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Verena Hahn und Gerhard Obermüller gründeten 2009 Rubicom, Agentur für Unternehmensgeschichte.
"Wir machen in unserer Arbeit nie etwas zweimal, jedes neue Projekt ist anders, weil keine Unternehmensgeschichte einer anderen gleicht", erzählt Verena Hahn. Die beiden Firmengründer kommen beruflich aus unterschiedlichen Bereichen: Hahn hat das Studium der Rechtswissenschaften absolviert, ist ausgebildete Sopranistin, Coach und Wirtschaftsjournalistin; Gerhard Obermüller hat eine Buchhändlerlehre abgeschlossen und ist Historiker mit langjähriger Marketingerfahrung und Praxis im Verlagswesen. Im Jahre 2009 wagten die beiden Oberösterreicher den Schritt in die gemeinsame Selbstständigkeit.
Die Aufbereitung einer Firmengeschichte in Buchform dauert in etwa ein Jahr, wobei das Sichten und Bewerten des Materials, geführte Interviews sowie die Außenperspektive von zentraler Bedeutung sind. Die Gespräche mit den Mitarbeitern ergeben darüber hinaus oft überraschende Sichtweisen, die Zusammenhänge in der Historie erkennen lassen, sagt Hahn. Ihr Firmenpartner dazu: "Wir wollen Unternehmensgeschichte und -kultur sichtbar machen. Es geht viel um Vertrauen und Identifikation, die Mitarbeiter wollen sich aktiv einbringen." Der Nutzen geht in den Unternehmen stark nach innen. Als Außenwirkung ist eine sichtbar gemachte langjährige Unternehmensgeschichte der Beweise dafür, dass in der Vergangenheit viele richtige Entscheidungen getroffen wurden.
Geschichte stellt eine wichtige Ressource der Unternehmenskommunikation dar, und die professionelle Form der Vorstellung des eigenen Unternehmens wird - wie das wachsende Rubicom-Portfolio zeigt - vermehrt in Anspruch genommen.
Die Aufgaben der Agentur sind dabei vielfältig. Rubicom fungiert auch als zentrale Schnittstelle bei der Buchherstellung. Das gesammelte Material verbleibt nach Fertigstellung des Projektes als geordnetes Archiv beim Auftraggeber. Für jeden Kunden gibt es maßgeschneiderte Lösungen, die von der Publikation, Film, Ausstellung bis hin zum Webauftritt und Jubiläums-PR reichen. Die Kosten gestalten sich abhängig von der zu bearbeitenden Zeitspanne, Unternehmensgröße sowie Archivaufwand individuell. Bei Bedarf erhalten die beiden textliche Unterstützung von zwei Journalistinnen.
Besonders stolz sind beide auf die schnelle Umsetzung des Gründungsgedankens und die gefundene Nische. "Die Grundhaltung ist wichtig - man muss für die Sache brennen", fügt Obermüller an. Die familiäre Unterstützung ist für die Ausübung dieser zeitintensiven Arbeit unabdingbar. Als Korrektiv nennt er seinen elfjährigen Sohn, der Beschwerde einlegt, wenn der Vater zu viel arbeitet. Pro Jahr werden rund fünf Großprojekte und mehrere kleinere realisiert. Der Blick in die Zukunft zeigt, dass die Weichen für Wachstum und personelle Erweiterungen bereits gestellt sind. (Carola Leitner, DER STANDARD, 23./24.6.2012)
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