Neuer Ärztekammer-Präsident kritisiert Gesundheitsreform

22. Juni 2012, 18:09
  • Die Ärzte wählten Praktiker Wechselberger.
    foto: apa/stiplovsek

    Die Ärzte wählten Praktiker Wechselberger.

Tiroler mit 103 von 186 Stimmen als Nachfolger von Dorner gewählt

Bregenz - Mit dem 60-jährigen Innsbrucker Allgemeinmediziner Artur Wechselberger steht erstmals ein Tiroler an der Spitze der Österreichischen Ärztekammer. Wechselberger wurde am Freitag in Bregenz mit 103 von 186 Stimmen gewählt.

Wechselberger versteht sich als Pragmatiker, will Sacharbeit machen. Obwohl "kein Freund der Polemik", teilte er bei seiner Antrittspressekonferenz kräftig gegen die Regierung aus. Die angekündigte Gesundheitsreform sei eine Mogelpackung, die Elektronische Gesundheitsakte (Elga) ein Unsinn. Dass Patientenanwälte und Apotheker deren Einführung befürworten, verstehe er nicht, sagte Wechselberger. Elga mache die Arbeit noch bürokratischer und damit zeitintensiver. Erste Pilotversuche mit E-Medikation hätten zu chaotischen Zuständen geführt, bleibt er in seiner Argumentation ganz auf Linie seines Vorgängers Walter Dorner und der Wiener Ärztekammer.

Prinzipiell wolle er aber Standespolitik aus dem Blickwinkel eines Tiroler Arztes machen, sagte Wechselberger zum Standard. Beispielsweise könne er in Wien die Erfahrungen von Tirol und Vorarlberg bei Prävention und Kostenbewusstsein einbringen: "Wir haben im Westen die höchsten Raten bei der Inanspruchnahme von Vorsorgeuntersuchungen und die höchste Effizienz im Vergleich von Kosten und erbrachter Leistung."

Angriffe auf die Freiheit des Ärzteberufes abzuwehren und die Attraktivität des Berufes, vor allem die Arbeitsbedingungen für Spitalsärzte zu verbessern sind die Hauptziele des neuen Präsidiums. Die Gesundheitsreform habe jedoch einzig Einsparung zum Ziel, kritisierte Vizepräsident Karl Forstner. Am meisten einsparen könne man durch die Entlastung der Spitalsambulanzen, sagte Spitalsärztevertreter Harald Mayer, es fehle der Politik allerdings an Konzepten. Hört die Politik nicht auf die Ärztekammer, habe man genug Rücklagen, sagte Finanzreferent Herwig Lindner. Nicht gleich für Kampfmaßnahmen, "aber für Kampagnen". (jub, DER STANDARD, 23.6.2012)

und wieder eine billige tendenziöse schlagzeile.

wer gegen elga ist, ist also gegen eine gesundheitsreform. elga=gesundheitsreform.

was hat sowas mit qualitätsjournalismus zu tun?

Naja, in dem Fall kann man dem Redakteur oder der Redakteurin nix vorwerfen - es haben sich ja schon Landespolitiker (Wehsely, Sobotka) hingestellt und gemeint, dass es ohne ELGA keine Gesundheitsreform geben könne und umgekehrt. Die Journalisten greifen das halt auf.

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