Zum Schwitzen ins Palais

  • Deutlich über die angesetzte Grenze sprang  Norbertine Bresslern-Roths 
mit "Nacht"  betitelter schwarzer  Leopard (51.000 Euro exkl. Aufgeld u.
 Folgerecht).
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    foto: im kinsky

    Deutlich über die angesetzte Grenze sprang Norbertine Bresslern-Roths mit "Nacht" betitelter schwarzer Leopard (51.000 Euro exkl. Aufgeld u. Folgerecht).

Die Temperaturen waren im Palais Kinsky diese Woche gefühlt höher als die Verkaufsquote

Man kennt das ja: Ist die Hitze erst einmal drinnen, will sie partout nicht mehr raus. Einerlei, ob Alt- oder Neubau, ob privates Wohnzimmer oder öffentlicher Auktionssaal. Also nahm "im Kinsky" mit drei mobilen Klimageräten den Kampf gegen die drückende Schwüle im Palais auf. Mit bedingtem Erfolg, nicht nur der überlasteten Elektroleitungen wegen. Bietertafeln in Fächerform wären wohl ein zu dieser Jahreszeit probates Werbemittel, sofern sich Auktionator und Publikum zuvor auf eine Zeichensprache einigen, die beide Seiten tunlichst vor Missverständnissen bewahre.

Andernfalls hätten im Zuge der 91. Kunstauktion (19.-21. 7.) wohl alle der mehr als 900 Kunstwerke aus fünf Sparten den Besitzer gewechselt, und das Auktionshaus hätte - entsprechend der oberen Schätzwertsumme - einen Umsatz von rund zehn Millionen Euro notiert. Träumen wird man ja noch dürfen, die Realität blieb näher am Minimum (5,6 Millionen Euro) und bescherte am Ende stattdessen 3,35 Millionen Euro.

Marmorne Rosine

Die Riege Alter Meister lieferte mit 34 Besitzerwechseln zum Gegenwert von 519.500 Euro netto einen deutlich höheren summarischen Anteil als die Sparten Antiquitäten (118 Zuschläge, 493.350 Nettoumsatz), gefolgt von Jugendstil (82/458.350) sowie Bilder des 19. Jahrhunderts (62/ 430.700). Das höchste Scherflein trug mit 1,44 Millionen für 133 Positionen die Sektion Klassische Moderne bei.

Heiße Bietgefechte waren vor der Sommerpause eher die Minderheit geblieben: Repräsentativ dafür stand das Gemetzel rund um den Reliquienträger von Georg Minne, dessen Entwurf in das Jahr 1897 datiert. Entgegen der Taxe (10/20.000) fiel der Hammer für den marmornen Jüngling erst bei 55.000 Euro. Nicht die einzige Rosine, die sich der Wiener Handel aus dem Angebot pickte. Anderes ergatterten Telefonbieter, etwa Bresslern-Roths Nacht-schwarzer Leopard, der mit 51.000 Euro deutlich über die Erwartungen (15/30.000) sprintete. (kron, Album, DER STANDARD, 23./24.6.2012)

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