Uni- und FH-Absolventen winkt schnell ein Job

20. Juni 2012, 18:04

AHS-Matura wird zur "Zwischenstation" - Erste Ergebnisse aus "bildungsbezogenem Erwerbskarrierenmonitoring" - "Superstar" Gesundheitsschule

Wien - Je höher der Bildungsabschluss, desto kürzer dauert die Jobsuche und desto höher das Anfangseinkommen. Zu diesem nicht unerwarteten Ergebnis kommt das erstmals durchgeführte "bildungsbezogene Erwerbskarrierenmonitoring" (BibEr-Monitoring) von Statistik Austria, Sozialministerium und Arbeitsmarktservice (AMS). "Superstar" der Ausbildungen ist laut Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ) aber eine Form der berufsbildenden mittleren Schule (BMS): 85 Prozent aller Absolventen von Gesundheitsschulen (Krankenschwestern- und Pflegeausbildung) finden innerhalb von drei Monaten nach dem Abschluss einen Job, auch beim Starteinkommen stehen sie vielen Uni-Absolventen nicht nach.

Für das Monitoring wurden die Verwaltungsdaten von allen 221.000 Personen, die 2008/09 eine formale Ausbildung absolviert haben, berücksichtigt und Informationen von Statistik Austria und AMS miteinander verknüpft. Wichtigste Ergebnisse: Fast zwei Drittel aller Uni- oder FH-Absolventen finden innerhalb der ersten drei Monate nach Abschluss einen Job, auf praktisch den gleichen Wert kommen Absolventen einer BMS. Bei den Lehrabsolventen sucht knapp die Hälfte nur höchstens drei Monate, bei den Absolventen einer berufsbildenden höheren Schule (BHS) rund ein Drittel.

AHS-Matura fast wie Pflichtschulabschluss

Überraschend: Die AHS-Matura wird immer mehr zur "Zwischenstation", so Hundstorfer. Nur jeder Fünfte mit der AHS als höchstem Abschluss hat innerhalb von drei Monaten einen Job, 40 Prozent suchen nach mehr als einem Jahr noch immer - das entspricht praktisch dem Wert von Personen mit nur Pflichtschulabschluss.

Nach dem Abschluss verdienen immerhin 43 Prozent aller Uni- bzw. FH- und 25 Prozent aller BMS-Absolventen mehr als 2.400 Euro brutto. Von den Lehr-Absolventen sind es nur acht, von den BHS-Maturanten nur sieben und von ihren AHS-Kollegen nur zwei Prozent. Umgekehrt liegt die Einstiegsentlohnung für knapp 64 Prozent aller AHS-Maturanten unter 1.200 Euro brutto pro Monat. Bei den Lehr-Abgängern sind es 34 Prozent, bei BMS- und BHS-Absolventen jeweils um die 40 Prozent und bei den Akademikern 23 Prozent.

Verdienstspannen

Ein ähnliches Bild zeigt ein Vergleich der Brutto-Medianeinkommen ein Jahr nach dem Abschluss (Jahreseinkommen dividiert durch zwölf): Absolventen einer Universität oder Fachhochschule (FH) kommen auf 2.850 Euro, Absolventen einer Lehre oder BHS auf je 1.900 Euro, BMS-Absolventen (ohne Gesundheitsschulen) auf 1.500 Euro, AHS-Maturanten auf 1.300 und Pflichtschul-Absolventen auf 525 Euro. Bei den Uni-Abschlüssen selbst gibt es ein starkes Gefälle: Psychologie-Absolventen kommen etwa nur auf 1.900 Euro, Mediziner, Chemiker, Informatiker und Wirtschaftswissenschafter auf mehr als 3.000 Euro.

Hundstorfer folgerte daraus: "Wer nach der Pflichtschule keine weitere Bildungsinstitution besucht, braucht sehr lange, um einen Job zu finden und erhält ein geringeres Einkommen." Außerdem sei das Arbeitslosigkeitsrisiko größer: "Ein häufiger Besuch am AMS ist programmiert." (APA, 20.6.2012)

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24 Postings
Die Zahlen sind einfach lächerlich!

Suche ebenfalls schon seit ca. einem 3/4 Jahr und habe auch schon zahlreiche Bewerbungsgespräche gehabt.
Von wegem 3 Monate Jobsuche. Ich kenne niemanden der auch nur annähernd in dieser Zeit einen Job ergattert hätte (von denjenigen abgesehen, die schon während des Studiums bei einer Firma gearbeitet haben und danach dort geblieben sind).
Bezüglich der Einkommen ist diese Statistik auch für die Wurscht. Ob man gut verdient oder nicht hängt nicht nur vom Bruttolohn ab, sondern wie sich dieser zusammensetzt. Ein Bruttolohn von beispielsweise 2900€ nach dem Studium hört sich so gesehen o.k. an. Wenn man aber dazu anführt, dass man eine 70-80 Stunden-Stundenwoche dafür in Kauf nehmen muss, was bleibt dann als Stundenlohn übrig?

Interessant wäre ja eine Unterscheidung bei Uni/FH

Oder noch zusätzlich eine zwischen Bachelor, Master und Magister.

Na zum Glück studiere ich an eine FH.

Die 64% bei der AHS fürs Einkommen ist recht leicht erklärbar.
Ich hab die letzten 2 Jahre (seit Studiumsbeginn) ca. 500€ im Monat verdient (10h/Woche) und vielen Studienkollegen (die die Arbeiten) geht es genauso.

