Kennzeichnungsmängel bei Lebensmitteln

  • Der höchste Anteil an gesundheitsschädlichen Proben (fünf von 58 Proben) fand sich bei den Wildbreterzeugnissen.
    foto: apa/barbara gindl

    Der höchste Anteil an gesundheitsschädlichen Proben (fünf von 58 Proben) fand sich bei den Wildbreterzeugnissen.

Mehr Kontrollen, weniger Beanstandungen: Nur 0,5 Prozent der Lebensmittelproben wurden als gesundheitsschädlich eingestuft, dafür hapert es bei der Kennzeichnung

Wien - Obwohl sich die Anzahl der Lebensmittelkontrollen in Österreich erhöht hat, ist die Zahl der Beanstandungen geringer geworden.

Wie der Lebensmittelsicherheitsbericht 2011, der am 19. Juni veröffentlicht wurde, zeigt, sind 159 Proben von insgesamt 31.782 als gesundheitsschädlich eingestuft worden. 2010 waren es noch 186 Proben von 31.052. Allerdings wurden die meisten Beanstandungen durch mangelhafte Kennzeichnung verursacht.

Heikel: Wildbreterzeugnisse

Bei 27.287 Proben (85,9 Prozent) gab es keinen Grund zur Beanstandung. Als gesundheitsschädlich wurden 159 Proben (0,5 Prozent) beurteilt, 1.177 Proben (3,7 Prozent) wurden laut Lebensmittelbericht als für den menschlichen Verzehr ungeeignet bewertet.

Der höchste Anteil an gesundheitsschädlichen Proben (fünf von 58 Proben; 8,6 Prozent) fand sich bei den Wildbreterzeugnissen, gefolgt von den Materialien mit Lebensmittelkontakt (16 von 428 Proben; 3,7 Prozent), Arbeitsgeräte aus der Lebensmittelerzeugung (sieben von 197 Proben; 3,6 Prozent) und Spielwaren (zwölf von 367 Proben; 3,3 Prozent).

Von den gesundheitsschädlichen Gebrauchsgegenständen wurde der Großteil (89 von den insgesamt 159 Proben) gezielt auf Verdacht entnommen. Neben diesen Verdachtsproben werden zusätzlich jährlich vorgegebene Planproben gezogen.

Kennzeichnungsmängel

Der häufigste Beanstandungsgrund waren Kennzeichnungsmängel bei 1.359 Proben (4,3 Prozent) und zusätzlich wiesen weitere 1.260 Proben (vier Prozent) zur Irreführung geeignete Angaben auf. Insgesamt lag die Beanstandungsrate bei 14,1 Prozent.

Seit dem Unfall im japanischen Kernkraftwerk Fukushima am 11. März 2011 werden bis heute alle direkten Lebensmittelimporte aus Japan auf die Radionuklide Iod-131, Cäsium-134 und Cäsium-137 untersucht. Ebenso werden seit 23. März 2011 alle amtlichen Proben von Pazifikfischen auf Radioaktivität geprüft.

Bei einem Importprodukt, dem Zusatzstoff Propylenglykolalginat E405, wurden 6,7 Becquerel pro Kilogram Radiocäsium nachgewiesen. Der Grenzwert beläuft sich auf 500 Becquerel pro Kilogramm, bei allen anderen 23 Importen war keine Radioaktivität nachweisbar.

Cäsium-134 kein Thema

Von 50 Pazifikfischproben enthielten zwei Spuren von Cäsium-137. Die Gehalte betrugen weniger als ein Tausendstel des Grenzwertes. Cäsium-137 stammt jedoch nicht vom Reaktorunfall in Fukushima, da war Cäsium-134 relevant, das in keiner Probe nachgewiesen wurde.

2011 wurden von den Lebensmittelaufsichtsbehörden der Länder 44.550 Betriebskontrollen durchgeführt und insgesamt 31.782 Proben von der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) oder den Untersuchungsanstalten der Länder in Wien, Kärnten und Vorarlberg untersucht und begutachtet.

Von den Landesveterinärbehörden wurden 24.747 Betriebskontrollen in Fleischbetrieben und 2.212 Betriebskontrollen in Milcherzeugerbetrieben durchgeführt. (APA/red, 19.6.2012)

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