Badeunfälle am Beckenrand und Sprungturm

22. Juni 2012, 14:50
  • Auch der Sprungturm ist eine Gefahrenquelle für Unfälle.
    foto: apa/david ebener

    Auch der Sprungturm ist eine Gefahrenquelle für Unfälle.

Aktuelle Unfallstatistik: Ausrutschen und Kollisionen mit anderen Badegästen am häufigsten - Kopf als am meisten gefährdete Körperregion

Salzburg - Baden macht Spaß, ist gesund, und bietet Raum für soziale Kontakte - besonders bei Kindern und Jugendlichen. Allerdings ist der Aufenthalt in Frei- oder Strandbädern auch mit Risiken verbunden. Doch während Schwimmen und Tauchen als relativ sicher gelten, stellen Aktivitäten rund um das Becken, Wasserrutschen und Sprungtürme verstärkt einen Gefahrenherd dar. Das geht aus einer aktuellen Unfallstatistik der Salzburger Landeskliniken (SALK) hervor, die 1.023 Sommersport-Unfälle im Jahr 2011 erfasst hat.

Die Statistik ist als Erhebung eines einzelnen Krankenhauses zwar nicht repräsentativ, lässt aber interessante Rückschlüsse auf Unfalltrends zu. So sei der Kopf bei Badeunfällen die am meisten gefährdete Körperregion. "Im Vorjahr betrafen 39 Prozent der Verletzungen nach einem Badeunfall Kopf und Gesicht", erklärte Jan Bauer, interimistischer Leiter der Kinder- und Jugendchirurgie im Landeskrankenhaus Salzburg. Das Durchschnittsalter der Verletzten lag laut Erhebung bei zehn Jahren. Und: "Jeder fünfte Unfall passiert auf der Wasserrutsche."

Schmerzhafte Prellungen

Bei 30 Prozent der Rutschen-Unfälle sei ein Sturz infolge von Aus- oder Abrutschen die Ursache, 40 Prozent der Verletzungen passieren im Mündungsbereich der Rutsche durch Kollision mit andern Badegästen. "Oben, beim Einstieg, rutschen Kinder gerne aus und fallen auf den Rücken oder den Hinterkopf. Unten, im Auslauf, überwiegen Wirbelverletzungen." Nachkommende Kinder würden mit den Füßen voran auf unten stehende oder schwimmende Kinder stürzen. "Lebensbedrohliche Verletzungen sind zwar selten, Prellungen am Wirbel können aber sehr schmerzhaft sein und sogar stationäre Krankenhausaufenthalte erfordern."

Auch der Sprungturm stellt laut Bauer eine Gefahrenquelle dar. "Wir hatten im Vorjahr zwei Fälle, wo Kinder am Brett so unglücklich ausgerutscht sind, dass sie vom Turm stürzten und am Beckenrand aufgeschlagen sind. In beiden Fällen waren schwere Verletzungen der unteren Extremitäten die Folge." Österreichweite Zahlen zur Thematik gibt es offenbar nicht: "Pro Jahr verletzen sich in Österreich aber rund 3.500 Menschen beim Schwimmen - über alle Altersstufen hinweg und die Ertrinkungsunfälle nicht mitgerechnet", betonte Alexandra Kühnelt-Leddihn von der Präventionsberatung des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KfV): "Ein Drittel dieser Verletzungen sind Abschürfungen und Brüche, Hauptursache ist das Ausrutschen." Unfälle auf Wasserrutschen oder Sprungbrettern würden aber nicht getrennt erhoben werden.

Kontrolle ist wichtig

"Die Zahl der Unfälle ist gering", betonte Josef Reichl, Leiter der städtischen Betriebe der Stadt Salzburg, die für zwei Freibäder und einen Badeteich in der Landeshauptstadt verantwortlich sind. "Das ist aber nur der Tatsache geschuldet, dass Rutschen und Sprungtürme beaufsichtigt werden. Denn ohne Kontrolle geht es nicht." Sonst wäre jeden Tag einen Unfall zu verzeichnen. "Sobald sich die Jugendlichen unbeobachtet fühlen, machen sie alles Mögliche. Sie stehen in den Rutschen auf oder springen zur dritt, zu viert oder zu fünft vom Turm - egal ob vom Ein- oder vom Zehnmeterbrett."

