Windschattenwühler

Kolumne | Wolfgang Weisgram, 24. Juni 2012, 17:46

Auch die Engländer haben jetzt einen Maulwurf, nicht nur die Deutschen. Während die aber noch rätseln, wie sie ihm beikommen könnten, haben die Engländer ihr Mittel schon gefunden. Nein, nicht dieses neumodisch fotovoltaische Zeug, das ganz besonders unangenehme Geräusche macht, an die sich nur ein Lebewesen gewöhnen kann. Genau: der Maulwurf.

Die Engländer, die sich von so einem Wühler ihren Trainingsplatz in Krakau beschädigen lassen mussten, setzten bekämpfungstechnisch auf klassische Security. Polnische Bobbys gruben das Tier aus und beförderten es sanft über die Outlinie. Umbringen ging nicht, der Maulwurf ist streng geschützt. Im Gegensatz zu seinem Ruf, seinem Äußeren und seinen Erdhaufen ist er ja ein nützliches Tier, das unter anderem die lästigen Kinder des Maikäfers frisst. Aber er hat eine unangenehme, ihm sehr ähnelnde Windschattenfahrerin: die Wühlmaus. Die frisst keine Engerlinge. Sondern unsere Gemüsewurzeln! Da beginnt dann aber die K.-o.-Phase. (Wolfgang Weisgram, DER STANDARD, 25.6.2012)

Maulwurf a la Yoda

Zunächst die Maulwurfgänge eine halbe Stunde lang mit Propangas füllen. In der Zwischenzeit Tennisschläger, Spachtel und einen vorgewärmten Teller bereitlegen.

Nach der Zündung des Gas-Luft-Gemisches den hochgeschleuderten, flambierten Maulwurf mit dem Tennisschläger volley annehmen und gegen den nächsten Baum schmettern. Anschließend den noch heißen, nun flunderförmigen Maulwurf, vorsichtig mit der Spachtel vom Baum lösen und mit Bratkartoffeln und Salat servieren. Dazu wird ein halbtrockener Rotwein gereicht.

Eine sehr sichere Methode den Plagegeist loszuwerden. Zusätzlich hat man noch ein leckeres Menü.

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