Assange fühlt sich von seiner Heimat Australien im Stich gelassen

Wikileaks-Mitbegründer: Leben in Ecuador wäre besser als im Gefängnis

Wikileaks-Mitbegründer Julian Assange hat in Ecuador Asyl beantragt, weil er sich nach eigenen Angaben von seiner Heimat Australien im Stich gelassen fühlt. Die australische Regierung sei "nicht in einer einzigen Angelegenheit" - auch nicht in seinem Fall - bereit, andere Regierungen darum zu bitten, "vernünftig" zu handeln, sagte Assange am Freitag dem australischen Sender ABC. Er bestritt zugleich, konsularische Hilfe erhalten zu haben. Er habe seit seiner Festnahme im Dezember 2010 mit keinem Vertreter der australischen Botschaft gesprochen, ergänzte der 40-Jährige.

 

Assange hatte am Dienstag in der Botschaft Ecuadors in London Zuflucht gesucht und einen Antrag auf politisches Asyl gestellt, weil ihm eine Auslieferung von Großbritannien an Schweden droht. Dort werden ihm Sexualdelikte zur Last gelegt. Assange fürchtet aber, letztlich an die USA ausgeliefert und dort wegen der brisanten Enthüllungen durch seine Website Wikileaks verfolgt zu werden. In den USA seien bereits Strafverfahren im Gange, die zu einer Auslieferung führen könnten, sagte er ABC. Um auf diesen mutmaßlichen Komplott gegen ihn aufmerksam zu machen, habe er sich in Ecuadors Botschaft geflüchtet.

Assange lobte die Menschen des südamerikanischen Landes, "freundlich" und "großzügig" zu sein. Das Leben sei dort "viel besser als ein Leben hinter Gittern", bekräftigte Assange. (red, APA, 22.6.2012)

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