Sowohl die Landeskliniken wie auch das KfV setzen bei Badeunfällen auf Prävention: Sie empfehlen, am Beckenrand nicht zu laufen, immer sitzend zu rutschen, dabei genügend Abstand zum Vordermann einzuhalten und sofort aus der Bahn zu schwimmen, wenn man im Wasser angekommen ist. Am Sprungturm empfiehlt sich vor dem Absprung der Blick in die Tiefe. "Eltern sollten auch wissen, wie gut ihr Kind schon schwimmen kann. Sie sollten ihre Kinder auf mögliche Gefahren hinweisen und ihnen die Baderegeln erklären", betonte Chirurg Bauer. Wichtig sei, dass Eltern gerade kleine Kinder "immer im Auge behalten." Denn die größte Gefahr drohe nach wie vor Kleinkindern, die unbeaufsichtigt in den eigenen Pool oder den eines Nachbarn stürzen. "Denn selbst wenn diese Kinder überleben, tragen sie meist massive Hirnschäden davon. Schwere Behinderungen sind die Folge." (APA, 22.6.2012))

Kommentar posten
25 Postings
helmpflicht im schwimmbad! SOFORT!

"Jeder fünfte Unfall passiert auf der Wasserrutsche."

Wann wird ein solches Teufelswerk endlich verboten??

Keine Angst

Eigenverantwortung wird immer weiter abgeschafft. Danke USA!

alle sprungtürme sofort einsperren!

Probieren wirs doch zuerst

mit Nummerntaferln für Türme.

"rutschen Kinder gerne aus und fallen"

???? Die zeigens mir mal, die Kinder, die gerne ausrutschen!

Helmpflicht für alle Badbesucher!

Liebe Frau Bures bitte schützen Sie auch die armen Kinder im Freibad vor Kopfverletzungen und führen sie eine Helpflicht beim Baden ein! Damit können locke 900 Kopfverletzungen pro Jahr eingespart werden!
Gleichberechtigung für alle Kopfverletzten!

vergessen sie die

warnweste nicht .....
das löst so manch im winter entstandene problem

Jaja, empfehlen "im sitzen zu rutschen", das macht dann soviel spaß wie auf einer blauen piste pflug zu fahren...

"Oben, beim Einstieg, rutschen Kinder gerne aus"

gerne? Ich glaube, Sie meinten "leicht".

ja. und?!

bei millionen badegästen pro jahr ist das nicht mal der rede wert...

Meine größte Sorge ist dass mir mitten im See die Schulter aus dem Gelenk springt.

dann sollten sie nicht wakeboarden gehen :(

Beide wär noch blöder. ^^

tut euch nicht weh jungs, mit 16 stehn die maedls

dann nicht mehr so drauf. allerdings a bissl sport tut gut und a paar prellungen sind nix gegen einen dekubitus. fuer den muss man dann schon lang nach bildern googeln um zu sehen was passiert wenn man glaubt den tod durch liegen im bett ueberlisten zu koennen. echt unschoen sowas. aber pensionisten will man mit solchen bildern nicht verschrecken und daher bleibt auch die jugend davor verschont und koennten auf die bloede, oben erwaehnte idee, kommen sich alt zu schlafen. jungs das ist keine loesung, da erlebt ihr nix und reissts auch keine maedls damit auf. am ende habts nix erlebt und nur a paar schierche wunden fuer die ihr nicht mal eine helden story hervorzaubern koennts.

Jaja und jetzt gehst deinen Rausch ausschlafen!

Beckenrandschwimmer

fehlen nur noch die Grünen:

Helmpflicht für alle!

die helmpflicht (beim radln) fordern aber schon noch einzig övp und fpö...

btw nummerntafeln auf den badehosen brauchts natürlich auch, ansonsten könnte der täter ja einfach abtauchen!

Da können Sie ruhig spötteln, aber die Grünen beschützen uns vor uns selbst. Die Grünen wissen, was für uns gut ist.

Muss man auch, denn die meisten Durchschnittsdödln wissen es leider nicht!

Zwingt sie zu ihrem Glück ...

Solche Dummerln sind wohl nie glücklich, aber man kann zumindest dazu zwingen, dass ANDERE davon keinen Schaden nehmen.

die kollisionen mit anderen badegästen entstehen ausschließlich wegen der rücksichtlosigkeit einiger badegäste. Erlebt voriges jahr in einem freibad: bei den springtürmen müssen einige heranwachsende ihre männlichkeit beweisen und springen mit gefärhlichen springformationen ins bad, daneben waren zwei mädchen um die 13 jahre, und sie sprangen genau sehr nahe bei den mädchen ins wasser. bis dann endlich der bademeister eingriff und die jugendlichen aus dem bad verwies.

"die kollisionen mit anderen badegästen entstehen ausschließlich wegen der rücksichtlosigkeit einiger badegäste."

Herzliche Gratulation, Sie erhalten hiermit den Goldenen "No-Na!".

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.