Wenn am Horizont ein anderer Planet aufgeht

22. Juni 2012, 18:47
  • Blick mit heißen Sohlen auf das Panorama, das der aufgehende Gasplanet Kepler-36c bietet.
    illustration: harvard-smithsonian center for astrophysics/david aguilar

    Blick mit heißen Sohlen auf das Panorama, das der aufgehende Gasplanet Kepler-36c bietet.

Im System Kepler-36a kommen einander zwei Planeten so nahe, wie es noch nie zuvor beobachtet wurde

Washington - In 1.200 Lichtjahren Entfernung hat das US-Weltraumteleskop "Kepler" zwei Planeten aufgespürt, die beim Umlauf um ihren Mutterstern den engsten jemals beobachteten "Tanz" eines Planeten-Paares aufführen. Einer der beiden ist der Erde gar nicht so unähnlich, aufgrund der auf ihm herrschenden Hitze aber nicht für Leben geeignet - ansonsten könnte man auf ihm manchmal den benachbarten Gasplaneten in dreifacher Mondgröße am Himmel bewundern.

Der im Sternbild des Schwans gelegene Stern Kepler-36a ähnelt unserer Sonne, dürfte aber ein paar Milliarden Jahre älter sein und bereits die Phase eines sogenannten "Unterriesen" erreicht haben. Bei den beiden Planeten handelt es sich um einen Gesteinsplaneten ähnlich der Erde und einen Gasplaneten. Der Gesteinsplanet, Kepler-36b, hat etwa die eineinhalbfache Größe der Erde, den Messungen zufolge jedoch die 4,5-fache Masse. Der äußere Planet, Kepler-36c, ist ein sogenannter "heißer Neptun" und hat etwa die 3,7-fache Größe der Erde. Und beide ziehen in engen Orbits um ihren Mutterstern: Kepler-36b benötigt laut der in "Science" veröffentlichten Studie für einen Umlauf nur rund zwei Wochen, Kepler-36c 16 Tage.

Bei seinem kosmischen Tanz kommt sich das Paar zwar sehr nahe, stößt aber nicht zusammen: Zum Zeitpunkt ihrer engsten Annäherung entspricht die Entfernung der beiden Nachbarn immer noch der fünffachen Distanz zwischen Erde und Mond. "Das sind die beiden am engsten zusammenstehenden Planeten, die jemals entdeckt wurden", sagte der Washingtoner Astronom und Ko-Autor der Studie, Eric Agol. (APA/red, derStandard.at, 22.6.2012)

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19 Postings
Wenn Keppler 3b die 1,5 fache Größe (ich nehme an Durchmesser) hat

so hat er das 3,375 fache Volumen und bei der 4,5 fachen Masse eine um 33% höhere Dichte als die Erde. Bei einem etwas größerem Metallkern recht einfach.

Und so sieht es aus, wenn unsere Planeten nur so weit entfernt sind wie der Mond zur Erde:

http://www.youtube.com/watch?v=DNlLnaJiGY8

Und immer wieder nett - der Größenvergleich von Planeten und Sternen:
http://www.youtube.com/watch?v=HEheh1BH34Q

dieses Video ist in ihren Land leider nicht verfügbar... *grummel*

Für die Zwecke verwende ich http://you-tube-download.com - klappt meistens

Danke für den großartigen Link!

Jupiter ist echt... beängstigend!

Danke, coole Videos.
Erinnert ein wenig an den Uralt-Klassiker "Powers of Ten":
http://www.youtube.com/watch?v=SnPUx5yUkQo
Fasziniert mich noch heute.

Ich würde wahnsinnig gern mal die Aussicht auf einen Mond des Jupiters oder des Saturns genießen...

Anschaulichkeit von Größenverhältnissen in der Natur

Denke das ist die beste Veranschaulichung derzeit und ziemlich fehlerfrei. Mit den Pfeiltasten links/rechts zoom in/out. Viel Spaß!

http://htwins.net/scale2/

Beeindruckend

Thx for the link!

So nahe am Jupiter wäre nicht sehr gesund für die Erde :)

für welche erde dann?
;-)

bevor pluto zum zwergplaneten degradiert wurde

hat man überlegt, ob man das system pluto - charon nicht als doppelplanetensystem betrachten muss, wo sich die beiden planeten gegenseitig umrunden... der gemeinsame schwerpunkt ist außerhalb plutos, während der gemeinsame schwerpunkt erde-mond 1700km unter der erdoberfläche ist

http://de.wikipedia.org/wiki/Plan... Definition

die aktuelle planetendefinition verhindert, das die beiden planeten sein können.

der begriff doppelplanetensystem ist nicht definiert (wär aber einfach, man sagt entweder das der gemeinsame mittelpunkt außerhalb der beiden körper ist, oder das massenverhältnis unter einem gewissen wert ist)

spaßig wirds eh bei pluto: da er in einer 3:2 resonanz mit neptun ist, ist die neptunbahn definitionsmäßig sauber...

"spaßig wirds eh bei pluto: da er in einer 3:2 resonanz mit neptun ist, ist die neptunbahn definitionsmäßig sauber..."

Ich denke, dass Pluto und Charon auch keinen Einfluss auf Neptun's Planetenstatus hätten, selbst wenn sie dieselbe Bahn teilen würden.

Diese Tabelle macht recht klar, wie deutlich der Unterschied zwischen Planeten und Zwergplaneten in bezug auf Säuberung der Umlaufbahn ist:

http://en.wikipedia.org/wiki/Clea... od#Details

"Also listed is the Stern–Levison parameter ?; again, the planets are orders of magnitude greater than 1, and the dwarf planets are orders of magnitude less than 1."

... daran täte beim Neptun sicher auch Pluto + Charon in derselben Bahn nichts entscheidend ändern.

praktisch muss man aber eins anerkennen

es ist die erste entdeckung eines mondes (natürlichen satelliten) um einen planeten in einem anderen sonnensystem.

aber auch nur, weil doppelplanetensystem nicht definiert ist, während mond ganz einfach das kleinere objekt ist, das ums größere kreist, während das größere objekt kein stern ist.

"Kepler-36b benötigt ... für einen Umlauf nur rund zwei Wochen, Kepler-36c 16 Tage."

Das schließt aus, dass es sich um Planet plus natürlichen Satellit handelt.

wenn ich den Artikel richtig verstanden habe, kreisen beide um den Stern, nicht umeinander. Ihre Umlaufbahnen sind nur recht nah beieinander.

Stimmt. Wenn beide umeinanderkreisen würden - wäre dann nicht der eine der Mond des anderen?

Wenn es so wäre, dann ja. Wobei man allerdings berücksichtigen muss, dass es in gewissen Fällen eine Interpretationssache sein kann, ob es sich um Planet und Mond, oder um ein Doppel-Planeten-System handelt. Wie wenn sich der Schwergewichtspunkt außerhalb beider Körper befindet (wie das z.B. bei Pluto und Charon der Fall wäre ... womit man argumentieren könnte, dass es sich eher um ein Doppel-Zwergplaneten-System handelt).

Nachdem es hier allerdings keine genauen Definitionen gibt, ähnlich wie bei der (irdischen) Frage: "was genau ist ein Kontinent", kann man das unterschiedlich auslegen.

Erinnert an die alte - nicht ganz ernst gemeinte Frage:

Wenn auf einem Planeten exakt die eine Halbkugel Land und die andere Wasser wäre, sollte man dann die Landfläche als Kontinent und die Wasserfläche als einen See bezeichen oder die Wasserfläche als Ozean und die Landfläche als Insel?

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