Eine Zahl ohne Studenten fände ich (auch für den Arbeitsantritt) interesanter

und was ist mit studien die nicht nur das einstiegsgehalt berechnen?

sondern aussagekärftigere zahlen zu:
einkommen im alter von 30 jahren, 40, 50 etc.
einkommen nach 10 jahren berufserfahrung, 20, 30
pensionsantrittsalter und pension, etc.
wenn das ganze irgendeine aussagekraft haben soll, dann bitte umfangreiche daten.
so ist es unnützes wissen. als entscheidungsgrundlage für div. beteiligte zählt es aber noch lange nicht.

Nach Uni- oder FH-Abschluss winkt schnell ein Job

winken ist das eine und kriegen ist das andere.

Wasm haben's studiert, und wie lange haben's gesucht?

oh cool! ich krieg also bald einen neuen job - da ich seit februar suche, ist das eh schon überfällig *freu*.

Das hat jetzt aber niemand erwartet!

Ich frage mich allerdings sehr wohl woher diese Zahlen kommen. Meine Warhnehmungen gehen da auch in die andere Richtung

Ich schätze mal Umfragen. Absolventen bekommen ja auch Jahre danach noch mails mit der bitte an einer Absolventenumfrage teilzunehmen.

Fraglich wie Beginn der Jobsuche definiert ist: zB ab der letzten "Leistung" (Abgabe der Abschlussarbeit- Verteidigung dieser oder letzte Prüfung-Datum), des Datums am Abschlusszeugnis oder tatsächlicher Beginn der Jobsuche (bei mir zB 2 Wochen nach Aushändigung des Zeugnisses/Bescheids). Ebenfalls relevant für die Berechnung der Dauer ob Arbeitsbeginn oder Zusage/Annahme das Ende der Jobsuche ist. So weit ich mich erinnere wird da nur gefragt wie lange die Jobsuche gedauert hat.
Aufgrund idR mehrerer Interviews; Bewerbertag/Center usw würd ich schon 3-10 Monate bis erster Einigung einplanen. (WiWi,Sowi)

sehe ich auch so...

meine auch ...

Ich kann nur von der IT-Branche sprechen, aber hier sind die Gehaltszahlen schon realistisch. Nach abgeschlossenem Studium mit kaum Berufserfahrung steigt man mit zumindest 35000 brutto/Jahr ein.

Nichts Neues.

Die Firmen und Verbände, die am lautesten jammern, wollen nur am wenigsten bezahlen. Und daher muss man bei den Absolventen den Eindruck erwecken, es gäbe "zuviele" und ihre Qualifikationen in Abrede stellen.

Zeigt dass der Arbeitsmarkt trotz der permanenten Angstmache der Jammerer in exzellenter Form ist - vorausgesetzt natürlich man trifft eine verantwortungsvolle Entscheidung statt sich für den Weg des geringsten Widerstands zu entscheiden und dann zu jammern wenn nur wenig rausschaut.

Ein Wort noch zu den BMS: die schauen zwar am Anfang ganz nett aus aber wenn man die Lebenseinkommen vergleicht wirds im Vergleich zu Hochschulabsolventen ganz düster... in so ziemlich jedem Job für Hochschulabsolventen verdient man deutlich mehr als als DGKS.

ja genau...

...Als wär das nix neues. Wenn man einen Abschluss schafft, ja dann hat ma Aussichten auf einen Job, nur die Brutto einkünfte ist ein witz!

Paradebsp.) Fertiger Mag. In Jura ---> Anfangseinkommen in einer Kanzlei so etwa 1200 Euro brutto!

Naturwissenschaften (nix anderes) 1000 bis 1400 Brutto mit fertigen Mag. (befristet natürlich)

Woher die Statistik herkommt? Schleierhaft. War wohl ein Zahlengenie mit tendenz zum Alkoholismus!

sie verwechseln da

brutto mit netto. Oder sie haben einen furchtbaren CV.

"Naturwissenschaften (nix anderes) 1000 bis 1400 Brutto mit fertigen Mag. (befristet natürlich)"

Unwahrscheinlich - das doppelte, und fix angestellt ist realistischer. Zumindest in meinem Fach.

Man darf nicht das erstbeste Angebot, das man bekommt, annehmen. Ich, als Absolvent sogenannter "Orchideenfächer", habe die ersten 4 Jobs, die ich bekommen hätt, aufgrund des Gehalts abgelehnt. Ich sah nicht ein, dass ich für 1200 Netto 40 Stunden hakeln gehen sollte. In Summe hat meine Jobsuche 3 Monate gedauert, angenommen habe ich dann einen mit 2500 Brutto Einstiegsgehalt, nach einem Jahr, als mein Gehalt nicht stieg, habe ich zur Konkurrenz-Firma gewechselt: Selber Job, bessere Bedingungen, 1000 Brutto mehr.

Welcher Naturwissenschaftler schließt als Magister ab? Mir ist nur DI, bzw. Bacc./Master bekannt...

und der Kollektivvertrag z.b. für Softwareentwickler beginnt knapp über 2000€...

was ist mit all den Studien auf der Uni Wien? (bis vor ein paar Jahren)

Irgendwas müssen die Leute die Sie kennen falsch gemacht haben. Die die ich kenne sind mit 1700-2000 brutto eingestiegen, und das sogar in "Orchideenfächern". Alles nur eine Frage wie ernsthaft man die Jobsuche betreibt.

glauber keiner statistik die du nicht selbst verfälscht hast...

und weil wir ja nicht wollen, dass junge österreicher einen job finden, tun wir von der österreichischen verbrecher partei alles dafür, dass man als österreicher keins tudium mehr beginnen kann.

Herlichst, ihre
Michael Spindlegger & Karl-Heinz Töchterle
und die "Familienpartei"

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