Handytelefonieren und Surfen im Urlaub in EU-Ländern heuer billiger

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    foto: apa/dpa

Anbieter müssen Roaminggebühren ab Juli senken, Kostenobergrenze für mobiles Internet

 Mitzahlen, wenn man angerufen wird, Mobilbox vergessen auszuschalten: Alle Jahre wieder warnen Konsumentenschützer vor der Kostenfalle Handy im Urlaub. Dieses Jahr ist es dank neuer gesetzlicher Regelungen ein bisschen besser, zumindest in EU-Ländern. Wer ab Juli Urlaub in einem EU-Land macht, telefoniert billiger, da die Anbieter die Passiv- und Aktivgebühren sowie die SMS-Preise senken müssen, erinnert die Arbeiterkammer am Mittwoch. Und für Internetsurfen in EU-Ländern gibt es heuer erstmals eine Kostenobergrenze. In den Nicht-Unionsländern Kroatien und Türkei ist aber puncto Handynutzung Vorsicht geboten.

Eine SMS darf ab Juli laut EU-Vorgaben nur mehr 10,8 Cent

Die AK hat sich die Handytarife der heimischen Mobilfunker A1, Bob, Red Bull Mobile, T-Mobile, Orange, Tele.Ring, Drei, Yesss und Ge-org angesehen. Innerhalb der EU-Länder Griechenland, Spanien und Italien entsprechen die Roamingtarife den von der EU verordneten Höchstpreisen, so die AK. Diese betragen ab Juli 9,6 Cent (statt 13,2 Cent) pro Minute für angenommene Anrufe bzw. 34,8 Cent (nach 42 Cent) für aktive Anrufe. Eine Ausnahme ist "Drei" in Italien, hier sind die Kosten wie in Österreich. Eine SMS darf ab Juli laut EU-Vorgaben nur mehr 10,8 Cent statt 13,2 Cent kosten.

In den ebenfalls von der AK untersuchten Ländern Kroatien und Türkei sind die Preisunterschiede nach wie vor groß. Wer von Kroatien nach Hause telefoniert, zahlt zwischen 49 Cent und 2 Euro pro Minute, angenommene Anrufe kosten 29 Cent bis 1,25 Euro. In der Türkei bewegen sich die aktiven Roaminggebühren zwischen 34,8 Cent und 2,5 Euro und die passiven von 9,6 Cent bis 1,25 Euro. Untersucht wurden jeweils die gängigsten Anbieter. Teilweise, so die AK, sind die Roamingpreise für Wertkarten deutlich günstiger (etwa Bob in der Türkei und in Kroatien) als jene für Vertragstarife. In den beiden Ländern rentiere sich SMSen statt telefonieren.

Vorsicht

Die Arbeiterkammer weist darauf hin, dass manche Mobilfunker spezielle Roamingpakete mit inkludierten Freiminuten auf monatlicher Basis anbieten. Auch hier sei aber Vorsicht geboten: Während zum Beispiel bei A1 und Orange sofort das volle Freiminutenkontingent bereitgestellt werde, stehe stehe dieses bei T-Mobile und Drei im Buchungsmonat nur aliquot zur Verfügung. Weitere AK-Tipps: Das Gastnetz manuell einstellen, um das günstigste zu erwischen und Mobilbox abschalten, um Kosten zu vermeiden.

Auch beim Internetsurfen unter Palmen profitieren Urlauber heuer von neuen EU-Regelungen: Erstmals gibt es dafür nämlich eine Kostenbremse. Bei 60 Euro muss der heimische Anbieter den Verbraucher per SMS warnen. "Wenn der Kunde nicht ausdrücklich und aktiv darauf reagiert, dass er den Dienst weiter haben will, muss ihn der Betreiber einstellen", so die AK. "Dieser Schutz gilt aber nur zuverlässig innerhalb der EU. Außerhalb der EU muss der Betreiber Kunden darüber informieren, wenn diese Funktionen nicht zur Verfügung stehen", erklärte AK-Expertin Daniela Zimmer.

Fürs mobile Surfen zahlt, wer seine Ferien in Griechenland, Spanien oder Italien verbringt, ab Juli maximal 84 Cent pro Megabyte - das ist die neue EU-Höchstgrenze. "Drei"-Kunden kommen günstiger davon als jene von A1, T-Mobile, Orange und Tele.Ring. Sehr teuer bleibt es in Kroatien und der Türkei, im Extremfall könne 1 MB knapp 21 Euro kosten, erhob die AK. Positiv sei jedoch, dass die Betreiber ihre Kunden auch in Nicht-EU-Ländern über die Preise informieren müssen, so Zimmer. Bei Roaming-Datenpaketen liegt der Teufel oft im Detail: Bei Paketen auf Monatsverrechnungsbasis kann die Kündigungsfrist laut AK bis zu 12 Wochen betragen. Und: "Nach Überschreiten der inkludierten Datenpauschale wird der Mehrtransfer zum Basistarif oder zu einem festgelegten Preis verrechnet, was kostspielig werden kann." (APA, 20.06. 2012)

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