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Adolf Hitler kam am 30. Jänner 1933 an die Macht, weil a) die Wirtschaftskrise durch die Kürzungspolitik des katholischen Reichskanzlers Heinrich Brüning noch verschärft worden war, und b) weil ein verblendeter Klüngel von Reaktionären dem Reichspräsidenten Paul von Hindenburg eingeredet hatte, Hitler die Regierung zu übertragen.
Wozu diese Geschichtslektion? Weil Europa in der jetzigen Krise widerhallt von meist falschen, teils (halb-)richtigen Analogien an die Dreißigerjahre. Besonders die Linke und die radikale Linke versuchen, eine Parallelität zu konstruieren zwischen dem Deutschland von damals und dem von heute. In Griechenland vergeht kein Tag, an dem nicht Angela Merkel in SS-Uniform auf dem Titelblatt irgendeiner Zeitung steht. Der wirtschaftspolitische Sprecher der linksradikalen Partei Syriza spricht von der "faschistischen Logik" der Kreditgeber Griechenlands. Das britische Linken-Intellektuellenblatt New Statesman macht mit einem Bild von Merkel als Terminator auf und bezeichnet sie als die gefährlichste europäische Politikerin "seit Hitler", weil sie alles kaputtsparen will.
Es ist die Dummheit der radikalen Linken, dass sie sich einen faschistischen Popanz aufbauen muss, um auf ihn einzuschlagen, aber den echten Faschismus nicht erkennt, wenn er vor der Tür steht (und die "Arbeiterklasse" fasziniert). Die Gefahr des Rechtsextremismus im Europa von heute ist real - aber sie trägt nicht das Gesicht Angela Merkels.
Ewald Nowotny, Chef der österreichischen Nationalbank und kein Linksradikaler, versuchte sich auch in einer historischen Analogie: "Aufgrund irreführender Theorien hat eine einseitige Konzentration auf Sparpolitik zu Massenarbeitslosigkeit, dem Zusammenbruch demokratischer Systeme und am Ende zur Katastrophe des Nationalsozialismus geführt" . Und weiter: "Wir müssen die Fehler der 1930er Jahre vermeiden".
Richtig. Aber die Frage ist eben, ob wir überhaupt von einer "einseitigen Sparpolitik" reden können. Man kann der Ansicht sein, dass das in Griechenland der Fall ist. Aber Griechenland leistet sich Dinge wie einen überdimensionierten Staatsapparat und eine Null-Steuermoral, die es auch in besseren Zeiten in Schwierigkeiten gebracht hätten. Spaniens und Italiens Jugendarbeitslosigkeit haben hauptsächlich damit zu tun, dass Gesetzgebung und Gewerkschaften die Job-Besitzer überproportional schützen. Kaputtsparen? Die Politik hat seit Ausbruch der Krise - eben im Bewusstsein der Dreißigerjahre - mit einer Geldflut sondergleichen reagiert. Merkel , Hollande, Monti und Rajoy einigten sich in Rom soeben auf einen 130-Mrd.-Wachstumspakt.
In den 1930ern war Europa von Erb- und Todfeindschaften dominiert, von einem Bewusstseinsstand, der die Möglichkeit des Krieges verinnerlicht hatte. Damals gab es keine Zusammenarbeit. Das hat sich fundamental geändert. Die wahrscheinliche Lösung wird kooperativ sein: Deutschland wird etwas von seinem Reichtum abgeben müssen, die anderen von ihrer Freiheit, unseriös zu wirtschaften. (Hans Rauscher, DER STANDARD, 23./24.6.2012)
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Nur mal zum Nachdenken: das Gesicht des Faschismus in Deutschland trug auch, und nicht zu einem geringen Teil, das Gesicht eines Krupp, der IV-Farben usw. Anders als der Linksradikalismus wurde der Faschismus zu einem guten Teil von der Industrie und Wirtschaft mitgetragen. Nur mal zur Geschichtskittung.
