US-Politik als Markenimage

Kolumne |
  • "I bark for Obama": Im Obama-Onlineshop für 40 Dollar zu haben.
    vergrößern 1000x659
    screenshot/store.barackobama.com

    "I bark for Obama": Im Obama-Onlineshop für 40 Dollar zu haben.

Hundeleiberln und Katzenhalsbänder für Obama: Warum amerikanische Modemacher die Nase vorn haben - Die Idee wäre auch hierzulande verfolgenswert

Es ist heute an der Zeit, einige Gedanken darauf zu verschwenden, wie Politiker am besten unterstützt werden können. Hierzulande ist die Politikverdrossenheit zwar so groß, dass dieser Gedanke einigermaßen abwegig erscheint, glücklicherweise gibt es aber Länder, in denen Bürger an den positiven Gestaltungswillen ihrer Volksvertreter zu glauben scheinen - zum Beispiel in den USA. Hier lässt sich derzeit vor allem die Modeszene einiges einfallen, um die Wiederwahl von Präsident Obama zu sichern. An ihrer Spitze: US-Vogue-Chefin Anna Wintour. Gemeinsam mit Sarah Jessica Parker richtete sie in deren bescheidenem Heim ein Fundraising-Dinner aus, und jeder, der 80.000 Dollar hinblätterte, durfte dabei sein.

Merchandising der etwas anderen Art

Etwas einfallsreicher hingegen die Zusammenarbeit mit den Designern Marc Jacobs und Thakoon: Ersterer kreierte ein Hunde-T-Shirt mit der schönen Aufschrift "I bark for Obama", Zweiterer ein Obama-Hundehalsband samt Blumendruck und Leine. Die zwei Artikel sind übrigens in Obamas-Online-Shop zu kriegen, kosten dort allerdings dreimal so viel wie das "I meow for Michelle"-Katzenhalsband oder das Obama-Hunde-Bandana. Dafür sind sie allerdings auch von weltberühmten Modemachern designt.

Solche haben wir in unserem Land zwar nicht, die Idee wäre aber auch hierzulande durchaus verfolgenswert. Ein "Ich kläffe wie Fekter"-Hundeleiberl oder "Ich schnurre mit Faymann"-Katzenshirt? Liebe Modeleute, lasst euch etwas einfallen! Die nächste Wahl kommt bestimmt. (Stephan Hilpold, Rondo, DER STANDARD, 22.6.2012)

Share if you care