Video-Software des MIT zeigt "unsichtbare" Phänomene

Veränderungen in aufeinanderfolgenden Frames sollen sichtbar gemacht werden

Das MIT hat auf seiner Website am Freitag die Entwicklung einer neuen Video-Software bekanntgegeben, die Veränderungen in aufeinanderfolgenden Frames verstärkt und somit sichtbar macht. Die Software stellt Inhalte dar, die mit dem bloßen Auge nicht sichtbar sind.

System ähnlich zu einem Equalizer

Als Beispiel wird das Sichtbarmachen vom Pulsieren der Adern am Handgelenk oder das Erröten im Gesicht in Folge des Blutflusses gezeigt. Kleine Bewegungen, die für den Menschen kaum wahrnehmbar sind, könnten in Zukunft durch die Software angezeigt werden. Das Atmen von Babies oder das Schwingen einer einzigen Gitarrensaite werden damit deutlich gemacht. Ähnlich wie ein Equalizer, der bestimmte Frequenzen verstärkt und andere ausblendet, verstärkt das System Farbveränderungen. Die Software läuft in Echt-Zeit und zeigt das Original als auch das verstärkte Video an.

Einsatz in Medizin denkbar

Obwohl sich die Software am besten für Phänomene eignet, die in regelmäßigen Abständen wiederkehren, wie Herzschlag oder Atmung, kann es bei einer Vielzahl an vorhandenen Frequenzen auch einmalige Ereignisse verstärken. Die Software kann zum Beispiel Veränderungen in Schattierungen auf Fotos, die innerhalb von 15 Sekunden geschossen wurden, feststellen. Das System könnte zu einer kontaktlosen Überwachung von Lebensfunktionen eines Menschen im klinischen Bereich eingesetzt werden, wie bei frühgeborenen Kindern. Auch als Babyphone-Ersatz im täglichen Einsatz wäre die Software ideal, da sie die Atmung von Kleinkindern überwachen könnte. Die Einsatzmöglichkeiten sind enorm groß und reichen von Laparoskopie bis hin zu Pulsmessern. Das MIT hat bereits von anderen Wissenschaftlern viele Ideen geliefert bekommen.

Ein kurzes Video zeigt, wie die Software aussehen könnte und was möglich ist:

 

(iw, derStandard.at, 22.6.2012)

  • Mit der neuen Software könnte wissensbasiertes Monitoring eine neue Dimension erreichen.
    screenshot: derstandard.at

    Mit der neuen Software könnte wissensbasiertes Monitoring eine neue Dimension erreichen.

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