Check-in 3 - Es hätte schlimmer kommen können

Claudia Ruff
21. Juni 2012, 18:18
  • Eine zentrale Sicherheitskontrolle vor den Gates, wie sie international üblich ist, gibt es nun auch am Terminal Check-In-3 am Wiener Flughafen. Warteschlangen konnten bisher vermieden werden.
    foto: apa/helmut fohringer

    Eine zentrale Sicherheitskontrolle vor den Gates, wie sie international üblich ist, gibt es nun auch am Terminal Check-In-3 am Wiener Flughafen. Warteschlangen konnten bisher vermieden werden.

Der neue Terminal am Wiener Flughafen funktioniert. Die Kritik ist nur zum Teil berechtigt

Wien - Wie es in einem vollklimatisierten Gebäude wie dem neuen Terminal Check-In-3 am Wiener Flughafen derart heiß sein kann, war den Eröffnungsgästen am Donnerstag ein Rätsel. Die Statements von Wiens Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) und Niederösterreichs Landeshauptmann Erwin Pröll (ÖVP) waren dafür sicher nicht verantwortlich. "Eine richtige Beamtenbetriebstemperatur hat's da", meinte einer der Gäste. Aber zur Freude aller hat die Inbetriebnahme des neuen Terminals vor drei Wochen geklappt.

Es hätte nach all den Problemen viel schlimmer kommen können: Als vor wenigen Jahren am Londoner Flughafen Heathrow das Terminal 5 eröffnet wurde, fehlten tagelang tausende Koffer, und der neue Flughafen in Berlin verkündete jüngst, die Eröffnung um nicht weniger als ein Jahr zu verschieben.

37 Gates

Was nach wiederholtem Besuch an Wiener Airport auffällt ist: Der Ausgang nach der Kofferausgabe ist zu klein, daran lässt sich leider nichts ändern. An einer Verbesserung der Beschilderung, was zu einer besseren Orientierung führen sollte, wird gearbeitet. Verglichen mit Airports wie Frankfurt oder Heathrow ist Kritik an den zu langen Wegen nicht schlüssig. Check-In-3 ist nun einmal größer als die alten zwei Terminals. Irreführend ist, dass auf der Schengen-Ebene F auf die Gates 1 bis 99 verwiesen wird. Tatsächlich gibt es 17 Andockpositionen und 20 Busgates, in Summe also nur 37 Gates.

Statt dezentraler Sicherheitskontrollen am Gate gibt es nun eine zentrale Security nach dem Einchecken - allerdings mit Einschränkungen. Denn vom Check-In-3-Terminal gehen (nur fast) alle Star-Alliance-Flüge (AUA/Lufthansa & Co) ab. Wer mit der AUA nach Nordamerika oder Tel Aviv (gilt auch für Niki) fliegt, muss im neuen Terminal einchecken, dann aber ins alte Terminal wechseln. Der Grund: Die USA verlangen eine dezentrale Sicherheitskontrolle. Und weil auf den Tel Aviv- und Nordamerika-Fliegern ein hoher Anteil von Umsteige-Passagieren ist, wurden beide in das alte Terminal Pier Ost verbannt. Businessreisende sollten wissen, dass die Star Alliance am alten Terminal keine Loungen mehr hat. Nachteil: Man muss zweimal durch die Sicherheitskontrolle. Die flughafeneigene Lounge besteht im alten Terminal nach wie vor. Auch für Emirates und Eva-Air-Reisende gilt: Einchecken im neuen Terminal, Abflug im alten Terminal. Der Weg vom Einchecken bis zum Pier Ost im alten Terminal ist einfach zu finden und gut ausgeschildert. Passagiere von Air France, British Airways, Easyjet etc. müssen nach wie vor im alten Terminal einchecken und fliegen auch dort ab. Ankunft und Kofferausgabe ist aber für alle im neuen Terminal.

Neue Bleibe

Wer mit Niki oder Air Berlin fliegt, checkt wie bisher im Container ein. Sobald nächstes Jahr die alten AUA-Check-In-Schalter im alten Terminal fertig saniert sind, wechseln beide Airlines dorthin, und der Container wird weggerissen. Wer mit dem Auto kommt und vom neuen Terminal abfliegt, ist im Parkhaus vier besser aufgehoben. Air Berlin und Niki-Passagiere im Parkhaus drei. Behindertenverbände kritisieren zu wenig Barrierefreiheit.

Häupl als Vertreter eines Hauptaktionärs (Wien und NÖ sind mit je 20 Prozent am Flughafen beteiligt) machte am Donnerstag aus seinem Herzen keine Mördergrube: "Wir freuen uns, wenn wir mit euch (Flughafen-Vorstand, Anm.) ein Glas Wein trinken können und uns nicht mit den schrecklichen Dinge der Vergangenheit beschäftigen müssen." (Claudia Ruff, DER STANDARD, 22.6.2012)

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    Statt seinen Standortnachteil auf Kosten der Bevölkerung auszugleichen

    und rücksichtlos über dicht besieltes Gebiet zu fliegen, hätte der Wiener Flughafen seine Hausaufgaben erledigen sollen.

