"Goldener Windbeutel" für süße Kindertees von Hipp

Zweieinhalb Stück Würfelzucker auf 200 Milliliter Tee - Verbraucher kürten die Hipp-Instanttees zur "dreistesten Werbelüge" 2012 - Hipp plant die Produkte vom Markt zu nehmen

Den "Goldenen Windbeutel" für die dreisteste Werbelüge bekommt heuer die Firma Hipp für ihre Instanttees für Kleinkinder.

Bei einer Internetabstimmung über fünf umstrittene Produkte entschieden sich 34,1 Prozent der rund 130.000 Teilnehmer für die Tees auf Zuckergranulat-Basis, wie die Verbraucherorganisation Foodwatch am Dienstag in Berlin mitteilte. Hipp hatte wegen der scharfen Kritik bereits angekündigt, die Tees voraussichtlich bis Jahresende vom Markt zu nehmen.

Zweieinhalb Stück Würfelzucker auf 200 Milliliter

Die Verbraucherschützer hatten im Mai kritisiert, dass die Instanttees "Früchte", "Waldfrüchte" und "Apfel-Melisse" von Hipp pro 200-Milliliter-Tasse umgerechnet zweieinhalb Stück Würfelzucker enthalten. Empfohlen für Kleinkinder seien hingegen nur ungesüßte Getränke.

"Zuckergranulat mit Wasser aufgegossen: Eltern ein solches Produkt für Kleinkinder zu empfehlen ist unverantwortlich", kritisierte Oliver Huizinga von Foodwatch am Dienstag. Es passe "in keiner Weise zu dem Anspruch von Hipp, kindgerechte und gesunde Produkte anzubieten". Es sei richtig, dass Hipp die Zuckergranulat-Tees nun aus dem Sortiment nehme.

"Viva Vital Hackfleisch"auf Platz zwei

Auf dem zweiten Platz in der Foodwatch-Abstimmung landete mit 27,5 Prozent das "Viva Vital Hackfleisch" vom Discounter Netto, das den deutschen Verbraucherschützern zufolge mit Wasser gestreckt ist.

Platz drei belegte die laut Werbung den Cholesterinspiegel senkende Margarine "Becel pro-activ" von Unilever, gefolgt von "Clausthaler Classic" von Radeberger - das als "alkoholfrei" beworbene Bier enthält laut Foodwatch 0,45 Volumen-Prozent Alkohol.

Auf dem fünften Platz wählten die Verbraucher in der Internetabstimmung den Tee "Landlust Mirabelle & Birne" von Teekanne, laut Foodwatch ein Standard-Industrie-Früchtetee, der nur teurer verkauft werde.

Kampagne gegen irreführende Werbepraktiken

Foodwatch wendet sich mit der Kampagne gegen irreführende Werbepraktiken von Lebensmittel-Herstellern. Dazu stellt die Organisation regelmäßig Produkte vor, die nach ihren Angaben nicht das halten, was sie versprechen.

Fünf dieser Produkte hatte eine Jury im Internet zur Abstimmung gestellt, diese lief vom 22. Mai bis zum 18. Juni auf der Seite abgespeist.de. (APA, 19.6.2012)

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