Sinn Fein akzeptiert Einladung der Queen

22. Juni 2012, 19:35

Martin McGuinness trifft kommende Woche Elizabeth II.

London - Fast 40 Jahre nach dem Bloody Friday in Nordirland wird es in Belfast zum historischen Handschlag zwischen Queen Elizabeth II. und einem führenden Vertreter der Widerstandsbewegung kommen. Martin McGuinness von der pro-irischen Partei Sinn Fein akzeptierte am Freitag eine Einladung der Königin. Damit trifft das britische Staatsoberhaupt bei einem Nordirland-Besuch nächste Woche erstmals offiziell mit einem Vertreter des früheren bewaffneten Widerstands zusammen. McGuinness ist inzwischen stellvertretender Ministerpräsident in Nordirland.

Seit 1994 herrscht in Nordirland ein Waffenstillstand, der allerdings immer wieder durchbrochen wird. 1998 gelang mit dem sogenannten Karfreitagsabkommen ein Friedensschluss. Zuvor hatten jahrzehntelang katholische Republikaner für eine Wiedervereinigung Nordirlands mit der Republik Irland in einem hasserfüllten Bürgerkrieg gegen pro-britischen Loyalisten gekämpft. Die Partei Sinn Fein galt damals als politischer Arm der Untergrundorganisation Irisch Republikanische Armee (IRA).

Boykott

Bisher hatten Sinn-Fein-Vertreter Zusammenkünfte mit Mitgliedern der königlichen Familie stets boykottiert. Obwohl die Einladung zu dem Treffen akzeptiert wurde, stehe Sinn Fein weiterhin für die Wiedervereinigung mit der Republik Irland, sagte Parteichef Gerry Adams am Freitag. Das Treffen werde für viele katholische Nordiren schwierig sein.

Im Nordirland-Konflikt tobte seit Ende der 1960er Jahre und wurde erst mit dem Karfreitagsabkommen beigelegt. Rund 4000 Menschen starben. Allein beim sogenannten Bloody Friday kamen bei 20 Bombenanschlägen neun Menschen ums Leben, 130 wurden verletzt. (APA, 22.6.2012)

Treffen ist Teil des Versöhnungsprojekts

In einem Interview, das auf Info Nordirland in deutscher Übersetzung zur Verfügung steht, erläutert Sinn Fein Präsident Gerry Adams die Hintergründe:
http://www.info-nordirland.de/news/2012... _108_d.htm

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.