    Aber vermutlich stellt sich die Situation aus Sicht von politiknahen Flughafenmanagern völlig anders da. Da geht es mehr darum, wer welchen Auftrag bekommt und nicht ob dieser sinnvoll ausgeführt wird. Und wie viele Menschen vom Fluglärm betroffen sind, ist scheint egal, solange man damit die Abflugroute über dem eigenen Haus weg bekommt.

    Provinziell..2. Teil

    Ganz besonders prefide wird das wenn man wieder zurück will - die Rollwege gibt es nämlich nur in einer Richtung......also wenn man ein kleines Kind hat muss man ca. 1 km im Laufschritt zurückhecheln...und natürlich nochmals durch alle Kontrollen gehen.
    Insgesamt: für die lange Bauzeit und den Kosten: ein absoluter provinzieller Flughafen. (am besten vermeiden-geht aber leider nicht...)

    Provinziell..

    Also ich bin schon auf vielen Flughäfen gewesen aber zumindest in Mitteleuropa ist der VIA einer der schlechtesten. (z.B. bei der Ankunft - eine ! einzige Rolltreppe die hinauf zur Passkontrolle führt, ein einziger Lift (und der viel zu klein - versuchen sie mal mit einem Kinderwagen da hinein zu kommen). Wenn 2 Flugzeuge gleichzeitig ankommen stehen die Leute teilweise bis aufs Rollfeld (wird dann besonders im Winter sehr lustig werden). Keine oder sehr wenig Beschilderung. Und wo ist bitte das WC bei der Ankunft? Desweiteren: Gateänderungen knapp vor Abflug - beonders lustig wenn man ursprünglich z.B. auf G34 ist - das ist am äussersten Ende vom Skylink und dann einen neuen Gate in der alten Halle bekommt.

    Naja

    sie werdens schon irgendwie hinbasteln, was will man schon verlangen für 800 Mios...

    Es hätte schlimmer kommen können -

    aber viel schlimmer wohl nicht.

    Also die Anbindung

    Neu mit Alt ist grauenhaft, sowohl beim Ankunftsbereich ( ganz mies), als auch zwischen den Checkinbereichen.

    first try...

    anreise s-bahn, checkin in usw eigentlich ganz gut, passt.
    ankunft (nachmittags): ein wenig eng, seltsam, gepäck in 15 min da und ich hatte keine probleme mit der orientierung usw...

    und vielleicht wars zufall oder mein nochimmerimurlaubzustand, aber ich hab zuerst die öbb fahrkartenautomaten entdeckt und nicht den cat.

    wc-lösung, naja, kreativ.
    zu teuer ja, trotzdem eigentlich guter durchschnitt. ist natürlich nur meine sicht der dinge...

    dann sind sie bei den zügen auf der anderen seite runter gegangen.

    mag sein,

    dass es zufall (oder urlaubstaumel) war, ja.

    Leider ohne Architekt gebaut ?!

    Schade, dass der neue check-in ohne Architekten gebaut wurde, oder wenn dann nur solche, die das erste Semester nicht überlebt haben. Wie sonst ist es zu erklären, dass Werbetafeln mitten im Raum stehen, der Boden aus billigem Plastik besteht, der Weg zum Exit über mehrere Etagen (sorry, das ist ja das neue geile Stockwerksystem) und Mickey Maus Rolltreppen führt. Überhaupt stelle ich mir so das Ambiente in den unterirdischen Katakomben des AKH vor, die aber nur von unbemannten Robotern befahren werden. WC's befinden sich konsequent in der anderen Etagen, nur über Treppen erreichbar, sehr praktisch mit Trolley. Wo blieben die Architekten? Keine Ahnung, stecken wahrscheinlich noch im Stau ih der Zufahrt zum Check... Schade um unser Geld

    TATSÄCHLICH GRAUENHAFT!!!

    Meine Vermutung ist, dass man den Architekten gar nicht mehr in die Wüste schicken muss. Der wurde wohl mit den Worten nach Hause geschickt: "Ok, danke, passt scho, den Rest mach ma selber!" - um schließlich das ganze Finish zwischen Bauherren und Baumeistern auszuschnapsen. Diese lästigen Architekten!!!! Die bestehen immer so deppat auf irgendwelchen Lösungen und Materialien!!!

    Habe eben genau dieses bei einem Zubau der BIG erlebt.
    Ergebnis: INFERIOR.
    Auf mich wirkt der Gate wie ein rieiges, typisch österreichisches Häusl, das nie einen Architekten sah: fantasie- und lieblos in der Gestaltung, billigst in der Ausführung, stümperhaft in den Übergängen, freilich dadurch mit extrem unpraktischen bis gefährlichen Flaschenhälsen.