Ansonsten bin ich kein großer Freund der Schaffung von populistischen Geschichtsvergleichen. Die Welt von damals war ja doch etwas anders, als die heutige. Aber wenn man ein Feindbild braucht ist die Nazizeit halt der Hammer um den Deutschen eines reinzuwürgen.
aber deswegen immer noch nicht richtig. Alle Parteien bekamen Zuwendungen, auch von reichen Firmen und Zeitgenossen. Ja, auch die KPD. Der Hintergedanke war damals es sich mit niemandem zu verscherzen. Und ja, die KPD hat mit den Nazis Hand in Hand gearbeitet, als es darum ging das Parlament zu demontieren. Man wollte damals eine Räterepublik nach sowjetischem Vorbild. Die Demokratie verachtete man.
wenn einer mehr ausgibt, als er einnimmt, dann muss er das von einem anderen bekommen, der mehr einnimmt, als er ausgibt. das leuchtet doch ein, oder?
also, wer soll bitte von dem, was er einnimmt, den griechen oder auch anderen nicht-sparern geben?
die griechen sagen, dass müssen die deutschen tun, und wenn nicht, dann sind sie wie hitler. aber die deutschen sparen auch nicht, die nehmen auch nicht mehr ein... also woher?
antwort: das funktioniert so nicht. selbst die honorigsten ausgaben, also bildung, gesundheit etc. müssen verdient werden; nicht zu reden von den zig ministern, hunderten kampfjets und kreuzern, zerstörern, pensionen für tote etc.
Das die Summe der Einnahmen gleich der Summe der Ausgaben ist haben sie ja bereits richtig erkannt.
Aber was bedeutet nun Sparen?
Mehr einnehmen als ausgeben.
Daraus folgt aber wieder, dass jemand mehr ausgeben muss als er eingenommen hat (sonst könnte der Sparer ja nicht mehr einnehmen als er ausgibt).
Oder anders ausgedrückt:
Wenn es jemanden gibt, der mehr einnimmt als er ausgibt (Gewinn -> Kapital) dann muss es auch jemanden geben, der mehr ausgibt als er einnimmt (Defizit -> Schulden).
Würde keiner mehr Schulden machen, könnte auch niemand Gewinne machen (bzw. niemand Sparen).
Ohne Gewinne -> keine Wirtschaft.
Es muss sich eben immer jemand immer weiter verschulden...
Wobei das Geld für die Schulden nicht das Geld der Sparer ist.
Die Geldmenge lässt sich durch Schulden erweitern (das nennt sich dann Kredit).
Und so kommt auch das Geld in Umlauf: durch Kredite, also durch Schulden.
Neben
Summe der Einnahmen = Summe der Ausgaben
gilt auch:
Summe der Finanzvermögen = Summe der Schulden
Und übrigens auch:
Summe der Exporte = Summe der Importe
Wenn es ein Land gibt das mehr Exportiert als Importiert, dann muss es auch ein Land geben das mehr Importiert als Exportiert, also ein Defizit fährt...
Sie vermischen hier (absichtlich?) Begriffe wie "Sparen", "Gewinne", "Schulden" und Defizite und kommen so zu absurden Schlussfolgerungen.
Ihr erster Denkfehler: Es gibt keine finite - klar abgegrenzte und fuer ewig fixierte - Menge an Geld oder Vermoegen.
Nehmen wir an Sie leben im 15. Jahrhundert in einem kleinen Dorf von der Welt abgeschnitten und 100% autark. Jede Familie hat ein Haus, ein paar Kühe, Ziegen, zumindest ein Pferd fuer den Transport und ein paar Felder. Es gibt zwei Gasthaeuser, ein paar Handwerker und einen Marktplatz auf dem die Bewohner Gueter tauschen. Man fuehrt Geld ein, weil das den Tauschhandel enorm erleichtert.
Stellen Sie sich weiters vor in diesem Dorf gibt es einen jungen Mann mit einer bahnbrechenden Idee:
... und da es in Ihrem Dorf genuegend Leute gibt, die an dieser Erfindung interessiert sind, und Gutenberg selbst gibt schon bald eine lokale Zeitung heraus. Der Barde des Dorfes schreibt jetzt Gedichte und Liebesromane in Buchform, die vor allem die weibliche Bevoelkerung begeistert und der Dorfgendarm schreibt Krimis.
