Ist die Galaxis voller Leben oder leer?

16 Jahre nach der Erstveröffentlichung diskutiert Robin Hanson erneut seine mögliche Erklärung für das Fermi-Paradoxon

Robin Hanson ist ein US-amerikanischer Ökonom, der sich aber im Zuge seiner Tätigkeit am Future of Humanity Institute der Universität Oxford auch mit Fragen beschäftigt, die über die Wirtschaft hinausgehen. Teilweise weit hinausgehen. 1996 veröffentlichte er einen Artikel, der sich auf das bekannte Fermi-Paradoxon bezog. Also kurz zusammengefasst auf den eigentümlichen Umstand, dass bislang keinerlei Spuren außerirdischer Zivilisationen festgestellt wurden, obwohl diese laut Wahrscheinlichkeitsrechnung gar nicht so selten sein sollten.

Hansons Vorschlag zur Erklärung des Paradoxons war der "Große Filter": Ein unbekannter Faktor, der an irgendeiner Stelle von der Entwicklung des Lebens bis zum Aufbau einer interstellaren Zivilisation eine Barriere bildet und einen der evolutionären Zwischenschritte viel unwahrscheinlicher macht, als dies üblicherweise vermutet wird. Er kann ganz am Anfang der Kette liegen, wenn es um die richtigen kosmophysikalischen Rahmenbedingungen geht - also um einen Planeten, auf dem sich Leben überhaupt entwickeln kann. Oder eben später:

Neun entscheidende Wegmarken umfasst Hansons evolutionärer Pfad. Einige davon noch im Einzeller-Bereich, erst der sechste Schritt ist die Bildung vielzelligen Lebens, Schritt 7 bereits Werkzeuggebrauch. Schritt 8 ist der gegenwärtige Stand unserer Zivilisation - der abschließende Schritt 9 wäre schließlich die Kolonisierung der Galaxis. Womit wir unsere Schäfchen vermutlich im Trockenen hätten, weil die menschliche Zivilisation dann aufgrund ihrer Größe und Verteilung nicht mehr totzukriegen sein sollte. Theoretisch. Leider ist das aber auch der Punkt, den wir - siehe Fermi-Paradoxon - noch niemanden erreichen haben sehen.

Sind wir schon durch?

Die Hypothese vom "Großen Filter" lässt offen, an welcher Stelle der Entwicklung der Faktor zuschlägt. Vielleicht an einer Stelle, die wir durch Glück oder Zufall bereits passiert haben - vielleicht liegt er aber auch noch in der Zukunft. Inzwischen haben Astronomen festgestellt, dass es in der Milchstraße vor Planeten nur so wimmeln dürfte - auch von potenziell bewohnbaren. Bedeutet das, dass der "Große Filter" für Schritt 1 auszuschließen ist ... und sich damit letztlich auch die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass uns sein Eingreifen noch bevorsteht?

16 Jahre nach der Erstveröffentlichung wurde Hanson vom Blog io9.com eingeladen, um gemeinsam mit dem Philosophen Nick Bostrom, dem Direktor des Future of Humanity Institute, die Hypothese erneut zu diskutieren. Mehr dazu lesen Sie hier:

--> io9.com: "Does a galaxy filled with habitable planets mean humanity is doomed?"

(red, derStandard.at, 20.6.2012)

Share if you care
Posting 1 bis 25 von 161
1 2 3 4
Von Neumann Sonde

Im Zusammenhang mit dem Fermi Paradoxon unbedingt lesen:

http://de.wikipedia.org/wiki/Von-... mann-Sonde

Zu denen sage ich nur ; Jede Spezies die Intelligent genug ist sie zu Bauen ist hoffentlich intelligent genug sie nicht zu bauen !

Nicht wenn man eine Replikationssperre einbaut.

Tja das ist das Problem das kann man nicht den die Kommunikation Zwischen den Sonden wäre ja nur Lichtgeschwindigkeit , eine Theoretische Warp Zivilisation bräuchte solche sonden garnicht , aber da die sonde nie aktuelle Daten vom rest des Universums hat ist das tricky
Zumal die sache ist auch die Das ein Erhebliches Risiko besteht das eine feindliche Zivilisation die Sonden hackt und die Kontrolle über das ganze Netzwerk übernimmt und es gan gegen die Erschaffer einsetzt ,

Summa Sumarum ein schönes Thema über das man lange Diskutieren kann , aber ich bleibe immer bei meiner Ansicht ;

Jede Spezies die Intelligent genug ist sie zu Bauen ist hoffentlich intelligent genug sie nicht zu bauen !

