich mehr SMS

25. Juni 2012, 11:09

Der Mobilfunkmarkt schreibt seine Trends fort. Mehr Kunden, mehr SMS, mehr Daten - aber kaum zusätzliche Telefonie.

Der österreichische Mobilfunkmarkt hat 2011 die bisherigen Trends fortgeschrieben. Die Zahl der SIM-Karten hat sich weiter erhöht, so dass zum Jahresende auf 8,44 Millionen Einwohner 13 Millionen mobile Anschlüsse kamen. Das entspricht einer "Penetrationsrate" von 154 Prozent. Dies geht aus dem "Telekom Monitor" der Regulierungsbehörde RTR hervor.

Schlechte Nachricht für die Netzbetreiber: Der Umsatz geht weiterhin langsam zurück. Der gesamte Jahresumsatz lag 2011 bei 2,48 Milliarden Euro, 1,4 Prozent weniger als 2010. Dabei steigen die Datenmengen rasant an, auch Kurznachrichten werden immer häufiger verschickt. Die Menge der telefonierten Minuten ist aber nur geringfügig von 22 Milliarden auf 22,2 Milliarden gestiegen.

Österreicher lieben SMS

Während internetbasierte Kurznachrichtendienste in manchen Ländern schon am SMS-Kuchen knabbern, werden hierzulande mehr SMS verschickt als je zuvor. Im vierten Quartal 2011 waren es erstmals mehr als zwei Milliarden. Für das Gesamtjahr weist die Statistik 7,3 Milliarden SMS aus. 2010 waren es 6,4 Milliarden, 2009 5,7 Milliarden gewesen.

2011 gab es also einen Zuwachs von mehr als 13 Prozent. Die RTR führt das auf die zunehmende Verbreitung von Tarifen zurück, die ein gewisses Kontingent an SMS beinhalten. Aber auch "simsende" Automaten sind immer häufiger anzutreffen, von ferngesteuerten Heizungen über Verkaufsautomaten bis hin zu Geräten die nach einem Servicetechniker rufen, wie zum Beispiel Drehtüren oder Kopierer.

Ein Lebenszeichen gibt es von der Multimedia Message (MMS). Dieser Dienst wurde 2011 sogar um 23,1 Prozent häufiger genutzt als 2010. Jedoch ist das Ausgangsniveau ein ganz anderes: Während SMS in Milliarden gezählt werden, handelt es sich bei MMS um Millionen. 41,6 Millionen, um genau zu sein.

Rot-weiß-roter Datenhunger

Den größten Zuwachs gibt es aber bei Datendiensten, deren Wachstum sich sogar weiter beschleunigt hat. Gab es von 2009 auf 2010 ein Mehr von knapp 60 Prozent, stieg dieses 2011 auf zwei Drittel an. Somit wurden im zurückliegenden Jahr rund 43 Petabyte mobil übertragen.
Der durchschnittliche Mobilfunk-Kunde zahlte Ende 2011 weniger als 16 Euro im Monat. Dafür telefonierte er 147 Minuten aktiv, schickte 52 SMS und übertrug 354 Megabyte. Eine MMS schickte statistisch nur jeder Dritte Kunde.

Die Marktanteile

Die Marktanteile der Netzbetreiber haben sich 2011 nur im Promillebereich verändert. 3 und T-Mobile (samt tele.ring) konnten auf Kosten von A1 und Orange leicht zulegen.

Die RTR-Statistik weist zum Jahresende folgende Zahlen aus: A1 (samt Bob) 5.271 Millionen Kunden oder 40,7 Prozent Marktanteil, T-Mobile (samt tele.ring) 4,060 Millionen Kunden oder 31,3 Prozent, Orange (samt Yesss) 2,289 Millionen Kunden oder 17,7 Prozent und 3 mit 1,341 Millionen Kunden oder 10,3 Prozent. Damit hat 3 erstmals einen zweistelligen Prozentanteil erreicht. (Daniel AJ Sokolov, derStandard.at, 25.06.2012)


Kundenzahlen für das 1. Quartal 2012

A1 : 5.286.000 / 40,32 %

T-Mobile : 4.069.000 / 31,04 %

Orange : 2.334.000 / 17,80 %

Drei : 1.421.000 / 10,84 %

mfg

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