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Wien - Man kann sie fast riechen, die Aufregung, die in der Luft liegt. Und das hat nicht nur mit dem Kunstnebel zu tun, der von der Bühne im Burgtheater-Kasino am Schwarzenbergplatz aufsteigt. Elegant herausgeputzt warten die 180 Teilnehmer des diesjährigen Schülertheatertreffens auf die Bekanntgabe der Gewinner der mit jeweils 1250 Euro dotierten Theater-Oskars.
Das begehrte goldene Männlein - in der Schülertheaterversion mit einer Schultasche am Rücken - befindet sich allerdings von Anfang an auf den Brettern oder hier den Stufen, die die Welt bedeuten. Von Kopf bis Fuß in Gold gewandet, hüpft Moderator David Böse alias Oskar über die Treppenlandschaft der Showbühne und begrüßt die sieben Schauspielgruppen aus Wien und der Steiermark. Endlich dürfen die Schüler, die sich nun vier Tage lang auf den Bühnen von Akademietheater und Kasino die Seele aus dem Leib gespielt haben, Zuschauer sein und die Show genießen, die das Burgtheater nun für sie macht.
Schüler auf den Burg-Bühnen
Schließlich passiert es nicht alle Tage, dass Schülertheatergruppen auf Burg-Bühnen stehen dürfen. Die kaufmännische Geschäftsführerin des Burgtheaters, Silvia Stantejsky, bedankt sich an dieser Stelle bei ihrem Team und erklärt dem sich großteils im berufsentscheidungsfreudigen Alter befindlichen Publikum, dass "auch die Organisationsarbeit am Theater spannend ist". Nachdem Workshopleiterin Jana Horst, als weibliches Pendant zu David Böse im goldenen Kleid, mit diversen Gesangseinlagen den Nachwuchsbühnenstars ordentlich eingeheizt hat, werden in Zeitraffer Szenen aus allen teilnehmenden Stücken nachgestellt, die heuer großteils gesellschaftspolitische und sozialkritische Themen beinhalten.
Besonders gut gelungen ist dies den Schülern des bfi in Kooperation mit den Wiener Wortstätten, die mit "It's my life - Çaba, die Chance" die Folgen der Schließung einer Schule aufgrund ihres hohen Migrantenanteils durchspielen. Von der siebenköpfigen Jury, bestehend aus Burgtheatermitarbeitern, Jugendtheaterexperten und Regisseuren, wurde die Theaterfabrik Weiz mit ihrer kreativen Umsetzung des Klassiker "Kasimir & Karoline" ausgezeichnet. (Elisa Weingartner, DER STANDARD, 25.6.2012)
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