Check-in 3 - Es hätte schlimmer kommen können

  • Eine zentrale Sicherheitskontrolle vor den Gates, wie sie international üblich ist, gibt es nun auch am Terminal Check-In-3 am Wiener Flughafen. Warteschlangen konnten bisher vermieden werden.
    foto: apa/helmut fohringer

    Eine zentrale Sicherheitskontrolle vor den Gates, wie sie international üblich ist, gibt es nun auch am Terminal Check-In-3 am Wiener Flughafen. Warteschlangen konnten bisher vermieden werden.

Der neue Terminal am Wiener Flughafen funktioniert. Die Kritik ist nur zum Teil berechtigt

Wien - Wie es in einem vollklimatisierten Gebäude wie dem neuen Terminal Check-In-3 am Wiener Flughafen derart heiß sein kann, war den Eröffnungsgästen am Donnerstag ein Rätsel. Die Statements von Wiens Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) und Niederösterreichs Landeshauptmann Erwin Pröll (ÖVP) waren dafür sicher nicht verantwortlich. "Eine richtige Beamtenbetriebstemperatur hat's da", meinte einer der Gäste. Aber zur Freude aller hat die Inbetriebnahme des neuen Terminals vor drei Wochen geklappt.

Es hätte nach all den Problemen viel schlimmer kommen können: Als vor wenigen Jahren am Londoner Flughafen Heathrow das Terminal 5 eröffnet wurde, fehlten tagelang tausende Koffer, und der neue Flughafen in Berlin verkündete jüngst, die Eröffnung um nicht weniger als ein Jahr zu verschieben.

37 Gates

Was nach wiederholtem Besuch an Wiener Airport auffällt ist: Der Ausgang nach der Kofferausgabe ist zu klein, daran lässt sich leider nichts ändern. An einer Verbesserung der Beschilderung, was zu einer besseren Orientierung führen sollte, wird gearbeitet. Verglichen mit Airports wie Frankfurt oder Heathrow ist Kritik an den zu langen Wegen nicht schlüssig. Check-In-3 ist nun einmal größer als die alten zwei Terminals. Irreführend ist, dass auf der Schengen-Ebene F auf die Gates 1 bis 99 verwiesen wird. Tatsächlich gibt es 17 Andockpositionen und 20 Busgates, in Summe also nur 37 Gates.

Statt dezentraler Sicherheitskontrollen am Gate gibt es nun eine zentrale Security nach dem Einchecken - allerdings mit Einschränkungen. Denn vom Check-In-3-Terminal gehen (nur fast) alle Star-Alliance-Flüge (AUA/Lufthansa & Co) ab. Wer mit der AUA nach Nordamerika oder Tel Aviv (gilt auch für Niki) fliegt, muss im neuen Terminal einchecken, dann aber ins alte Terminal wechseln. Der Grund: Die USA verlangen eine dezentrale Sicherheitskontrolle. Und weil auf den Tel Aviv- und Nordamerika-Fliegern ein hoher Anteil von Umsteige-Passagieren ist, wurden beide in das alte Terminal Pier Ost verbannt. Businessreisende sollten wissen, dass die Star Alliance am alten Terminal keine Loungen mehr hat. Nachteil: Man muss zweimal durch die Sicherheitskontrolle. Die flughafeneigene Lounge besteht im alten Terminal nach wie vor. Auch für Emirates und Eva-Air-Reisende gilt: Einchecken im neuen Terminal, Abflug im alten Terminal. Der Weg vom Einchecken bis zum Pier Ost im alten Terminal ist einfach zu finden und gut ausgeschildert. Passagiere von Air France, British Airways, Easyjet etc. müssen nach wie vor im alten Terminal einchecken und fliegen auch dort ab. Ankunft und Kofferausgabe ist aber für alle im neuen Terminal.

Neue Bleibe

Wer mit Niki oder Air Berlin fliegt, checkt wie bisher im Container ein. Sobald nächstes Jahr die alten AUA-Check-In-Schalter im alten Terminal fertig saniert sind, wechseln beide Airlines dorthin, und der Container wird weggerissen. Wer mit dem Auto kommt und vom neuen Terminal abfliegt, ist im Parkhaus vier besser aufgehoben. Air Berlin und Niki-Passagiere im Parkhaus drei. Behindertenverbände kritisieren zu wenig Barrierefreiheit.

Häupl als Vertreter eines Hauptaktionärs (Wien und NÖ sind mit je 20 Prozent am Flughafen beteiligt) machte am Donnerstag aus seinem Herzen keine Mördergrube: "Wir freuen uns, wenn wir mit euch (Flughafen-Vorstand, Anm.) ein Glas Wein trinken können und uns nicht mit den schrecklichen Dinge der Vergangenheit beschäftigen müssen." (Claudia Ruff, DER STANDARD, 22.6.2012)

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