Achterbahnhersteller gegen Produktpiraten

Die Freizeitindustrie hat daher eine "schnelle Eingreiftruppe" gebildet, die Entwicklung sei ähnlich wie in der Autobranche

Rust - Die Hersteller von Achterbahnen und anderen Fahrgeschäften verstärken ihren Kampf gegen Produktpiraterie. Immer häufiger würden Ideen und Fahrgeschäfte illegal nachgeahmt, teilte der Weltverband der Freizeitindustrie am Mittwoch im badischen Rust mit. Dieser Trend sei weltweit zu beobachten. Es sei eine Entwicklung, wie sie die Branche bisher nicht kannte. Die Freizeitindustrie habe daher eine "schnelle Eingreiftruppe" gebildet. Sie soll illegale Produkte entdecken und verhindern, dass sie auf den Markt kommen. Die Sicherheit der Anlagen habe Priorität, deshalb dürften billig nachgebaute Fahrgeschäfte nicht verkauft werden.

"Wir werden mit einer Entwicklung konfrontiert, wie sie in der Automobilindustrie oder im Maschinenbau schon länger zu beobachten ist", sagte der Präsident des Verbandes, der badische Unternehmer Roland Mack. Hintergrund sei, dass die Vergnügungsindustrie weltweit boome. Auf den Markt drängten daher auch Produktpiraten.

"Wir wollen versuchen, gegenzusteuern und die Hersteller zu schützen", sagte Mack am Rande der Jahrestagung des Verbandes im Europa-Park in Rust. Die von der International Association of Amusement Parks and Attractions (IAAPA) gebildete Eingreiftruppe bestehe aus Marktbeobachtern und Detektiven. Gefährdet von Produktpiraterie seien vor allem deutsche Hersteller. "Deutsche Ingenieurskunst ist rund um den Globus gefragt. Daher ist die Gefahr besonders groß, dass bei ihnen verbotenerweise abgekupfert wird."

Aufstieg erwartet

In den kommenden Jahren rechne die Freizeitindustrie mit deutlichen Zuwachsraten, sagte der Geschäftsführer des Verbandes, der US-Amerikaner Chip Cleary. Die Branche profitiere weltweit von der zunehmendem Lust vieler Menschen auf Freizeitvergnügen. Wachstum gebe es vor allem in Asien sowie in Süd- und Osteuropa. Dort entstünden zahlreiche neue Vergnügungsparks und ähnliche Einrichtungen.

Der 1918 gegründete Verband mit Sitz in Alexandria im US-Bundesstaat Virginia zählt nach eigenen Angaben 4.500 Mitgliedsunternehmen aus mehr als 90 Ländern. Dazu zählen rund 1.000 Freizeitparks. Diese verzeichnen laut IAAPA mehr als eine Million Mitarbeiter, rund eine Milliarde Besucher jährlich sowie einen geschätzten Gesamtumsatz von mehr als 30 Mrd. US-Dollar (23,6 Mrd. Euro). (APA, 20.6.2012)

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