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Wien - Nach dem Scheitern der Verhandlungen zum neuen Journalisten-Kollektivvertrag für Tages- und Wochenzeitungen wird in den jeweiligen Lagern über das weitere Vorgehen beraten. Bei der Generalversammlung des Verbandes Österreichischer Zeitungen (VÖZ) am Donnerstag will Verhandlungsführer Hermann Petz den Vorstand über die Lage informieren, während die Gewerkschaft in der kommenden Woche Betriebsversammlungen plant, um den Journalisten den aktuellen Stand kundzutun, so Gewerkschaftsvertreter Franz C. Bauer.
Über den Sommer bis in den Herbst hinein will die Gewerkschaft mit den Belegschaftsvertretern der betroffenen Medien über weitere Schritte beraten. Auf die Frage, ob er eine Aufkündigung des Kollektivvertrags seitens der Verleger erwarte, sagte Bauer: "Damit muss man immer rechnen." Der VÖZ könnte dies mit Jahresende tun, die Kündigungsfrist beträgt drei Monate - die Aufkündigung müsste also Ende September erfolgen. "Genügend Zeit, um die aktuelle Situation zu bewerten", heißt es dort.
Werbung und Marktkommunikation
Die Veränderungen in der Medienwelt mitsamt dem daraus resultierenden ökonomischen Druck bekommen derzeit nicht nur Arbeitgeber und Arbeitnehmer bei Tages- und Wochenzeitungen zu spüren. Neben den Journalisten ringen noch andere Medienbranchen um ihre Kollektivverträge. Völliger Stillstand bei den KV-Verhandlungen herrscht derzeit im Bereich Werbung und Marktkommunikation. Die Gewerkschaft hat daher am 27. Juni zu einer Betriebsversammlung im öffentlichen Raum eingeladen. Die Arbeitnehmervertreter fordern eine "kräftige Gehaltserhöhung", ein Aus für falsche Dienstverträge, ein Mindestgehalt von 1.300 Euro, die 38 Stunden-Woche und mehr Urlaub. Die Arbeitgeber hatten ihrerseits eine Erhöhung um 4,8 Prozent angeboten - allerdings nur für das zweite Halbjahr und in Kombination mit inhaltlichen Änderungen wie zum Beispiel flexibleren Arbeitszeiten. Die von der GPA vorgelegten Forderungen seien für die Branche "nicht finanzierbar", so die Arbeitgeber.
Druckereibeschäftigte
In der Sackgasse stecken auch die KV-Verhandlungen für die Druckereibeschäftigten, die im Jänner gescheitert waren. Der Verband Druck und Medientechnik hatte den bisherigen Kollektivvertrag aus Kostengründen gekündigt und forderte Arbeitszeitverlängerungen, was die Gewerkschaft strikt ablehnt. Nach dem Abbruch der Verhandlungen kam es zu Betriebsversammlungen und Warnstreiks. Der VÖZ wollte sich in diesen Konflikt indes nicht hineinziehen lassen, da er mit den Zeitungsdruckern eigene Vereinbarungen geschlossen hatte, die bis Ende 2013 gelten. Die Verleger traten daher aus dem Branchenverband Druck und Medientechnik aus.
Eine Pattsituation herrscht derzeit auch zwischen ORF-Geschäftsführung und Zentralbetriebsrat im Ringen um den ORF-Kollektivvertrag. Während die Geschäftsführung die Reduktion von über das gesetzlich erforderliche Maß hinausgehenden Abfertigungsansprüchen, das Streichen beziehungsweise Reduzieren der automatischen Gehaltsvorrückungen bis hin zu einem "Einfrieren" von Bezügen fordert, weigert sich die Belegschaftsvertretung, dies überhaupt zu verhandeln. (APA; 19.6.2012)
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