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Im Tunnel auf zwei Rädern: Noch vor den Politikern nahm das Volk die zweite Pfändertunnel-Röhre in Augenschein.
Bregenz - Sonntagmorgen vor dem Pfändertunnel: Es staut. Vor dem Portal stehen aber nicht wie täglich morgens und abends Autos und Lastwagen, sondern gut gelaunte Radfahrer. Während sich die Autoschlange wie gewohnt durch die alte Tunnelröhre wälzt, begehren tausende Menschen auf zwei Rädern Einlass in die neue Röhre.
Am Vortag der offiziellen Verkehrsfreigabe gehörte der neue Tunnel kurzfristig den Radlern. "Wenn wir uns schon einen Tunnel für mehr als 200 Millionen leisten, wollen wir uns den auch anschauen dürfen", lautete die oft gehörte Begründung für den Sonntagsausflug. Die Radtour, an der, so die Schätzung der Asfinag, rund 4000 Menschen teilnahmen, verlief - abgesehen von einigen Platten - ohne Zwischenfälle.
Asfinag erteilte zunächst keine Erlaubnis
Zustande kam die Tour durch politischen Druck. Ursprünglich hatte die Bezirks-VP die Idee zur Tunnelbesichtigung per Rad. Weil sich aber zum Parteiausflug mehr als 300 Menschen angemeldet hatten, machte die Asfinag einen Rückzieher. Begründung: Man könne die Sicherheit einer so großen Gruppe nicht gewährleisten.
Worauf die Grünen die spöttische Frage stellten, wie es denn um die Sicherheit der Autofahrer bestellt sei, wenn die Asfinag nicht einmal 300 Radler sicher durch den Tunnel bringe. Die Grünen drohten ihrerseits mit einer Radtour am Eröffnungstag: "Wir befahren unseren Tunnel, wann und wie wir wollen."
"Das Volk hat eine Freude"
Die Asfinag reagierte auf das Ultimatum Tunnelöffnung oder Demo und stellte die "notwendigen Rahmenbedingungen für die Sicherheit im Baustellenbereich" her. Der Tunnel wurde für zwei Stunden geöffnet. Einmal Bregenz-Lochau und retour ging sich aus. Einen Tag vor der offiziellen Eröffnung durch Bundes- und Landespolitiker nahmen klingelnde und jubelnde Radler den Autobahntunnel in Betrieb. "Das Volk hat eine Freude", quittierte Grünen-Chef Johannes Rauch lachend das Geschehen. Er verstehe die Tour als Kundgebung für den Fahrradverkehr, die Botschaft laute: mehr Geld für Alltagsradverkehr.
Der 6,7 Kilometer lange Tunnel kostete laut Asfinag 205 Millionen Euro. Gebaut wurde an der zweiten Röhre seit 2007. Täglich fahren 28.000 Fahrzeuge durch den Pfändertunnel, die seit 1980 bestehende Autobahnverbindung zwischen Lochau und Bregenz ist chronisch überlastet. Am täglichen Stau wird sich auch nach der Inbetriebnahme der zweiten Röhre in der Nacht von Montag auf Dienstag nichts ändern. Denn mit der Öffnung der neuen Röhre wird der alte Tunnel zur Sanierung geschlossen. Die Arbeiten werden bis Mitte 2013 dauern. Die Grünen warnen vor Verkehrszunahme durch den zweiröhrigen Tunnel. (Jutta Berger, DER STANDARD, 25.6.2012)
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warum die gehsteigkante im tunel so hoch ist? wenn man ausweichen muss, hat man keinen spielraum und würde sich womöglich noch die reifen aufschlitzen. wäre keine oder niedrigere kante nicht sicherer? oder ist da ein anderer sicherheitsaspekt dahinter?
Schon beim ersten Hinschauen war klar da saß die Frau meines Lebens, neben mir im Stau zwischen Lindau und Bregenz. Ich kurbelte die Scheibe ganz hinunter und ich sagte leise Kurven so wie deine gibt’s auf keiner Bundestrasse, nicht im Stuttgarter-Hügel-Set und nicht in Leverkusen, gerade richtig, weder Bügelbrett noch Megabusen.
(Blumentopf - Autos und Frauen)
Je mehr Auto - desto mehr Feinstaub - desto mehr Krebs. Eigentlich müsste jedes Auto diesen Warnhinweis tragen. Und jede neue Strasse oder Tunnel für den Autoverkehr bedeutet auch mehr Krebs.
Die "Freie Fahrt" ist nicht so frei. Der Feinstaub entsteht durch Abrieb des Asphalts, der Reifen und der Bremsklötze, und beim Diesel auch hinten hinaus.
Aber das wird doch nie gesagt...
Bitte unterschreiben für einen Lückenschluss:
http://alturl.com/yoc67
Das mag ja noch notwendig sein, aber die Arroganz der Asfinag in Sachen Autobahn-Instandhaltung geht mich wirklich an.
In anderen Länder wirst du für 500 m umgeleitet. Nur in Österreich zuckelst du 12 Kilometer mit Tempo 80 an Betonwänden dahin, ohne dass du auch nur einen Arbeiter siehst.
Aber der Untertan fügt sich. Zur Belohnung gibts blöde Karikaturen von einem grantigen Leitkegel.
Ich bin jetzt kein Grün-Fan, aber die Aussage "Worauf die Grünen die spöttische Frage stellten, wie es denn um die Sicherheit der Autofahrer bestellt sei, wenn die Asfinag nicht einmal 300 Radler sicher durch den Tunnel bringe." ist einfach nur cool!
Und schöne Aktion (sag ich als autofahrer, aber lassts den Leuten doch ihren Spaß).
'mehr Geld für Alltagsradverkehr.' weil so viele radler täglich von lochau nach bregenz fahren, sollte jz auch über den bau eines radtunnels nachgedacht werden!
überhaupt, wenn man sich anschaut, wieviele radler den see umrunden, sollte man dort doch auch gleich einen tunnel bauen.
wenn in bregenz irgendwann der bahnhof neu gebaut wird, sollten wir den pkw-fahrern im 'volk' aber auch eine 'freude' machen, also die öbb sollen die gleistrasse zum befahren freigeben...
so eine Aktion gab es vor nunmehr 15 Jahren bei der Eröffnung der Klagenfurter Nordumfahrung ebenso. Meinem Empfinden nach ist das mehr eine Werbeveranstaltung für die Bauindustrie und den Autoverkehr als ein Zeichen für mehr Alltagsradeln..
So nach dem Motto boah so viel Beton und ich schau mir mal genau an wo ich jetzt jeden Tag zur Arbeit fahr'..
Die Idee finde ich ähnlich gut, wie die Sache mit dem Fest, auf der Autobahn. Lockere, zwanglos feiernde Menschen, die friedlich beisammen waren, und sich einen schönen Tag bei herrlichem Wetter machten.
Sowas lässt sich ja nicht immer und überall realisieren, jedoch ist es - wenn es schon einmal die Möglichkeit gibt, hier zumal in einem nicht befahrenen Tunnel, doch eine gute Aktion. Ich meine, etwas zu "erobern", ohne Abgase, und es auf diese Weise einzuweihen.
Als bei uns die Schnellstraße (S6) gebaut wurde, hatten wir auch unseren Spaß, und gingen da spazieren, wo sich in den Folgejahren ziemlich viele tötliche, und ungewöhnliche Unfälle ereigneten. (LKW die in Tunnelröhren steckenblieben, weil sie zu hoch sind etc.)
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