Nur 0,001 Prozent des Wasservorkommens stecken in den Böden

  • Weltweite Abweichungen vom langjährigen Feuchtigkeits-Mittelwert, Juni bis August 2010.
    vergrößern 1000x526
    foto: esa / tu wien / freie universität amsterdam

    Weltweite Abweichungen vom langjährigen Feuchtigkeits-Mittelwert, Juni bis August 2010.

Wissenschafter der TU Wien haben globale Daten über Bodenfeuchte seit 1978 aufbereitet

Wien - Nur 0,001 Prozent des weltweiten Wasservorkommens stecken in Form von gespeicherter Feuchtigkeit in den Böden - und doch ist dies für das Klima von großer Bedeutung. Um den Zusammenhang zwischen Klima und Bodenfeuchte gut zu verstehen, fehlten bisher aber langfristige Daten. Nun liegt erstmals ein Datensatz über die Bodenfeuchte auf der ganzen Welt seit 1978 vor. Möglich wurde das durch aufwändige mathematische Aufbereitung ganz unterschiedlicher Satellitendaten u.a. durch das Institut für Photogrammetrie und Fernerkundung der Technischen Universität (TU) Wien.


Die aufbereiteten Daten als Video (Quelle: TU Wien/Youtube).

Die Bodenfeuchte zählt zu einem wichtigen Klimaparameter. Erwärmt sich das Klima, erhöht sich die Verdunstung. Trockenere Böden wiederum heizen die Luft stärker auf. Diese positive Rückkoppelung kann zu häufigeren extremen Hitzewellen führen. Andererseits kann wärmere Luft auch mehr Wasser aufnehmen und dann zu erhöhtem Niederschlag führen. "Die Auswirkungen des Klimawandels sind von Region zu Region unterschiedlich, gerade deshalb brauchen wir langfristige verlässliche Daten für die ganze Welt", so Wolfgang Wagner von der TU Wien in einer Aussendung der Uni.

Datenzusammenführung

Gemessen wird die Bodenfeuchte mit Mikrowellenstrahlung von Satelliten aus. In den vergangenen Jahrzehnten waren zahlreiche verschiedene Satelliten mit unterschiedlichen Messmethoden im Einsatz. "Die große Herausforderung ist, aus den verschiedenen Messdaten aus mehreren Jahrzehnten zuverlässig die Bodenfeuchte zu berechnen", so Wagner. Technische Spezifikationen der Satelliten, die Kalibrierung der Sensoren und deren Verschleißerscheinungen mussten dabei einbezogen werden.

Die TU-Forscher wurden bei ihrer Arbeit von der Europäischen Weltraumagentur ESA unterstützt. Ein Teil der Daten wurde von Wissenschaftern der Freien Universität Amsterdam in Kooperation mit der NASA aufbereitet. (APA/red, derstandard.at, 19.6.2012)

Share if you care