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Nicole Ehlotzky erforscht Sanktionen und Weltraumrecht.
Sie zieht Verbindungslinien, wo man keine vermuten würde, und gräbt sich durch Europarecht und Völkerrecht. Nicole Ehlotzky ist eine forschende Juristin, und als solche prüft sie die Konformität von Gesetzgebungsakten und völkerrechtlichen Verträgen mit höherrangigem Recht. "Wir wollen so Hilfestellungen für künftige Rechtsakte und Vereinbarungen geben", führt die 31-jährige Innsbruckerin aus.
Als Postdoc am Institut für Europarecht und Internationales Recht der WU Wien hat sie stets mehrere Rechtsebenen im Blick. Ein gutes Beispiel ist ihre Doktorarbeit über das Verkehrsprotokoll der Alpenkonvention im Lichte der EU-Grundfreiheiten. Ihre Analyse belegt, dass die Umsetzung einer nachhaltigen Verkehrspolitik nicht an der EU-Waren- und Dienstleistungsfreiheit scheitern sollte.
Der Spagat des Landes Österreich, das sowohl an den völkerrechtlichen Vertrag der Alpenstaaten als auch an EU-Recht gebunden ist, bleibt also machbar - ist aber nicht leicht. Die Dissertation - noch an der Uni Innsbruck verfasst - wurde heuer mit dem Preis des Fürstentums Liechtenstein und dem Franz-Gschnitzer-Förderungspreis der Uni Innsbruck gewürdigt. Seit Herbst 2011 in Wien, bleibt sie der Alpenkonvention als unabhängige Rechtsberaterin verbunden.
Die Juristin konnte das viersprachige Verkehrsprotokoll auf uneinheitliche Formulierungen prüfen, weil sie schon früh "Sprachen als Mittel zur Kommunikation" gerne nebenbei gelernt hat. Sorgfältig pflegte die Absolventin von Jus und Wirtschaftsrecht ihre Sprachkenntnisse und den juristischen Erfahrungshorizont in Madrid, Barcelona und Brüssel.
Für ihre Diplomarbeit über die Untersuchungshaft sprach sie, auch als Vorbereitung auf ihr Gerichtsjahr, sowohl mit Häftlingen in Salamanca (Spanien) als auch in Stein (Österreich). Diese wissen schließlich gut, was das Aussprechen einer Strafe in der Praxis bedeutet.
Heute sucht sich Nicole Ehlotzky bewusst Rechtsbereiche aus, die kaum jemand bearbeitet: "Da kann ich eigene Ideen schneller einbringen und muss nicht lange lesen und zusammenfassen, was andere vor mir gemacht haben", sagt sie. In ihrer interdisziplinären Arbeit am Europainstitut der WU sieht sie sich die Machtverteilung zwischen EU-Rat, Europäischer Kommission und Europaparlament auf Basis des Vertrags von Lissabon genauer an.
Konkret beschäftigt sie sich mit restriktiven Maßnahmen zur Terrorismusbekämpfung, anders gesagt mit Sanktionen. Dabei geht es einmal mehr um interagierende Rechtsebenen - vom Uno-Sicherheitsrat über Unionsrecht zur nationalen Umsetzung.
Ab Herbst wird sie auch wieder lehren: "Ich sehe es als meine Aufgabe, Studierenden juristische Berufe abseits von Anwaltschaft, Richteramt und Verwaltung zu zeigen. Es gibt internationale Perspektiven und viele Rechtsmaterien, die noch niemand aufbereitet hat."
Wie zuvor in Innsbruck ist sie auch Ansprechpartnerin für Weltraumrecht. In dieser kleinen Community schnuppert sie noch internationalere Luft als bei der Alpenkonvention und in der EU: Wenn ihr "für Überblick und einen klaren Kopf" die Tiroler Berge fehlen, behilft sie sich mit dem (leicht erhöhten) Schlossgarten des Belvedere. (Astrid Kuffner, DER STANDARD, 20.6.2012)
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wu.ac.at/eir
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