Kinder sollen besser schnell als schön schreiben lernen

Überbetonung des Schriftbilds vermiest vielen Kindern die Freude am Schreiben

Wien - Eltern und Lehrer wollen meist, dass die Kinder schön schreiben. Doch die Überbetonung des Schriftbilds vermiest vielen Kindern die Freude am Schreiben. Einen alternativen Weg zeigt nun ein Wiener Pilotprojekt auf, das mit gezieltem Motoriktraining innerhalb eines halben Jahres nachweisliche Erfolge erzielt hat. Wissenschaftlich begleitet wurde das am Mittwoch präsentierte Projekt von der Pädagogischen Hochschule (PH) Wien.

Wer von Anfang an schneller schreibt, entwickelt rascher seine eigene Schrift und hat dadurch geistige Kapazitäten für anderes frei. Deshalb sollten Kinder von Beginn an lernen, formgenau und schnell zu schreiben, erklärte der Sensomotorik-Experte Christian Marquardt.

Im Rahmen des in Kooperation mit dem Stifte-Hersteller Schwan Stabilo durchgeführten Projekts, an dem 150 Schüler an drei Schulen in Wien-Liesing teilnahmen, wurde während des regulären Unterrichts eine Stunde pro Woche dem motorischem Training gewidmet. Getestet wurden die Kinder in dem halbe Jahr insgesamt viermal. Dafür gaben sie Schreibproben mit einem elektronischen Stift auf einem grafischen Tablet ab, ein Computerprogramm analysierte Frequenz, Druck und Grundbewegungen. Das Ergebnis: Im Vergleich zur Kontrollklasse steigerten sich die Schüler der Projektklassen signifikant. (APA, 20.6.2012)

 

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