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Rom - Unter dem Druck der schweren Rezession meldete die italienische Immobilienbranche dramatische Verluste. Im ersten Quartal wurde ein Rückgang der Transaktionen von 19,6 Prozent im Immobilienbereich verzeichnet. Dabei handelt es sich um das schlechteste Ergebnis seit 2004.
Die Zahl der verkauften Immobilien sank gegenüber dem Vergleichsquartal 2011 von 136.780 auf 110.021. Auch im zweiten und dritten Quartal wird mit einem weiteren Rückgang gerechnet, berichtete der Direktor des Beobachtungszentrums für den Immobilienmarkt, Gianni Guerrieri.
Mailand und Neapel weniger betroffen
Von der Krise im Immobiliensektor besonders belastet waren alle größeren italienischen Städte. In Palermo wurde ein Rückgang von 26,5 Prozent gemeldet, in Genua von 21,8 Prozent. In Rom und Florenz kam es zu einem Minus von 20,6 Prozent bzw. 21,1 Prozent. Weniger betroffen waren Mailand (Minus 10,7 Prozent) und Neapel (Minus 9,8 Prozent).
Wer eine Wohnung verkaufen will, muss immer länger warten, um sie loszuwerden. "Es kann oft bis zu einem Jahr dauern, bis man eine Wohnung verkauft", klagt eine Sprecherin der namhaften Maklergesellschaft Gabetti in Rom. Der starke Verlust ist unter anderem dem Beschluss der Regierung Monti zuzuschreiben, die 2008 abgeschaffte Immobiliensteuer wieder einzuführen.
"Kein Wunder"
Laut einer Studie des italienischen Wirtschaftsinstitutes Nomisma wird der Immobilienmarkt in den nächsten zwei Jahren weiterhin Schwierigkeiten haben. Dies sei auch den Schwierigkeiten der Italiener beim Zugang zu Bankenkrediten zuzuschreiben. Auch beim Bau neuer Immobilien ist mit Stillstand zu rechnen. "Drei Viertel der Sparmaßnahmen der Regierung Monti basieren auf der Besteuerung des Immobilienvermögens", klagt der Präsident des Verbands der italienischen Baugesellschaften Confedilizia, Corrado Sforza Fogliani. "Kein Wunder, dass der Immobilienmarkt erstarrt."
In dieser schwierigen Situation bringt die Regierung Monti ihre massive Privatisierungspolitik ins Rollen. Immobilien, Grundstücke der öffentlichen Hand und rund 300 Kasernen werden veräußert. Damit will der Staat jährlich fünf Milliarden Euro an Privatisierungserlösen kassieren. (APA, 20.6.2012)
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