Leben ist extrem selten: nur weil eine Sonne Planeten hat muss da kein Leben existieren!

1. muss der Planet eine habitable Zone haben (mittlere Sonnendistanz), 2. eine Gravitation die Atmosphäre und Flüssigkeiten festhält (Sauerstoff-Wasser oder Methan), 3. eine Rotation + gute stabile Umlaufbahn, damit keine extremen Klimaschwankungen auftreten (bei uns nur dank des eigentlich zu großen Mondes gegeben => dank Theia), 4. ein Erdmagnetfeld gegen Sonnenwinde (schwerere Gravitation und Eisenkern verdanken wir der Kollision mit Theia vor 4,5 Mrd. J.!)
5. eine habitable Zonne innerhalb der Galaxie (wir befinden uns in der mittleren, eher leeren Zone an einem Seitenarm-Rand) ohne viel Sternentstehung und Meteoriten, die ständig einschlagen.
6. eine kleine langlebige Sonne für mehrere Evolutionsanläufe und Höherentwicklung
7. Glück!

1. Habitable Zone ist sehr groß, da passen sogar 3-4 Planeten rein.
3. Mars hat auch eine stabile Umlaufbahn, trotz zwei kleiner Monde. Aber wo mal Leben entstaden ist, kann es nicht mehr ausgerottet werden. Bei uns entstand Evolution dank Klimakatastrophen.
4. Venus hat auch einen Eisenkern, genauso wie Merkur und Mars, nur beim Mars ist es am erstarren (Da spielt ein großer Mond eine Rolle).
5. Meteoriten? Die sind vernachlässigbar. Supernovae sind der entscheidende Faktor, und ohne die, hätten wir hier keine schweren Elemente.

Leben ist sehr Anpassungsfähig und kommt oft vor, nur es entwickelt sich selten bis zum Techniknutzenden Wesen.

das trifft nur auf unsere Vorstellung von "Lebewesen" zu

wir wissen heute, dass es leben an orten gibt, an denen man vor 50 jahren noch dachte es sei unmöglich.

wenn also schon auf unserem Planeten "unmögliches" doch möglich ist, was mag dann im gesamten Universum alles möglich sein von dem wir heute denken, es sei unmöglich?

Irgendwie plausiebel,

doch wo steht geschrieben, daß nur unsere - in unserem Universum kleine - Vorstellung von Leben existiert?

plausIEbel

Aua. Das tut weh.

Entweder Kopf unten halten oder vernichtet

Nun es gibt eine sehr logische Erklärung: Fortgeschrittene Zivilisationen verhalten sich entweder still oder werden vernichtet.

Die eigene Existenz Preis zu geben ist gefährlich und unlogisch. Bei Milliarden bewohnbarer Planten und Millionen Spezies sind garantiert extrem xenophobe dabei.

Anders als in SF-Romanen würde ein Krieg zur sofortigen Auslöschung eine Spezies führen. Da bereits ein technologischer Unterschied von wenigen Jahrzehnten eine Seite chancenlos lässt.

Wozu also dieses Risiko eingehen? Und selbst eine extrem fortgeschrittene Kultur kann nicht sicher sein, die Stärkeren zu sein und selbst wenn wäre ein Konflikt sinnloser Ressourcenverbrauch.

Also still oder dumm und tot. Die Erde als elektromagnetisches Funkfeuer...tja.

Pappn halten und nirgends anecken? Glaube nicht, dass die österreichische Lösung die Annäherung übers Universum verteilter Kulturen aneinander beschreibt, aber was weiß man?

Wozu zerstören? Versklaven wäre doch sinnvoller. Ich habe auf Youtube mal ein Video gesehen, bei dem uns Außerirdische das Geld- und Zinssystem "geschenkt" haben, damit wir uns freiwillig, sogar mit größter Freude, versklaven lassen.

Sagen wir mal so, wenn wir der einzige Planet weit und breit sind, der etwas hat was andere nicht haben (z.B. flüssiges Wasser für den Antrieb ua.) dann würden die auch landen und es sich nehmen, wenn sie können.

