Kurze Ansprache Faymanns und traditionelles Gewitter

21. Juni 2012, 10:30
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Weniger Gäste im Gartenhotel Altmannsdorf als üblich - Prominenz von Bilgeri bis Koller

Wien - Fast hätte man den Eindruck haben können, der Himmel mag es nicht, wenn Werner Faymann feiert. Pünktlich zu Beginn des traditionellen Sommerfests der Sozialdemokraten im Gartenhotel Altmannsdorf setzte Mittwochabend leichter Regen ein. Doch im Gegensatz zu den Feierlichkeiten vor zwei und drei Jahren blieb die Festgesellschaft um den Kanzler heuer zumindest in den Anfangsstunden von einem Gewittersturm verschont und konnte sich bei schwülem Sommerwetter Buffet und Musikeinlagen hingeben.

Schon traditionell unterließ es der SPÖ-Chef, das Besuchervolk mit einer langen Ansprache in Bann zu halten. Faymann sinnierte nur darüber, dass man in einer Zeit mit vielen Herausforderungen - etwa der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit - lebe. Andererseits lebe diese Generation im Gegensatz zu vorhergehenden in der Zeit eines friedlichen Europas. Er sei froh, in einem Land zu sein, in dem Respekt etwas zähle, freute sich der SPÖ-Chef.

Ausgedünnte Gästeliste

Das Gedränge im malerischen Garten des Altmannsdorfer Hotels war heuer geringer als in den vergangenen Jahren. Simpler Grund: Die SPÖ hatte aus Kostengründen die Gästeliste etwas ausgedünnt. Trotzdem fanden sich laut Veranstalterangaben rund 2.000 Personen zum Sommerfeiern ein.

Die Partei selbst war mit fast allen Ministern vertreten. Zudem zeigten sich Nationalratspräsidentin Barbara Prammer, Wiens Bürgermeister Michael Häupl sowie der steirische Landeshauptmann Franz Voves. Bundesgeschäftsführerin Laura Rudas erschien erstmals beim Sommerfest in Begleitung ihres Lebensgefährten Markus Wagner. Auch Arbeiterkammer-Direktor Werner Muhm, um dessen Sitz im Generalrat der Nationalbank (OeNB) zuletzt ein koalitionärer Streit getobt hat, ließ sich das Kanzlerfest nicht entgehen.

Prominenz

Aus der Musikszene gesellte sich Reinhold Bilgeri zur Feierrunde. Ebenfalls mit dabei waren Literat Robert Schindel und die Direktorin des Jüdischen Museums, Danielle Spera, sowie die Chefin des Technischen Museums, Garbriele Zuna-Kratky. Der Kanzler-Einladung gefolgt ist auch Kabarettist Andreas Vitasek.

Aus dem Bereich Wirtschaft gaben sich ÖBB-Vorstand Christian Kern und Novomatic-Chef Franz Wohlfahrt die Ehre. Die Direktorin der Veterinärmedizinischen Universität, Sonja Hammerschmid, ließ sich ebenso blicken wie der Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft, Fuat Sanac.

Auch die Society ließ nicht aus. Dagmar Koller war einer der ersten Gäste. Ihr auf dem Fuß folgte Birgit Sarata. Aktuellen Gesprächsstoff hatte wohl Hansjörg Tengg mitgebracht. Der Chef des Konsortiums Mastertalk, das ursprünglich das Blaulichtfunk-Projekt für das Innenministerium hätte entwickeln sollen, war nach seinem Auftritt im Korruptions-U-Ausschuss, wo er den damals verantwortlichen Innenminister Ernst Strasser belastet hatte, ins Gartenhotel Altmannsdorf gekommen.

Nur die Funktion der Zaungäste nahmen die Freiheitlichen ein. Drei Werbeautos der FPÖ umkreisten am frühen Abend wohl eher zufällig den Ort des Geschehens. Gegen 22 Uhr 30 blitzten dann nicht mehr nur die Fotografen, das traditionelle Gewitter hielt Einzug. (APA, 21.6.2012)

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