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Für Marie Antoinette fertigte Abraham Louis Breguet diese Uhr (Bild unten). Die Königin war nur eine aus der Schar der Super-Promis, die bei Breguet einkauften.


Das Modell Type XXI verfügt über einen zentralen Flyback-Minuten-Zähler, sowie eine 24-Stunden-Anzeige.

In den 1950er-Jahren konzipiert, hat die Type XX Transatlantique in die Breguet-Kollektion zurückgefunden.
Der Kalender zeigte den Monat Juni des Jahres 1815. Beim etwa 20 Kilometer südlich von Brüssel gelegenen Gehöft La Belle Alliance konnten zwei hartgesottene Feldherren ihre Anspannung kaum verbergen. Einer davon, der aus seiner Verbannung zurückgekehrte Napoleon Bonaparte, wartete sehnsüchtig auf General Grouchy mit seinen Truppen. Andererseits wünschte sich der Herzog von Wellington in seinem Hauptquartier bei Waterloo dringend Generalfeldmarschall Blücher herbei. Nervös blickten die erbitterten Feinde immer wieder auf ihre präzisen Taschenuhren.
Selbige waren das Einzige, was sie verband. Ihr geistiger und handwerklicher Vater wirkte derweil im Herzen des Pariser Uhrmacherquartiers. Sein Name: Abraham Louis Breguet. Bezüglich ihrer kostbaren Zeitmesser befanden sich die Kampfhähne übrigens in bester Gesellschaft. Beim wohl bedeutendsten Uhrmacher aller Zeiten ließen aus verständlichen Gründen u. a. auch der Herzog von Orleans, Königin Marie Antoinette, König Ludwig XVI., die Königin der Toskana, Fürst Talleyrand, der Prinz von Wales, der König von Spanien, Zar Alexander, König Georg III. von England und Hannover, Alexander von Humboldt sowie König Friedrich Wilhelm II. von Preußen arbeiten. Sie alle verlangten Kreativität, Innovation und natürlich ein Optimum an Uhrmacherei.
Der Blick aufs breitgefächerte Lebenswerk Abraham-Louis Breguets fördert ans Tageslicht:
... natürlich auch Vorläufer des heutigen Chronografen. Aber leider eben nur Vorläufer, denn bei aller Kreativität fiel Abraham-Louis Breguet ein kleines, entscheidendes Teil nicht ein. Gemeint ist das sogenannte Nullstellherz, welches die Chronografenzeiger per Knopfdruck aus jeder beliebigen Position in die Senkrechte springen lässt. Selbiges ist Adolphe Nicole, einem Uhrmacher aus dem Vallée de Joux zu verdanken. Die nachgerade geniale Erfindung datiert auf das Jahr 1844. Somit kann und muss Nicole als Vater des modernen Chronografen gelten. Aber Breguet war in puncto gestoppter Zeit keineswegs untätig.
Auf das Jahr 1820 datiert der erste "chronomètre d'observation", also eine Beobachtungstaschenuhr mit zwei zentral positionierten Sekundenzeigern. Ohne Beeinträchtigung des Uhrwerks ließen sie sich über kleine Drücker links und rechts des Bügels anhalten und wieder starten. Nur eine Nullstellung gab es nicht. Per Schieber im Gehäuserand konnten die Besitzer aber auch das gesamte Uhrwerk anhalten.
Am 18. März 1826 verkaufte Breguet eine doppelseitige Taschenuhr. Auf ihrer Rückseite befand sich ein anhaltbarer Zeiger mit Tintenreservoir. Das "Stoppen" erfolgte sozusagen schwarz auf weiß mithilfe von Punkten am funktional gestalteten Emailzifferblatt. Diese Entwicklung sollte gegen 1850 zu einem heftigen Patentstreit zwischen Nicolas Matthieu Rieussec, dem Erfinder des Tintenschreibers mit rotierenden Scheiben und Louis Breguet, Enkel Abraham-Louis' führen.
Apropos Nachkommen
1807 trat Sohn Antoine Louis ins Unternehmen ein. Aus Breguet wurde Breguet & Fils. 1833 übernahm besagter Enkel Louis Clément Breguet die Leitung. Keiner von beiden konnte dem 1823 verstorbenen Gründer auch nur annähernd das Wasser reichen. Das galt auch für den Vorarbeiter Edward Brown, welcher die Marke 1870 kaufte und für 100 Jahre ins Eigentum seiner Familie brachte.
1971 waren die Pariser Juweliersbrüder Jacques und Pierre Chaumet an der Reihe. Nach einem unrühmlichen Konkurs im Jahre 1987 stieg 1988 die Investors Corporation ein. Schließlich hat seit September 1999 die Bieler Swatch Group das Sagen bei Breguet. Nicolas G. Hayek führte die Marke nicht nur zu neuer Blüte, sondern auch zurück zu echter Manufakturarbeit.
Louis Breguet (1880-1955), ein Nachkomme Abraham-Louis Breguets, beschäftigte sich ab 1907 sehr intensiv mit der Luftfahrt. Er gilt bis heute als einer ihrer Pioniere. Sein Luftfahrtunternehmen, die Breguet Aviation blieb bis 1967 selbstständig. Dann ordnete die französische Regierung eine Kooperation mit Marcel Dassault an, welche 1971 die Fusion Breguet-Dassault und 1990 das Aufgehen in der Dassault Aviation brachte.
In Abstimmung mit Luftfahrtgesellschaften und Flugzeugherstellern entwickelte Breguet ihre Spezialuhren kontinuierlich weiter. Für das Centre d'essais en vol de Brétigny-sur-Orge (CEV) baute Breguet ab 1954 drei Generationen des Armbandchronografen "Typ XX" in unterschiedlichen Ausführungen. Genau genommen leitete er sich vom ersten Armbandchronografen des Hauses Breguet ab, vorgestellt im Jahre 1935. Besondere Kennzeichen: ein Retour-en-vol- Mechanismus, heute besser als Flyback bekannt, zum Nullstellen und Neustart des Chronografen mit einem Knopfdruck.
Werkeexklusivität brachte das Jahr 1992. Ab diesem Zeitpunkt entwickelte Lémania für Breguet und die spätere Schwester Ebel aus dem 1971 vorgestellten Omega-Kaliber 1040/1340 das Automatikkaliber 1352. Die aktuelle Spitze markiert indessen das exklusive Automatikkaliber 589F. Hierbei hat Breguet den Zeitturbo eingeschaltet. Das heißt: Die Unruh vollzieht stündlich 72.000 Halbschwingungen. (Gisbert L. Brunner, Rondo, DER STANDARD, 22.06.2012)
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wer sich aber eine mechanische uhr kauft und enttäuscht ist dass, er werder ein hi-tech produkt noch die genauigkeit einer funkuhr hat, der gehört nicht zur zielgruppe.
es geht letztendlich um die freude an einen mikrokosmos, feinmechanik und maschinenbau in miniatur und bei einigen produkten und herstellen um sehr viel liebe zum detail und im regelfall um ein haptisches und "visuelles" vergnügen.
ich esse ja auch nicht nur um nicht zu verhungern, sondern weil ich freude an gutem essen (und wein) habe.
die holen das handy aus der hosentasche und wissen wie spät es ist. jeder wie er will, für mich ist das nix.
lästig sind halt die moralapostel die einem erklären wollen, wieviel man für eine uhr auszugeben hat, ohne als dekadenter (und menschenverachtender, weil andere das geld nicht haben) dazustehen.
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