Adidas bringt "Sklaven-Turnschuh" nicht auf den Markt

Kritik der schwarzen Bürgerrechtsbewegung in den USA - Jesse Jackson: "Beleidigend und geschmacklos"

New York - Adidas hat mit einem außergewöhnlichen Turnschuh eine Welle der Empörung in den USA erzeugt. Kritiker aus der schwarzen Bürgerrechtsbewegung warfen dem deutschen Konzern vor, mit symbolischen Fußeisen an den Schuhen die Sklaverei zu vermarkten. Der Versuch, mehr als 200 Jahre Entwürdigung nun mit Sportkleidung zu kommerzialisieren, sei "beleidigend, erschreckend und geschmacklos", sagte der Politiker und Pastor Jesse Jackson (70).

Adidas hatte die Modelle zunächst im Internet präsentiert. Wegen der Kritik kündigte das Unternehmen an, die Sneakers nicht auf den Markt zu bringen.

"Unsensibel und unverantwortlich"

Die "JS Roundhouse Mids" sollten eigentlich ab August verkauft werden und angeblich 350 Dollar (rund 275 Euro) kosten. Sie sind weiß, grau, lila und schwarz und haben ein paar gelbe Applikationen. Das besondere der Kleinserie sollten Plastikringe sein, die mit einer Kette, ebenfalls aus Plastik, befestigt sind. Der Träger konnte die gelben Schellen um die Knöchel legen, wie Fußeisen von Sklaven.

"Die Ketten von unseren Beinen zu nehmen und an die Schuhe zu packen, ist kein Fortschritt", schimpfte Bürgerrechtler Jackson in der "Huffington Post". Es sei "unsensibel und unverantwortlich", wenn Adidas solche "entwürdigenden Symbole" vermarkte. "Diese Sklavenschuhe sind abscheulich, und wir als Volk sollten sie verdammen und zurückweisen." Sollten sie wirklich auf den Markt kommen, werde es noch mehr Proteste geben.

Schuh wird zurückgezogen

Dazu wird es nach Angaben des Unternehmens nicht kommen: "Unsere Intention war es nie, irgendjemanden zu verletzten, deshalb ziehen wir den Schuh zurück", sagte Adidas-Sprecherin Katja Schreiber am Mittwoch. Weder das Unternehmen im fränkischen Herzogenaurach noch der Designer hätten jemanden beleidigen wollen: "Das war überhaupt nicht Jeremy Scotts Absicht. Er ist einfach ein sehr kreativer Designer."

Scott sei sehr verspielt und habe etwa Micky-Mäuse oder Raubtierschwänze an seinen Modellen angebracht. Seine Absicht sei es nie gewesen, mit der Fußfessel am Schuh an die Sklaverei zu erinnern. Einen Imageschaden befürchtet der zweitgrößte Sportartikelhersteller der Welt eigenen Angaben zufolge nicht. (APA, 20.6.2012)

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Na und was ist dann mit den dutzenden Plakaten, die irgendwelche Fräuleins oder Burscherln mit Handschellen, Peitschen usw. zeigt?

Ganz schön hysterisch, das ganze....

ääähmmmm....

ich finde, die sollten sich mehr gedanken um die "sklaven" in bangladesch, indonesien, vietnam usw. usf. machen, die unter teils unwürdigsten bedingungen diese teile fertigen dürfen/müssen....

die sind aber nicht schwarz

Muss man eigentlich ...

... jeden harmlosen Gag auf irgendwelche vergangenheitslastigen Themen ummünzen?

mM

Autobahn.

