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Ein Bild aus vergangenen Tagen: Das Unternehmen wurde 2008 stillgelegt, der 86 Meter hohe Schornstein wurde im Juli 2009 gesprengt.
St. Pölten - Das weitgehend brachliegende Areal des Viskosegarnherstellers Glanzstoff in St. Pölten, der den Betrieb nach einem Brand 2008 eingestellt hat, soll nun der "New Design University" (NDU) der Wirtschaftskammer Niederösterreich als weiterer Standort in der Landeshauptstadt dienen. Bereits im September sollen zwei Meisterklassen der privaten Kreativ-Uni in einer Halle unterrichtet werden, berichten die "Niederösterreichischen Nachrichten" (NÖN).
Eigentümer Cornelius Grupp und Verwerter Max Pasquali hätten wochenlang verhandelt, nun würde eine Million Euro in die Sanierung und Adaptierung der ehemaligen Konerei investiert. Zusatzteile des Gebäudes seien bereits abgerissen worden, geplant sei, die Fassade aus 1920 herauszuarbeiten.
Erster Verwertungs-Schritt
Die auf drei Jahre befristete Einmietung der NDU sei ein erster Schritt zur Verwertung des Geländes, erläuterte Pasquali in der Wochenzeitung. Für weitere Gebäude werde eine gewerbliche Verwendung angestrebt. Nicht ausgeschlossen sei etwa eine Zusammenarbeit mit der Fachhochschule: "Wir wissen, dass auch die FH weiterhin Bedarf an einer Erweiterung hat. Wir sind für alles offen. Es geht weiter in die Zukunft."
Uni-Rektor Stephan Schmidt-Wulffen verwies in der Wochenzeitung darauf, dass die NDU in zweieinhalb Jahren den Neubau beim WIFI beziehen werde. Am Glanzstoff-Areal würden nun zwei Master-Programme etabliert, kündigte er weiters Präsentationen und Ausstellungen und eine Bühne für regelmäßige Events an.
Zink-Belastung "unbedenklich"
Nach dem Produktionsstopp 2008 wurde das 15 Hektar große Firmenareal in der Herzogenburger Straße vom Umweltbundesamt auf seine Unbedenklichkeit geprüft. Die Verdachtsflächen wurden laut NÖN auf einen kleinen Bereich eingegrenzt, die Nutzung der Hallen sei davon unberührt. "Die Altlasten, vornehmlich Zink, das sich über die Jahre angesammelt hat, stellen keine nennenswerte Belastung dar", so Pasquali. Laut dem Bundesumweltamt seien die Verunreinigungen im Untergrund vorhanden, das Metall sei aber für eine Nutzung an der Oberfläche nicht bedenklich. Eine Beurteilung soll bis zum Sommer fertiggestellt und in der Folge entschieden werden, welche Verfahren anzuwenden sind.
Die Glanzstoff-Geschäftsführung hatte 2008 das Aus für den Standort St. Pölten damit begründet, dass die behördlichen Auflagen nach dem Brand in der Abluftanlage im Jänner technisch-wirtschaftlich nicht umsetzbar seien. 327 Mitarbeiter (268 Arbeiter, 59 Angestellte) wurden beim AMS angemeldet. Weil die Glanzstoff nach der Wiederaufnahme des Betriebes Ende April aus Emissionsgründen nur mit 40 Prozent der Kapazität produzieren durfte, erwirtschaftete das Unternehmen einen "ruinösen Verlust von einer Million Euro pro Monat", hieß es damals. 2009 wurde dann der mit 86 Metern höchste Ziegelschornstein Österreichs auf dem Areal gesprengt. (APA, 19.6.2012)
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