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Teilnehmer des sogenannten Völkergipfels in Rio de Janeiro protestieren gegen Investitionen der brasilianischen Entwicklungsbank in Projekte auf indigenem Land. Der Völkergipfel ist eine Gegenveranstaltung von Umweltaktivisten, Gewerkschaftern und Indigenen-Vertretern zur Uno-Nachhaltigkeitskonferenz Rio+20, die am Mittwoch beginnt. Gegner der Konferenz lehnen das UN-Konzept der "Green Economy" ab. Achim Steiner, Chef der Uno-Umweltbehörde, versuchte zu vermitteln. Kritik am voraussichtlichen Abschlussdokument gibt es bereits.
Nur eine gute Stunde mit dem Bus dauert die Fahrt von der Tagungsstätte Riocentro zum Flamengo-Strand. Doch derzeit liegen Welten zwischen einem Ort und dem anderen: Hier die klimatisierten Räume, in denen tausende Regierungsvertreter um eine Abschlusserklärung für die UN-Konferenz zu nachhaltiger Entwicklung, Rio+20, verhandeln, deren heiße Phase am Mittwoch beginnt. Dort zehntausende Gewerkschafter, Umweltaktivisten, Indigene, Kleinbauern und Globalisierungskritiker, die das UN-Leitkonzept der Green Economy ablehnen und auf ihrem "Völkergipfel" Alternativen diskutieren. Für Mittwoch planen die Aktivisten einen Protestmarsch.
Eine seltene Begegnung zwischen beiden Welten führte Achim Steiner am Dienstag herbei. Der deutsche Chef des UN-Umweltprogramms (Unep) und Hauptverantwortliche für den Green-Economy-Bericht Die Zukunft, die wir wollen verließ für ein paar Stunden die klimatisierte Tagungsstätte und besuchte den "Völkergipfel". Auf dem Podium blies ihm ein scharfer Wind entgegen.
"Die grüne Wirtschaft ist untrennbar mit der braunen verknüpft", sagte etwa Umweltanwältin Larissa Parker aus Brasilien. "Je größer die Umweltzerstörung durch fossile Energieträger, desto lukrativer ist für die Finanzmärkte das Geschäft mit den CO2-Zertifikaten." Der peruanische Amazonas-Indianer Edwin Vásquez rief: "Wir lehnen die grüne Wirtschaft der Dollarscheine ab!" Heftig kritisierte er die Vertreibungen von Ureinwohnern und Kleinbauern durch Agrar- und Bergbaumultis.
Steiner verwies auf die "Erfolgsgeschichten" aus aller Welt, die das Unep zusammengetragen habe. "Gerade durch die Inwertsetzung der Wälder kann ihre Zerstörung verhindert werden", beteuerte er. "Als Weltgemeinschaft stecken wir in der Sackgasse, wir müssen uns bewegen." Und gerade die Wende hin zu erneuerbaren Energien funktioniere ungewöhnlich dezentral.
Für seine Positionen erntete Steiner Buhrufe. Nach Einschätzung des kanadischen Technologieexperten Pat Mooney liegen Welten zwischen den " Träumen aus Nairobi", wo das Umweltprogramm seinen Sitz hat, und den Realitäten in den Ländern des Südens: "Wir dürfen doch nicht jenen, die gerade das Finanzsystem zerstört haben, auch noch die Natur überlassen."
Gipfel in Beschlag genommen
Große Konzerne hätten den Rio+20-Gipfel in Beschlag genommen, kritisierte der Bolivianer Pablo Solón, früherer UN-Botschafter seines Landes. Steiner warf er vor, weder Grenzen des Wachstums noch eine dringend erforderliche Umverteilung des Reichtums zu thematisieren: "Das Unep will nicht wirklich umsteuern", rief er. Deswegen dürfe es auch nicht aufgewertet werden, wie dies etwa die EU fordert.
Umwelt- und Entwicklungsverbände kritisieren einhellig die derzeitige Form der Abschlusserklärung von Rio+20. Die Verhandlungen darüber sollen in den kommenden Tagen fortgesetzt werden. (Gerhard Dilger aus Rio de Janeiro, DER STANDARD, 20.6.2012)
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Im Gegensatz zum Rio20 Promo Artikel "Gipfel der grünen Auswege", welcher die Alternativlosigkeit der green economy betont, erscheint mir die Überschrift und Platzierung dieses Berichtes etwas marginalisierend.
Markt vs. Mensch?
http://cupuladospovos.org.br/en/
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