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Printjournalismus wird nicht darum herumkommen, sich der sozialen Netzwerke zu bedienen und mit dem Internet zu kooperieren. Gökalp Babayigit, Homepage-Chef der "Süddeutschen Zeitung", und der deutsche Kommunikationswissenschafter Stephan Weichert warnten bei der Generalversammlung des Verbandes Österreichischer Zeitungen (VÖZ), dass viele Verlage die Potenziale des Internets noch immer nicht erkannt hätten.
Frontalunterricht ist passe
Wichtiger als der Inhalt der Zeitung könnte bald die Frage sein, wie eine Zeitung mit ihren Lesern umgeht. Der mediale Frontunterricht sei durch die Verbreitung von Social Media jedenfalls endgültig passe, meinte Babayigit. Man müsse mit den Lesern via soziale Plattformen in Kommunikation treten, deren Kritik ernst nehmen und Anregungen in die Arbeit einfließen lassen. Ein Artikel sei heute nie "fertig", sondern befinde sich in einem laufenden Prozess. "Das Publizieren ist nicht der End- sondern der Startpunkt", so der Online-Experte der "Süddeutschen".
Austausch mit den Lesern
Auch der Kommunikationswissenschafter Weichert geht davon aus, dass sich der Printjournalismus den Input von Nichtjournalisten zunutze machen und dass es einen Austausch mit den Lesern geben müsse. Durch die Möglichkeit des "liken, sharen und followen" könne der Journalist heute seine Inhalte immer wieder neu bewerten und gestalten. Um jüngere Menschen für Zeitungen zu begeistern, muss man sie transmedial begleiten. Man müsse etwa über Apps Zusatzinformationen liefern, ohne das Printprodukt zu schwächen, so Weichert.
Monopolstellung von Facebook
Weniger euphorisch sondern vielmehr äußerst kritisch äußerte sich der Wiener Jus-Student Max Schrems gegenüber sozialen Netzwerken. Schrems hat international Schlagzeilen gemacht, nachdem er mehr als 20 Anzeigen gegen das weltweit größte Online-Netzwerk Facebook wegen Verstößen gegen den Datenschutz eingebracht hat. Mit seiner Initiative unter dem Titel "Europa gegen Facebook" (europe-v-facebook.org) will der 24-Jährige das soziale Netzwerk zu mehr Transparenz und verantwortungsvolleren Umgang mit den Daten seiner Nutzer bewegen. Sein Ziel sei es, das man das Online-Netzwerk Facebook sorgenfrei benützen könne, denn eine Facebook-Verweigerung komme für die jüngere Generation heutzutage nicht mehr infrage. Schrems kritisierte auch die Monopolstellung von Facebook und erhofft sich von der EU-Politik Regelungen, sodass auch auf dem Gebiet der sozialen Netzwerke ein Wettbewerb zustande kommen kann. (APA, 21.06.2012)
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