Wie aendert sich die wirtschaftliche Lage?
Gutenberg, der Barde und der Dorfgendarm werden vermoegender - und zwar ohne Schulden und nicht auf Kosten von anderen. Das Dorf produziert mehr und kann - mit gutem Gewissen - sein Geldvolumen erhoehen.
Meine kleine Geschichte soll folgendes veranschaulichen: Die treibende fuer Wohlstand sind INNOVATION, FLEISS und EFFEKTIVITAET. Kredite/Schulden haben damit nichts zu tun.
Sie fangen hier an Geschichten zu erzählen, führen Begriffe wie Innovation, Fleiß und Effektivität ein bloß um dann festzustellen, dass das alles nichts damit zu tun hat.
Wir sprachen hier von Geld, Einnahmen, Ausgaben und Schulden. Ihre Gesichte hat damit, wie sie richtig festgestellt haben, eben nichts zu tun.
Wissen Sie wir wir unser Geldvolumen erhöhen?
Durch Schulden, durch Kredite.
Und genau deshalb sind Staaten verschuldet.
Genau deswegen sind höher entwickelte Staaten höher verschuldet als weniger entwickelte und genau deswegen wachsen die Schulden der Staaten ständig weiter an.
(Ich beziehe mich hier auf die absolute Staatsverschuldung.)
Hab mir mein eigenen zwei Postings durchgelesen (die ich im Abstand von einer Stunde geschrieben habe, da derStandard langsam ist mit dem freischalten) und - obwohl ich manches besser haette formulieren haette koennen - verbluefft mich ihre Antwort doch sehr.
Die treibende Kraft fuer Wohlstand ist INNOVATION, FLEISS und EFFEKTIVITAET und nicht KREDITE, SCHULDEN und DEFIZITE. Das ist es, was ich sagen moechte. Gutenberg schaffte Vermoegen genauso wie INTEL, die aus dem Silizium des Sandes Computer-Chips machen. Das haben Leonardo da Vinci und Apple gemeinsam!
Wenn alle Schulden bezahlt würden, waere noch immer sehr viel an Vermoegen da. Griechenlands 370 Milliarden Schulden sind verglichen mit dem Vermoegen des griechischen Staates GERING.
Hier geht es nicht um die ganzen Dinge die sie hier in Großbuchstaben schreiben sondern um Geld bzw. Finanzvermögen. Das hat damit nichts zu tun.
Natürlich verschwinden keine realen Vermögen wenn Schulden bezahlt werden. Aber darum geht es eben nicht.
Es geht um Geld und Finanzvermögen.
Und hier ist es eben so, dass kein Geld mehr da wäre, wenn alle Schulden bezahlt würden.
Geld ist nur ein Mittel des Austausches. Wenn es kein Geld oder Finanzvermoegen gaebe, gaebe es noch immer Vermoegen und Reichtum, und das ist alles was zaehlt.
Geld ist zwecklos (oba brenna tuats guat) ausser man tauscht es in handfeste Gueter ein.
Schulden sind nichts anderes als ein Mittel um Gueter (oder Service-Leistungen) frueher zu bekommen. Schulden/Kredite sind also ein Beschleuniger, und diese Beschleunigungsleistung hat natuerlich auch einen Wert (= Zinsen).
Der Wohlstand eines Volkes haengt nicht vom Geld ab das gedruckt wird, sondern von den FAKTOREN die ich bereits nannte.
Die Behauptung, dass mein Gewinn (oder Vermoegen) jemanden anders Schulden sind ist unsinnig. Sie vergleichen hier Aepfel mit Zwetschken!
Das Wirtschaftsleben besteht aber eben nicht nur aus Geld, sondern auch aus Vermögenswerten. Wenn ich ein Haus auf Kredit baue, dann habe ich Geldschulden, aber eben auf der anderen Seite auch Vermögen geschaffen. Und es spricht nichts dagegen, die Geldmenge um das geschaffene Vermögen zu erweitern.