Kirchensteuer.

die sind so häßlich die hätte eh niemand gekauft außer den paar hardcoreschuhsammlern

and here comes jesse jackson, he talks of common ground, doest that common ground include me, or is it just a sound...?
http://www.youtube.com/watch?v=66qe76gkCxo

/off topic

man kanns auch übertreiben

und den zusammenhang mit sklaverei finde ich an den haaren herbeigezogen.
wir gehen miteinander zunehmend liebloser um (wirtschaftskrise ausgelöst durch gier, zusammenbrechen der solidarität etc.) aber wir ereifern uns bis die mundwinkel schäumen über solche nebbichkeiten. ziemlich heuchlerisch.

ahsoooo

mir wäre sklavensymbolik nie eingefallen, erst jetzt, nachdem ich den artikel gelesen habe. ich dachte zuerst, wofür wohl die schlaufen gut sein sollen, höchstens statt hosenclips für das radl....

alberne und unnötige dinger.

alberne und unnötige empörung.

Vielleicht war es ja auch für LiebhaberInnen der dominanteren Spielarten gedacht. ;)

naja, die gehen eher nicht in Turnschuhen.

der gute herr jackson ist auch nicht mehr ganz auf der höhe...

wer etwas gegen diese schuhe und ihre "symbolik" hat, braucht die dinger nicht zu kaufen.

Gibt es auch in Israel Proteste?

ernst gemeint. Likuds, wie steht ihr zu Schwarzen? Kein Teil von uns - wir sind Europäer, ihr Neg..,

duschen...

...gehören dann wohl auch verboten.

Der originale Marketingspruch dazu lautete:

"Got a sneaker game so hot you lock your kicks to your ankles?"

Das wird im Artikel aber nicht mal erwähnt, dass es Adidas ursprünglich gar nicht um die Sklaverei ging und ihre Marketingfuzzis nur zu blöd waren, die aufgelegten Zusammenhänge zu kapieren.

Komisch, den APA Artikel hab ich gestern auch wo anders gelesen, da war dieser Vermerk aber sehr wohl dabei. Mal wieder sehr objektiv, wie hier berichtet wird.

sowas passiert nur zu oft

Fail. Nächstes mal vorher Jesse Jackson ins Boot holen und den gleichen Schuh als Signal gegen Sklaverei in den USA und sonstwo vermarkten.

..wie degeneriert sind diese designer eigentlich???

..wer kommt auf solche ideen, ketten an einem schuh zu montieren?? eine kette ist ansich etwas negatives. wer isn bitte geil drauf sich als völliger konsumtrottelmostdipf zu outen und sich an "adidas zu ketten"??? und glaubts mas, liebe designer: meine 17 jahrige tochter und deren freundinnen findens echt ned "cool" weil: "zum scheißen schirch!" folglich soundso völlig für die katz, wenn das "zielpublikum", "dumme jugendliche" ned drauf anspringen..

wer kommt auf die idee halsketten oder armreifen zu tragen?

eine kette an sich ist nichts negatives, siehe auch: ankerkette...

aber ganz offensichtlich leben wir in einer zeit die dermaßen von p.c. verseucht ist, dass die hohepriester der korrektheit den wald vor lauter bäumen nicht mehr sehen...

Sie bezeichnen Ihre 17-jährige Tochter selbt als dumme Jugendliche, das mit der Erziehung haben Sie dann ja echt toll hingekriegt.

Die Proletarier haben nichts zu verlieren als ihre Sportschuhe. (Karl Marx - Das Adidas-Manifest)

Man kann es mit der PC auch ein bisserl übertreiben....

also ich find den schuh ja auch beschissen

aber nur wegen einer unnötigen plastikkonstruktion und ich würde ale käufer die das benutzen als idioten bezeichnen.

aber warum nehmen sich die amerikanischen schwarzen heraus eine exklusivität in der fage von fußfesseln zu haben?
fußfesseln wurden und werden bei gefangenen auf der ganzen welt verwendet - und auch in den USA.

das erste bild das mir einfällt beim wort fußfesseln sind gefangene mit oranger uniform die für die us-regierung als strafe im straßen- oder bahnbau arbeiten dürfen.
an sklaverei hätte ich da nichtmal gedacht.

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