Leipnik Lundenburger ist möglicher Börsenkandidat

22. Juni 2012, 12:52

Raiffeisen-Holding-Chef Erwin Hameseder hält eine Privatisierung des Mühlenkonzerns, aber auch im Bereich Erneuerbarer Energien für denkbar

Wien - Erwin Hameseder, seit Mai Obmann der Raiffeisen-Holding Niederösterreich-Wien, sieht "in einigen Jahren" den Bereich erneuerbare Energie sowie den Mühlenriesen Leipnik Lundenburger Invest (LLI) als Börsekandidaten. In neue Geschäftsfelder will er nicht einsteigen, sondern "in die Tiefe gehen", sagte er im Gespräch mit der "Presse". Der Umsatz der Industriebeteiligungen der Raiffeisenholding soll "bei einer konservativen Schätzung" in drei bis vier Jahren von zuletzt 22,6 Milliarden Euro auf 25 bis 26 Milliarden Euro gestiegen sein, der Nettogewinn von 143 Millionen Euro auf 350 Millionen Euro.

Medienbereich bleibt strategisches Investment

Im Medienbereich will er Zukäufe nicht ausschließen, obwohl es die Wettbewerbsgesetze sehr schwer machten, solche zu tätigen. "Der Medienbereich ist für uns ein strategisches Investment, das wir nicht aufgeben", so Hameseder. Mit dem Streit zwischen der Westdeutschen Allgemeinen (WAZ) und der Familie Dichand in der Mediaprint "sind wir sehr unglücklich". "Wir sind hier der mitleidende Dritte."

Die einzige Firma, von der sich die Raiffeisen-Holding eventuell trennen will ist die Plakat- und Außenwerbungsfirma Epamedia, bei der es zuletzt "schmerzliche Abschreibungen - vor allem in Ungarn" gegeben habe. Für die Epamedia liegen "über zehn Angebote vor" wird Hameseder in der Presse zitiert. Das Österreich-Geschäft könnte Raiffeisen eventuell behalten, aber bei einem Angebot mit einem "ordentlichen dreistelligen Millionenbetrag" würde man auch die gesamte Gruppe verkaufen.

Gruppe will Eigenkapital weiter stärken

Die neuen Banken-Kapitalbestimmungen Basel III seien die größte Herausforderung für Raiffeisen. Die Genossenschaft kann dann einen Teil der Geschäftsanteile nicht mehr zum harten Kernkapital anrechnen lassen. Um dem rechtzeitig gegenzusteuern "überlegen wir, wie wir uns über die Ausgabe von neuen Geschäftsanteilen zusätzliches Eigenkapital von dritter Seite holen können", sagte Hameseder. "In Niederösterreich gehen wir davon aus, dass wir bis 2016 von neuen Mitgliedern und von Kunden 300 bis 500 Millionen Euro an neuem Kernkapital erhalten werden". Es werde zwar eine attraktive Verzinsung geben, bei der Mitsprache werde aber das "Kopfstimmrecht" bleiben, also jeder hat nur eine Stimme, egal wie viele Anteile er beisitzt.

Insgesamt erfülle die Raiffeisen-Bankengruppe bereits die regulatorischen Vorschriften für das Eigenkapital, werde aber noch Eigenkapital aufbauen, "um im internationalen Vergleich gut kapitalisiert zu sein". Es sei realistisch, in Österreich durch einbehaltene Gewinne und andere Maßnahmen bis 2018 zu den derzeit 23 Milliarden Euro weitere vier Milliarden Euro Eigenkapital zu erwirtschaften. (APA, 22.6.2012)

Jessas na!

Da muss der Neffe am End' noch was arbeiten...

privatisierung? auch wenn die raiffeisen-manager manchmal glauben, ein staat im staate zu sein, sie führen immer noch ein privates unternehmen - und die apa sollte das wissen...

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