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vergrößern 800x554"Ha Ha Fresh" ist das Diptychon von Cecily Brown aus dem Jahr 2006 betitelt.
Explizites hat sie nun mehr und mehr verschleiert und dadurch die Malerei sichtbarer gemacht. Zu sehen im Museum Essl.
Klosterneuburg - Ein übermaltes Bild, also ein Gemälde, bei dem der Künstler den richtigen Zeitpunkt zum Aufhören verpasst hat, wo letzten Endes zu viel Farbe auf der Leinwand landete, mag Cecily Brown gar nicht. Es verliere seine Leichtigkeit und Frische, erklärt die Malerin. Einige ihrer expressiv-gestischen Bilder aus den letzten zehn Jahren werden nun im Museum Essl präsentiert.
In ihrem New Yorker Studio arbeitet die 42-jährige Künstlerin an gut 20 Bildern gleichzeitig; vermeintlich Fertiges lässt sie wochenlang ruhen, um es womöglich erst dann zu vollenden. Wie viele andere ringt auch Brown um den richtigen Zeitpunkt zum Loslassen. Auch sie scheitert bisweilen.
Aus einem solchen Fehlversuch entstand etwa das Diptychon von 2006, das inmitten des rot-grün-lastigen Farbenmeers zwei menschliche Silhouetten erahnen lässt: Brown entschied sich, erstmals eine Arbeit zu wiederholen. So erklärt sich der Titel der beiden Bilder: Ha Ha Fresh. Diesen humorvollen Kommentar hat sich die gebürtige Britin allerdings von einem Laden in New York geborgt.
In den Big Apple wanderte die gebürtige Britin Mitte der 1990er-Jahre aus. Eine Stadt, deren Licht, deren Dimensionen - "menschliche Dimensionen" - sie mag: Es war "Liebe auf den ersten Blick".
Gute Titel, ob Fundstücke aus der Literatur oder dem Alltag, sammelt Cecily Brown auf einer Liste; einen passenden zu finden sei "wirklich ein Kampf", beschreibt sie die Notwendigkeit, über Titel die Möglichkeit zur Identifikation herzustellen. "Du musst es machen, aber du wünschtest, du hättest es nicht getan." Vermutlich, weil eine Benennung die Bilder endgültiger macht. "Gemälde sollten ihr eigenes Leben führen können", sagt sie. "Bilder ändern sich ständig". Durch Zeit oder auch Perspektive.
"Schau", weist Cecily Brown auf das großformatige Blonde Eating Birds auf der anderen Seite des Saals, "von hier aus kann man sogar den roten Lippenstift sehen, den sie aufgetragen hat."
Auflösung des Expliziten
Der Titel verheißt eine gewaltvolle Geschichte. Das Medium Malerei erlaube es ihr, Sachen zu erzählen, die sonst nicht möglich sind, sagt Brown. Jenseitige Paradiese und Landschaften, bevölkert mit absurden Kreaturen, kann man in ihren Farbendschungeln entdecken. Explizites und Eindeutiges gibt es nicht. Nicht mehr: Zur Auflösung und zum Aufbrechen der Form - einem Ringen zwischen Abstraktion und Gegenständlichkeit - fand sie, weil ihre provokanten, dezidiert sexuellen Bilder allzu oft rein auf das Motiv reduziert wurden.
1997 hatte Brown ihre erste Einzelausstellung in New York bei Jeffrey Deitch: Eine Adresse, die viele Künstlerkarrieren anschob - so auch ihre. Zehn Jahre später erzielte eines von Browns Gemälden (The Pyjama Game) bei Christie's, New York, erstmals mehr als umgerechnet eine Million Euro. Ebenso gern, wie man ihre Arbeit in Zusammenhang mit männlichen Vorbildern bringt (mit Philip Guston, Georg Baselitz, Francis Bacon oder Willem de Kooning), betont man - so auch bei Essl -, dass Brown die Tochter des britischen Kunstkritikers David Sylvester ist. Was man unterschlägt, ist jedoch der Umstand, dass Brown erst mit 21 Jahren davon erfuhr. Sie empfinde es als etwas Besonderes, dass auch ihr " später Vater" leidenschaftlich für Kunst entbrannt war.
Viel prägender für ihre Karriere war aber ihre Mutter, die schottische Schriftstellerin Shena Mackay. Und ihre Professorin Maggi Hambling. Die Bildhauerin und Malerin verschaffte Brown ihr erstes Atelier in einer Garage. "Sie trichterte mir ein, jeden Tag zu arbeiten." (Anne Katrin Feßler, DER STANDARD, 20.6.2012)
Bis 7. 10.
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...sind keine expliziteren bilder ausgestellt....
warum, erklärt sich aus dem Text. --> Weil die heutige Malweise von Cecily Brown diese Offensichtlichkeit zerstört.
Ob es eines dieser älteren Bilder in die Sammlung Essl, aber nicht in die Ausstellung geschafft hat, entzieht sich im Moment meiner Kenntnis. Interessiert Sie sowas wirklich?
Aber Sie haben Recht: Pornografische Abbildungen dürfen im Standard (aufgrund des Jugendschutzes) tatsächlich nicht abgebildet werden.
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