Wenn am Horizont ein anderer Planet aufgeht

  • Blick mit heißen Sohlen auf das Panorama, das der aufgehende Gasplanet Kepler-36c bietet.
    illustration: harvard-smithsonian center for astrophysics/david aguilar

    Blick mit heißen Sohlen auf das Panorama, das der aufgehende Gasplanet Kepler-36c bietet.

Im System Kepler-36a kommen einander zwei Planeten so nahe, wie es noch nie zuvor beobachtet wurde

Washington - In 1.200 Lichtjahren Entfernung hat das US-Weltraumteleskop "Kepler" zwei Planeten aufgespürt, die beim Umlauf um ihren Mutterstern den engsten jemals beobachteten "Tanz" eines Planeten-Paares aufführen. Einer der beiden ist der Erde gar nicht so unähnlich, aufgrund der auf ihm herrschenden Hitze aber nicht für Leben geeignet - ansonsten könnte man auf ihm manchmal den benachbarten Gasplaneten in dreifacher Mondgröße am Himmel bewundern.

Der im Sternbild des Schwans gelegene Stern Kepler-36a ähnelt unserer Sonne, dürfte aber ein paar Milliarden Jahre älter sein und bereits die Phase eines sogenannten "Unterriesen" erreicht haben. Bei den beiden Planeten handelt es sich um einen Gesteinsplaneten ähnlich der Erde und einen Gasplaneten. Der Gesteinsplanet, Kepler-36b, hat etwa die eineinhalbfache Größe der Erde, den Messungen zufolge jedoch die 4,5-fache Masse. Der äußere Planet, Kepler-36c, ist ein sogenannter "heißer Neptun" und hat etwa die 3,7-fache Größe der Erde. Und beide ziehen in engen Orbits um ihren Mutterstern: Kepler-36b benötigt laut der in "Science" veröffentlichten Studie für einen Umlauf nur rund zwei Wochen, Kepler-36c 16 Tage.

Bei seinem kosmischen Tanz kommt sich das Paar zwar sehr nahe, stößt aber nicht zusammen: Zum Zeitpunkt ihrer engsten Annäherung entspricht die Entfernung der beiden Nachbarn immer noch der fünffachen Distanz zwischen Erde und Mond. "Das sind die beiden am engsten zusammenstehenden Planeten, die jemals entdeckt wurden", sagte der Washingtoner Astronom und Ko-Autor der Studie, Eric Agol. (APA/red, derStandard.at, 22.6.2012)

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