Google bringt Chrome für iPhone und iPad

  • Zweiter Tag der Google I/O 2012 Keynotes.
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    Zweiter Tag der Google I/O 2012 Keynotes.

  • Google Chrome - künftig auch für iPhone und iPad.
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    Google Chrome - künftig auch für iPhone und iPad.

  • Gemeinsam mit dem Cirque du Soleil hat man eine neue Seite geschaffen, die zeigen soll, was sich mit aktuellen Web-Technologien bereits alles machen lässt.
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    Gemeinsam mit dem Cirque du Soleil hat man eine neue Seite geschaffen, die zeigen soll, was sich mit aktuellen Web-Technologien bereits alles machen lässt.

  • Eine Wiederholung und eine Art "Behind the Scenes" der Google Glasses Demo vom Vortag wurde als Bonus in die zweite Keynote eingebaut.
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    Eine Wiederholung und eine Art "Behind the Scenes" der Google Glasses Demo vom Vortag wurde als Bonus in die zweite Keynote eingebaut.

  • Der Zeppelin aus dem später abgesprungen wurde.
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    Der Zeppelin aus dem später abgesprungen wurde.

  • Eine Fallschirmspringerlandung direkt aus Ego-Perspektive im Google+ Hangout zu sehen - möglich gemacht durch die Google Glasses.
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    Eine Fallschirmspringerlandung direkt aus Ego-Perspektive im Google+ Hangout zu sehen - möglich gemacht durch die Google Glasses.

Drive-Client für iOS verfügbar, Google Docs jetzt auch offline - "Behind the Scenes"-Zugabe für Google-Glasses-Demo

Am ersten Tag der Google I/O 2012 hat sich der veranstaltende Softwarehersteller wahrlich nicht lumpen lassen: Android 4.1 "Jelly Bean", Nexus 7, Nexus Q, mehrere Neuerungen für Google+ und ein beeindruckendes Tech-Demo der Google Glasses. Da verwundert es fast schon ein bisschen, dass Google überhaupt noch eine zweite große Keynote für die heurige I/O abhielt - und doch war es am Donnerstag abend (MESZ) wieder so weit.

Google+, Nachtrag

Den Anfang machte einmal mehr Senior Vice President Vic Gundotra, der wieder eine sehr spezielle Zahl mitgebracht hatte: Bei der gestrigen "After Hours Party" - der als Start für die Google+-Events genutzt wurde - seien mehr als 13.000 Fotos zusammengekommen. Danach wurde die Bühne auch schon an den nächsten Vortragenden übergeben - Chrome/ChromeOS-Boss Sundar Pichai.

Meistgenutzer Browser

Und dieser hatte ein eigenes Set an Statistiken mitgebracht: War Chrome bei der I/O 2010 bei 70 Millionen täglich aktive NutzerInnen angekommen, sei diese Zahl bis vergangenes Jahr auf 160 Millionen angewachsen, und dieses Jahr bereits bei 310 Millionen gelandet. Nach diversen Statistiken - und auch den eigenen Zahlen - sei Chrome damit nun der weltweit meistgenutzte Browser.

iPhone

Den trockenen zahlen ließ man aber rasch die erste große Überraschung folgen: Noch im Laufe des Donnerstag soll Chrome auch für iPhone und iPad erhältlich sein (Update: Mittlerweile ist der Chrome im App Store erhältlich), die iOS-Ausgaben sehen dabei den Android-Varianten des Browser beinahe zum Verwechseln ähnlich. Das bedeutet auch, dass die iPad-Version sehr einem klassischen Desktop-Browser samt gewohnter Tab-Konzepte ähnelt.

Kompromiss

Die Ähnlichkeiten enden allerdings rasch unter der Oberfläche, um Chrome überhaupt unter iOS anbieten zu können, musste man einige Kompromisse eingehen, gesteht Pichai später in einem Round-Table-Gespräch unter anderem gegenüber dem WebStandard ein. Statt der eigenen Rendering Engine kommt hier also - wie auch bei anderen alternativen iOS-Browsern - also Apples Webview zum Einsatz, auch die Verwendung der eigenen Javascript Engine V8 sei leider nicht möglich.

