Bergwerk eines Schweizer Konzerns verstaatlicht

  • Bei Konflikten zwischen Minenarbeitern gab es zahlreiche Verletzte.
    foto: reuters/mercado

    Bei Konflikten zwischen Minenarbeitern gab es zahlreiche Verletzte.

Regierung übergibt Zinn- und Zinkmine Colquiri dem staatlichen Konzern Comibol

La Paz - Bolivien hat ein Bergwerk des Schweizer Konzerns Glencore enteignet. Die von der Glencore-Tochter Sinchi Wayra betriebene Zinn- und Zinkmine Colquiri wurde am Mittwoch von der Regierung des Präsidenten Evo Morales dem staatlichen Konzern Comibol übergeben, wie der Sender Patria Nueva berichtete.

Die Mine in Colquiri, 160 Kilometer südöstlich von La Paz, war vor zwei Wochen von genossenschaftlich organisierten Kumpeln blockiert und teilweise besetzt worden. Sie forderten die Abgabe einiger Fundstätten, um eigenständig Erz gewinnen zu können. Sinchi Wayra hatte das zugesagt, stieß aber auf Widerstand der eigenen Kumpel, die ihre Arbeitsplätze gefährdet sahen. Bei Zusammenstößen zwischen beiden Arbeitergruppen wurden am vergangenen Freitag 28 Kumpel verletzt.

Vertreter beider Gruppen stimmten am Montag der Verstaatlichung des 45-Prozent-Anteils von Sinchi Wayra an dem Bergwerk zu. Sie folgten damit einem Regierungsvorschlag. Vizepräsident Álvaro García Linera unterzeichnete am Mittwoch das Enteignungsdekret. Das Bergwerk Colquiri war 1999 privatisiert worden und wurde ab 2005 von Sinchi Wayra betrieben. Die Glencore-Tochter betreibt weitere vier Bergwerke in Bolivien. (APA, 20.6.2012)

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