Sparen: Mehr einnehmen als ausgeben
Gewinn: Mehr einnehmen als ausgeben
Defizit(->Schulden): Mehr ausgeben als einnehmen.
Sie werden mir zustimmen müssen, dass man bloß einnehmen kann was ein anderer ausgibt. Sie können kein Geld einnehmen das niemand ausgegeben hat.
Wenn jetzt jemand mehr einnimmt als er ausgibt, dann ist es doch ganz klar, dass dann ein anderer mehr ausgeben haben muss als er eingenommen hat.
Denn sonst wären wir ja wieder dort, wo jemand Geld eingenommen hätte das niemand ausgegeben hat.
Fazit:
Mehr einnehmen als ausgeben (also Gewinn, Sparen) kann nur funktionieren, wenn jemand anders mehr ausgibt als er einnimmt, also jemand anderes ein Defizit fährt (Schulden macht).
Was genau geht denn nicht?
Und ich will jetzt nicht hören, was nachdem was sie gelernt haben da eigentlich anders sein müsste, sondern was hier konkret falsch sein soll.
(Und wenn sie nicht VWL sondern BWL gelernt haben, dann lassen Sie bitte alles was Sie gelernt haben beiseite. Mit BWL betrachten Sie immer nur einen isolierten Teilbereich aber niemals das Ganze.)
weil der gewinn als reinvestierte dividende eine teilmenge des sparens ist.
und gerade wenn sie die banken mitspielen lassen wollen, müssen sie bei cashflows bleiben - eben sparen und investition - und dürfen nicht eine pagatorische größe wie zb den gewinn einführen.
einmal abgesehen von "ceteris paribus"... ;-)
so sehr hat sich das in den letzten 25 jahren nicht geändert: das sind lauter erkenntnisse aus den nachwehen der großen depression.
Also grundsätzlich würde ich natürlich zwischen Sparen und Gewinne unterscheiden. Wobei ich die Gewinne nicht als Teilmenge des Sparens sehen würde.
Gespart wird imho für einen späteren Konsum, während Gewinne (überwiegen) zu Kapital werden und dem Zweck dienen noch mehr Gewinne zu erzielen (die dann wieder zu Kapital werden).
Also ich unterscheide zwischen Geld (für den Konsum) und Kapital (das dazu dient mehr Kapital zu akkumulieren).
Wobei der Gewinn die Konsum-Geldmenge reduziert und die Kapitalmenge erhöht. (Während Investitionen den umgekehrten Effekt haben).
Unser Problem sehe ich im Verhältnis der Konsum-Geldmenge zur Kapitalmenge.
Es gibt zuviel Kapital, die Wirtschaft kann dessen Gewinnforderung nicht mehr erfüllen.
darf man güter- und geldmarkt erst ganz am schluss mischen ;-)
und wenn ich IS auf der linie habe, bleibt der gewinn unerheblich, weil er entweder einbehalten oder ausgeschüttet wird: einmal unmittelbar I, einmal S oder Konsum.
LM kommt später und die linie sollte sich dann im gleichgewicht schneiden, ob das schon einmal empirisch nachgewiesen wurde, weiss eh keiner.
es ist eine voodoo-wissenschaft. bwl ist btw anders: das ist gar keine, sondern nur ein werkzeug.
zu den griechen: dieses adoleszente volk braucht halt einen schuldigen, weil ihre dummpolitik in den absehbaren ruin geführt hat. natürlich haben das die politiker arrangiert, aber die griechen haben dankend die staatsposten angenommen, die keiner brauchte. sie haben ohne schlechtes gewissen keine steuern gezahlt, sie haben ihrer toten oma eine monatliche rente besorgt .... und und
die 30iger-jahre-debatte hat allg. mit der EU was zu tun, nicht aber mit griechenland. die SS-anspielungen sind einfach nur tiefstes nieveau.
rauscher verknüpft nur geschickt zwei unterschiedliche themen in einen block
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