Nutzen

Trotzdem glaubt Pichai, dass sich die Entwicklung einer iOS-App auch für die NutzerInnen rentiert. Gerade der Abgleich der Daten mit dem Desktop-Chrome oder anderen Geräten sei ein wichtiger Faktor, zudem ist er natürlich von der Überlegenheit der Chrome-Browseroberfläche überzeugt.

Den Browser sieht man allerdings nur als einen Teil eines größeren Ganzen, insofern erinnert Pichai daran, dass man erst vor wenigen Wochen mit Google Drive so etwas wie ein zentrales Online-Laufwerk gestartet hat, das mittlerweile von rund 10 Millionen Personen genutzt werde.  Der Zugriff auf das Google Drive soll wirklich von überall möglich sein, umreißt man bei Google den eigenen Ansatz, deswegen verkündete man gleich die Unterstützung von zwei weiteren Plattformen: Apples iOS und das eigene ChromeOS. (von einem Linux-Client hörte man hingegen weiterhin nichts, Anm.). Die iOS-Variante demonstrierte man in Folge gleich anhand eines iPads, diese soll übrigens ebenfalls bereits im Laufe des Tages verfügbar sein.

ChromeOS

Etwas anders ist die Situation unter ChromeOS, kommt dem Google Drive dort doch als Ersatz für das lokale Laufwerk besondere Bedeutung zu. Gerade in solch einem Umfeld sei es besonders wichtig auch ohne Netzverbindung weiterarbeiten zu können, deswegen freue man sich besonders, ankündigen zu können, dass Google Docs ab sofort (nach einer langer Periode nicht erfüllter Ankündigungen) tatsächlich offline funktioniert. Bereits am Vorabend hatte man die Version 2 des Software Development Kits (SDK) für Google Drive verkündet, mit der externe Anwendungen das Online-Laufwerk als Speicherplatz nutzen können.

Chromebooks

Anschließend wandte sich die Keynote dem Thema Hardware zu, und damit der vor kurzem gestarteten, zweiten Generation von Chromebooks. Und diese will man wesentlich stärker promoten als die erste Hardwarewelle, wie Pichai betont, etwa über Best Buy in den USA und Dixons in Großbritannien - und später auch in anderen Ländern.

Knapp vor der I/O waren Gerüchte aufgetaucht, dass Google einen neuen Cloud-Service für Unternehmen startet, und prompt kam auch die Bestätigung: Mit der "Google Compute Engine" , einem "Infrastructure-as-a-Service"-Produkt, will man Linux-VMs im "Google-Ausmaß" zur Verfügung stellen, wie man es nennt. Was sich damit theoretisch machen lässt, demonstrierte man anhand des "Genome Explorers", den man auf 600.000 Cores laufen ließ. Google verspricht übrigens, dass das eigene Angebot signifikant billiger sein soll als vergleichbare Cloud-Services der Konkurrenz.  Als recht vage Definition verlegt man sich dabei auf die Formulierung "50 Prozent mehr Performance per Dollar".

Cirque du Soleil

Regelmäßig begibt sich Google in Partnerschaften mit KünstlerInnen, um zu zeigen, was sich mit aktuellen Web-Technologien bereits alles zu machen. Dieses mal war der Cirque du Soleil an der Reihe, mit dem man eine virtuelle Zauberwelt geschaffen ist, alles in reinem HTML und CSS - und somit auch einfach manipulierbar, was erwartertermaßen die Begeisterung der anwesenden EntwicklerInnen zu schüren wusste.

Chromebox

Wer geglaubt hatte, dass die Geschenkerunde für die Anwesenden schon mit der gestrigen Keynote abgeschlossen war, sah sich zum Abschluss von Pichai eines besseren belehrt. Alle 6.000 TeilnehmerInnen erhalten nämlich auch noch eine Samsung Chromebox, was der Chrome-Chef beinahe schon beiläufig erwähnte.

Glasses Teil 2

Und zum Schluss gab es noch einen kleinen Bonus: Eine Wiederholung bzw. einen "Behind the Scenes"-Blick zur gestern viel gefeierten Präsentation der Google Glasses. Google-Mitgründer Sergey Brin erwies sich dabei einmal mehr als versierter Entertainer - dieses Mal führte er aber gleich direkt vom Dach des Moscone Centers West aus durch das Programm. (Andreas Proschofsky, derStandard.at, 28.06.12)

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