Auf Wasser basierendes Leben folgt vermutlich den gleichen Überlebensgesetzen wie wir: Kleine und Schwache frisst man, Größere und Stärkere flieht man, und Gleichstarke sind entweder Sexualpartner oder Konkurrenten; bestenfalls ignoriert man sie.

es fehlt uns eine kleinigkeit, damit wir die anderen

wahrnehmen können.

es ist dies die möglichkeit überlichtschnell zu kommunizieren und sich überlichtschnell fortzubewegen.

das kommt dann wenn wir die lächerlichen differenzen die wir auf diesen planeten laufend austragen beenden, ohne uns vorher auszurotten.

das ist der filter - ist doch ganz einfach.

jep.

Das sehe ich genau so. Ohne wenn und aber.

"Ein unbekannter Faktor, der an irgendeiner Stelle von der Entwicklung des Lebens bis zum Aufbau einer interstellaren Zivilisation eine Barriere bildet und einen der evolutionären Zwischenschritte viel unwahrscheinlicher macht, als dies üblicherweise vermutet wird."

Dummheit. Aktuell zu beobachten bei der Menschheit, Erde, dritter Planet der Sonne Sol. Ursache, falsches Wirtschaftssystem welches die Zerstörung der Lebensgrundlagen massiv fördert, Eliten bevorzugt und die Unterdrückung von Erkenntnissen zulässt sofern diese dem Wirtschaftssystem hinderlich wären. Der Nachruf auf die Art "Mensch" wird innerhalb der nächsten 100-500 Jahre erfolgen.

zum derzeitigen..

..zeitpunkt eine sinnlose diskussion. redma in 100 jahren nochmal drüber ;)

sehr interessantes thema und artikel.

leider wissen die meisten nicht, was das paradoxon genau sagt.
bzw. verstehen es falsch.

Femi Paradox beschäftigt sich mit dem Umstand dass wenn es Leben da draußen gibt, die Erde in dessen Kommunikationsfeld liegen müßte. Also quasi unendlich viele Planeten unendlich viel Kommunikation also unendlich erstaunlich daß wir auf der Erde davon nix mitkriegen. Sie können dieses Paradoxen vergleichen mit einem Urwaldbewohner der ihnen mal beim telefonieren zugeschaut hat und sich dann ständig wundert warum das mit seiner Muschel / Stock / Stein etc. nicht funktioniert. Und warum Radiowellen nicht von Sonnensystem bis Sonnensystem sinnvolle Kommunikation ermöglichen sollte ihnen klar sein wenn sie im Auto mal auf rauschfreien Radioempfang hoffen.

Ich nehme mal an, hochstehende Zivilisationen benützen geistige Fähigkeiten zur Kommunikation und zum Reisen; möglicherweise können sie diese technisch nachmachen und potenzieren.

Ich meine damit Telepathie und halbmaterielles, dimensionales Reisen ähnlich einer OBE.

Wir hingegen können diese Dinge geistig kaum anwenden, geschweige denn technisch messen oder nachvollziehen. Wir sind wie Seegurken: blind und bewegungsunfähig, einfach noch unterentwickelt.

http://de.wikipedia.org/wiki/Ferm... -Paradoxon

"Kern des Fermi-Paradoxons ist folgende Überlegung:

Wenn in der Milchstraße auch nur eine einzige Zivilisation existiert, die zu interstellarer Kolonisation fähig ist, dann könnte die gesamte Galaxis innerhalb weniger Millionen Jahre vollständig kolonisiert sein. Die Milchstraße ist nun weitaus älter als die notwendigen 20 bis 40 Millionen Jahre; folglich sollten außerirdische Zivilisationen überall in unserer galaktischen Nachbarschaft existieren. Bisher konnte jedoch kein Hinweis auf extraterrestrische Zivilisationen gefunden werden."

=>
Entweder sind wir die ersten
oder
es gibt eine Barriere die Zivilisationen daran hindert in dier Milchstraße zu Expandieren (z.B Selbstzerstörung ab einem gewissen techischen Level).

oder die Menschen sind einfach zu dämlich bzw. uninteressant

Man muss den Artikel im Zusammenhang mit "Mysteriöses Objekt auf dem Grund der Ostsee sorgt für Aufregung" lesen und verstehen. Das ist wohl der große Filter. Wenn wir ihn aufmachen, dann

Erst mal die postnukleare Katastrophe überstehen, dann den Warp-Antrieb erfinden und dann kommens, die Vulkanier...

Posting 1 bis 25 von 161
1 2 3 4

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.