    Ich hoffe

    dass es vielleicht dem einen oder anderen verantwortungsvollen Menschen am Flughafen dämmert, dass derartige Menschenverknäuelungen eventuell ein Sicherheitsrisiko sein könnten, und dass die alte Ankunftshalle wieder in Betrieb genommen wird. Auf anderen Flugäfen haben verschiedene Terminals auch verschiedene Ausgänge.
    was ist eigentlich mit dem Platz der alten Halle geplant?

    da kommt der ORF rein.

    Warum ist eigentlich im P4....

    ... immer 1. Etage gesperrt (wir bauen für sie), die 2. Etage voll, die 3. VIP Zone, da wird man schon schwindlig bevor man sich über den Skylink so richtig ärgern kann.....

    wennst über die

    Abflugrampe ins P4 rüberfährst (Brücke), kannst eh dort in der zweiten Hälfte des 3. Stockwerks parken. Sofern etwas frei ist.

    für reisende wäre es besser gewesen, dieses planungsdesaster wäre nie fertig gestellt worden. was nutzt mir die erkenntnis, dass es hätte schlimmer kommen können? dieses terminal ist nicht einmal gut gemeint und eine einzige, in ihrer grundsätzlichen konzeption nicht mehr sanierbare geldverschwendung. gebaut, als wäre dort kein platz. lächerlich.

    Passt eh zu Wien ;)

    Schwarzer Humor, Schwarzes Gebäude. Kleinkariert im Format ;)

    P.S. die Bauherren gehören in die Wüste geschickt!!!

    war gestern das erste mal da

    allerdings total unausgeschlafen, daher potentiell eher negativ, muss man schon dazusagen ;-)

    aber:

    das ganze gebäude ist ziemlich düster, drückend, es erinnert mich irgendwie an das innere des mumok, hat was von einem riesigen banktresor. warum konnte man den terminal nicht eher wie das leopold museum gestalten ;-) ?

    das gate ist zwar noch brandneu, wirkt aber bereits irgendwie abgesandelt ( vor allem die toiletten sind grauslich ) - evtl ein paar reinigungszyklen mehr ?

    ich verstehe nicht, wie mehr als die hälfte der gates einfache busterminals sein können. da wird man mit grossem pomp und schnickschnack erst recht wieder in einen uraltbus gesetzt ;-)

    bin schon neugierig auf meine rückkehr, den ankunftsbereich kenne ich noch nicht

    Busterminal

    JEDES Gate kann sowohl Fluggastbrücke als auch Bus bedienen. Das gehört zum Konzept des Skylinks.

    Schon aufgefallen, daß in der Fluggastbrücke in der Mitte eine (trennende) Glasscheibe ist? Da können Leute zum Bus spazieren, während gleichzeitig Leute aus dem Flieger aussteigen.

    Grundsätzlich nicht so dumm... das möchte München auch einführen

    Es ist ein Skandal - eigentlich

    Ich meine, das ganze ist eigentlich ein Architekturskandal, so wie das auch hier gemeint wird:
    http://www.guenterstrobl.at/2012/06/i... 0-mio.html

    das mit den bahnsteigen kann ich nur bestätigen. wenn man bereits einen fahrschein hat und diesen entwerten will muß man sich am bahnsteig auf die suche nach dem einzigen entwerter machen, der sehr gut zwischen ticketmaschinen versteckt ist (überhaupt wenn man von der CAT abgangsseite kommt).

    Es gibt doch

    bei den Ticketautomaten oben, also bevor man mit der Rolltreppe runter auf den Bahnsteig fährt, auch einen Entwerter.

    Wie an anderer Stelle schon geschrieben: Die in ihrem Link erwähnten Mängel gehen meiner Meinung nach durchgängig auf die Kappe der Bauherren.

    So ist hier zB der Entwurf zu sehen, mit dem man den Wettbewerb gewonnen hat. Kein Anzeichen von dem undursichtigen, dunklen Kerker der rausgekommen ist. Selbst der temporäre Terminal 1A bietet mehr Aufenthaltsqualität.

    Gleiches gilt auch für die durchwegs freundlichen Renderings, die Architekten hatten offenbar wirklich andere Materialien im Sinn als sie von der (unfähigen?) Geschäftsführung gewünscht wurden: bit.ly/LGE7fI

    Alles in allem ein ziemlicher Flop, ein neues Terminal, das vollkommen unterdimensioniert ist. Ich hoffe mit Sanierung von Terminal 2 wird da noch etwas ausgebessert

    Meistens ist Architekturkritik von und an Architekten nichts als zickige Neiddiskussion.

    Diesmal hat Günter Strobl aber recht.

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