Outlook-Unkultur: Wehrlose Zeitopfer

Karin Bauer
22. Juni 2012, 19:14

Keine gesetzlichen Barrieren, sondern Unternehmenskultur und Selbstmanagement sind gefragt

Über die Kehrseiten von Mail, Powerpoint & Co in Unternehmen ist in den vergangenen Jahren viel diskutiert worden: Sie stehlen Zeit, sie deformieren Manieren und das Denken. Gesetzliche Barrieren (wie in Deutschland diskutiert) werden da nichts ausrichten - gefragt sind Unternehmenskultur und Selbstmanagement.

Aber wir leben ja mit einem Phänomen, das noch viel tiefer in die Selbstbestimmung eingreift: die Outlook-Unkultur. Dort werden Termine "eingekippt" und schlagen dann im Mail auf. Man kann eigentlich nur " zusagen", weil "ablehnen" ein No-go ist. Zwischentöne gibt es nicht. Und: Outlook sucht permanent wie ein Schwarm hungriger Piranhas nach Zeitlücken im Kalender seiner wehrlosen Zeitopfer. Dagegen ist so eine kleine Mailwelle direkt ein Spaß. (Karin Bauer, DER STANDARD, 23./24.6.2012)

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zusagen und dann trotzdem nicht kommen

hat sich bisher immer bewährt ...

wäre es möglich einzelne dieser BuchstabenaneinanderhängerInnen farblich hervorzuheben? oder besser ganz ausblenden.
Diese "Artikel" von Tante Bauer sind Platz/zeitverschwendung.

Die Wirklichkeit ist komplizierter als Informatikerlogik.

Ein Zeitraum ist nicht grundsätzlich frei oder nicht frei. Das hängt vom subjektiven Kontext ab.
Für einen wichtigen Termin ist ein Slot frei für einen sinnfreien nicht. Eine generelle Anzeige frei/nichtfrei ist daher falsch, weil es von der eigenen subjektiven Gewichtung abhängt.
Kalendersoftware bildet daher die Wirklichkeit unrichtig ab.

Dann erklären Sie das einfach Ihrer Sekretärin

hmm... interessanter Gedanke. Das heißt, würde man einem wichtigen Termin eine größere Gewichtung geben können, müsste der Termin sich visuell anders am Bildschirm darstellen. Dicker? Größer?

Eventuell einen Kalender, der sich nach der Gewichtung derart defomiert, dass auf einem Blick klar ist, was wichtig ist und was nicht?

Ich mache das mit Farben.

Ist das nicht eh logisch? Wer macht das nicht?

Offensichtlich nicht alle. Schauen's mal in ein paar fremde Kalender. ;-)

Es gibt ja immer zwei Aspekte eines Meetings:

* Die Frage, ob es stattfinden soll bzw. wer dabei sein muss / soll.

* DIe Frage: Wann findet man grundsätzlich Termine, an denen man sein Meeting abhalten kann.

Outlook kann die Beantwortung der zweiten Frage enorm erleichtern. Ich würde es so sehen: Richtig eingesetzt erleichtert Outlook enorm, Termine zu finden die grundsätzlich möglich sind (weil die Eingeladenen nicht sowieso einen anderen wichtigen Termin haben).

Die erste Frage muss man anders klären.

Für Angestellte übernimmt in Vielen Fällen der Chef wenn er zum Meeting einladen lässt die Entscheidung, ob die Leute kommen sollen oder nicht.

Sinnvoll ist auch eine Frage der Perspektive. Ein Termin kann ja auch für den der Kommen muss sinnfrei erscheinen und für den der Einlädt nicht.

Ich würde "sinnvoll" eher mit weiter oben oder unten in der Prioritätenliste beschreiben.

Würde sie die wirklichkeit abbilden, bräuchten wir sie ohnehin nicht.
durch die abstraktion ergibt sich der vorteil des überblicks, aber der nachteil der ungenauigkeit.

Abstraktion wird zur Wirklichkeit

das Problem ist, dass manche Leute die (schlechte) Abstraktion für die Wirklichkeit halten.

Solche drehen im Tunnel um wenn das Navi sagt: "Bitte sofort umdrehen". Und sie gehen zu jedem Meeting, weil es Outlook sagt.

So, und jetzt das ganze mit Lotus Notes....

Ich sag nur...

Daily Standups von höchstens 15min Dauer, und regelmäßige, streng zeitbeschränkte Teammeetings, die jeweils am Ende des vorhergehenden Meetings GEMEINSAM terminisiert werden. Bewährt sich bestens, zumindest in den Umgebungen, in denen ich rumkrebse.

Kleiner tipp:

Wenns einmal nicht so klappt, einfach einen englischsprachigen miteinladen, alle müssen in englisch reden und da fühlen sich die vielredner oft nicht so gewandt... Ergebnis: kürzere meetingzeiten... ;)

> einfach einen englischsprachigen miteinladen, alle
> müssen in englisch reden

ich red' immer deutsch - wer das nicht kann, ist mMn. im falschen Land ...

Das funktioniert für interne Meetings, bei denen siech die selben Leute oft sehen.

Aaah, ein Scrum-Praktizierer ;-)

Es gibt keine Probleme, die nicht mit der angemessenen Anzahl Haftnotizzettel gelöst werden können.

Mah, das klingt auf Deutsch irgendwie ur gschissn.

Dann schreibs halt auf russisch ;-)

Was heißt übrigens Scrum Master auf Hebräisch?

Zohan?

Adam Sandler löst den Nahostkonflikt? Yeah. Wieder was glernt!

Wenn man sich über Outlook (und ähnliches) ärgert, ist man einfach schlecht organisiert.
Einen Termin einfach abzulehnen, sollte eigentlich ein Leichtes sein. Wenns wichtig ist, dass man teilnimmt, kommt dann eh eine Rückfrage. Darauf einfach mit der Frage nach der Agenda antworten, hilft fast immer ;)

(Abgesehen davon, dass die Österreich wirklich viel zu viele meist völlig sinnlos Meetings machen. Aber das ist wohl eine kulturelle Eigenart - um nicht zu sagen, ein Defizit).

Also ich krebse beruflich viel bei unseren Lieblingsnachbarn herum. - Und die meeten auch ständig. Manchmal frage ich mich, wann denn die Leut´ ihre eigentliche Arbeit machen sollen, wenn sie doch dauernd in irgendwelchen MeetDingsen herumsitzen. Denn lustigerweise geht jeder hin, obwohl ich kaum jemanden sagen höre, dass das jetzt irgendjemanden weitergebracht hat ...

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